Hackerone: Bug-Prämien fürs Internet

Immer mehr Unternehmen loben Prämien für Sicherheitslücken in ihrer Software aus. Das von Sicherheitsexperten gegründete Projekt Hackerone will diese Idee nun für das gesamte Internet umsetzen und bietet dafür eine Plattform an, die Sicherheitsforscher und Entwickler zusammenbringen soll. An die Entdecker der Sicherheitslücken werden Prämien ausgeschüttet.
Zum Start des Projekts "Internet Bug Bounty" sind zehn Open-Source-Projekte dabei: OpenSSL(öffnet im neuen Fenster) , Python(öffnet im neuen Fenster) , Ruby(öffnet im neuen Fenster) , PHP(öffnet im neuen Fenster) , Django(öffnet im neuen Fenster) , Rails(öffnet im neuen Fenster) , Perl(öffnet im neuen Fenster) , Phabricator(öffnet im neuen Fenster) , Nginx(öffnet im neuen Fenster) und der Apache Web Server(öffnet im neuen Fenster) .
Weitere Projekte können sich bei Hackerone registrieren. Sie müssen dabei die Sicherheitsverantwortlichen in ihren Teams benennen und sich an einige Spielregeln halten, was umgekehrt auch für Sicherheitsforscher gilt. So haben die Sicherheitsteams sieben Tage Zeit, um eine gemeldete Sicherheitslücke zu bestätigen und anschließend 30 Tage Zeit, um diese zu beseitigen, bevor sie veröffentlicht wird. In Ausnahmefällen kann bei sehr komplexen Sicherheitslücken die Veröffentlichung bis zu 180 Tage hinausgezögert werden. Allerdings regen die Macher von Hackerone Forscher und Sicherheitsverantwortliche an, direkt miteinander abzusprechen, was wann wie kommuniziert wird. Die Projekte sollen zudem die Sicherheitsforscher öffentlich nennen, wenn diese das wünschen.
Werden Sicherheitslücken in Projekten gemeldet, zu denen Hackerone noch keine direkte Beziehung aufgebaut hat, will sich das Team darum bemühen, die richtigen Ansprechpartner zu identifizieren. Einreichungen über Dritte werden nicht akzeptiert, allerdings hat Hackerone nichts dagegen, dass Sicherheitslücken direkt an die entsprechenden Response-Teams der Projekte gemeldet werden.
Wer wie viel Geld erhält, entscheidet ein Panel von unabhängigen Sicherheitsexperten, in dem derzeit Alex Rice (Facebook), Chris Evans (Google Chrome), Katie Moussouris (Microsoft), Zane Lackey (Etsy), Jesse Burns (iSEC Partners), Collin Greene (Facebook), Matt Miller (Microsoft), Roman Porter (Microsoft), Neal Poole (Facebook) und Arthur Wongtschowski (Microsoft) sitzen. Die Mindestprämien liegen, je nach Projekt, zwischen 300 und 2.500 US-Dollar.
Eine Sonderprämie von mindestens 5.000 US-Dollar gibt es für Sicherheitslücken, mit denen es möglich ist, aus den Sandbox-Implementierungen(öffnet im neuen Fenster) von Chrome, dem Internet Explorer, dem Adobe Reader, Adobe Flash, Windows, Linux und Mac OS X auszubrechen.
Gleiches gilt für Sicherheitslücken, die große Teile des Internets betreffen(öffnet im neuen Fenster) , also sich nicht auf einen Hersteller beschränken, eine große Zahl an Nutzern betreffen, extrem negative Konsequenzen für die Allgemeinheit haben und neu sind. Als Beispiele werden Angriffe auf SSL, DNS oder MD5-Kollisionen genannt.
Finanziert werden die Prämien von Facebook und Microsoft, wobei das Geld zu 100 Prozent an die Sicherheitsforscher geht. Weder Hackerone noch die im Panel vertretenen Sicherheitsexperten erhalten einen Anteil. Weitere Sponsoren sind willkommen.