Abo
  • Services:
Anzeige
Stundenlang war die Website Angela Merkels wegen der Attacken nicht zu erreichen.
Stundenlang war die Website Angela Merkels wegen der Attacken nicht zu erreichen. (Bild: www.bundeskanzlerin.de /Screenshot: Golem.de)

DDOS-Attacke: Seiten von Regierung und Bundestag weiter unter Beschuss

Stundenlang war die Website Angela Merkels wegen der Attacken nicht zu erreichen.
Stundenlang war die Website Angela Merkels wegen der Attacken nicht zu erreichen. (Bild: www.bundeskanzlerin.de /Screenshot: Golem.de)

Die Angriffe gegen Webseiten von Bundesregierung und Bundestag dauern unvermindert an und sind nicht leicht abzuwehren. Die SPD fordert erste technische Konsequenzen.

Anzeige

Die am Mittwoch gestarteten DDoS-Attacken gegen Internetseiten von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und des Deutschen Bundestags sind auch am Donnerstag unvermindert weitergegangen. Das bestätigten Sprecher von Regierung und Parlament auf Anfrage von Golem.de. "Eingeleitete Gegenmaßnahmen zur Abwehr zeigen Wirkung. Dadurch sind unsere Seiten derzeit überwiegend verfügbar", sagte ein Regierungssprecher. Auch das mobile Angebot und die Regierungs-App seien zu erreichen.

Nach Angaben des Bundestags lag die Schwere des Angriffs unter anderem darin begründet, dass die Angriffsmethoden sich fortlaufend geändert hätten. "Auch sogenannte Reflection-Attacken über UDP, unter anderem auch NTP-Reflection-Attacken, wurden zu Beginn gefahren", teilte eine Sprecherin mit. Diese seien jedoch leicht zu bekämpfen und seien sofort blockiert worden. "Allerdings änderten die Angreifer innerhalb weniger Minuten die Angriffsverfahren. Dieses Muster wurde ununterbrochen verfolgt", hieß es weiter.

Bandbreite im mittleren zweistelligen Gigabit-Bereich

Jeweils nach Abwehr einer Angriffsmethode seien die Angreifer zu einer anderen Methode gewechselt. Ob es im Laufe des Donnerstags weitere NTP/UDP-Attacken gegeben hat, lässt sich nicht nach Angaben des Bundestags nicht feststellen, da diese auf Veranlassung des Dienstleisters bereits bei den vorgelagerten Carriern blockiert worden seien. Sämtliche betroffenen Seiten werden von der in Köln ansässigen Babiel GmbH gehostet und auch über den Netzwerksicherheitsanbieter Cloudflare ausgeliefert. Cloudflare hatte im Februar 2014 von einem schweren Reflection-Angriff über das Zeitgeberprotokoll NTP mit 400 Gigabit pro Sekunde berichtet.

Die Bandbreite des aktuellen Angriffs lässt sich nach Angaben des Bundestags noch nicht konkret ermitteln, denn die Abwehr von Attacken schließe ein, "dass das durch die abgewehrten Attacken ausgelöste Transfervolumen unsere Messpunkte nicht mehr erreichte". Die Bandbreite habe aber mindestens im mittleren zweistelligen Gigabit/s-Bereich gelegen. zudem im Tagesverlauf geschwankt und in den frühen Abendstunden stark zugenommen.

Reflection-Attacken haben stark zugenommen

Zu den Urhebern konnte die Bundesregierung nach wie vor noch keine Auskunft geben. "Die Analysen der Angriffe dauern an", sagte der Sprecher. Allerdings hatte sich am Mittwoch bereits die prorussische, ukrainische Hackergruppe CyberBerkut dazu bekannt. Sie begründete ihre Attacken mit der finanziellen Hilfe Deutschlands für die ukrainische Regierung. Merkel hatte den ukrainischen Ministerpräsidenten Arseni Jazenjuk am Donnerstag mit militärischen Ehren empfangen und sich im Kanzleramt mit ihm beraten.

Dem aktuellen Lagebericht des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zufolge treten seit 2013 verstärkt sogenannte Reflection-Angriffe auf. Dabei werde nicht das Zielsystem direkt angegriffen, sondern es würden offene zur Verfügung stehende Dienste im Internet (DNS oder NTP) missbraucht. "Ein Angreifer schickt im Namen des Opfers Anfragen an einen solchen offenen Dienst. Die Dienste schicken ihre Antworten dann an das Opfersystem. Da die Antworten in der Regel sehr viel größer als die Anfragen sind, können bereits wenige Angreifersysteme großen Schaden anrichten und das Opfersystem lahmlegen", heißt es in dem Bericht.

SPD: Satellitenübertragung nicht beenden

Aufgrund der Attacken forderte der SPD-Abgeordnete Gerold Reichenbach den Bundestag auf, die geplante Abschaltung des Bundestagsfernsehens via Satellit zu überdenken. "Wenn künftig der Bundestag seine Sitzungen wie geplant nur noch über das Internet überträgt, so macht er sich von außen noch angreifbarer und störbarer, als es ohnehin schon der Fall ist", teilte der Abgeordnete und Berichterstatter für Datenschutz und Datensicherheit mit. Gerade vor dem Hintergrund der schweren Hackerattacke halte er es für dringend geboten, "die Entscheidung über das Auslaufen des Vertrages für die Satellitenkommunikation nochmals zu überdenken".


eye home zur Startseite
hochuploader 09. Jan 2015

... und dabei noch die heimische Wirtschaft gestärkt. Es muss nicht immer Cloudflare sein.

/usr/ 09. Jan 2015

Wie ap schon sagte: Manche Kommentare von Lesern dieser Seite sind einfach nur...

fg (Golem.de) 09. Jan 2015

Hallo, die Kritik können wir nicht ganz nachvollziehen. Wir haben am Mittwoch und am...

ezwetkow 09. Jan 2015

Ich nehme auch an, dass man schlicht das Konzept von Cloudflare nicht verstanden hat oder...

ap (Golem.de) 09. Jan 2015

Bevor sich die menschenverachtenden Kommentare mehren, wird der Thread geschlossen.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Comline AG, Dortmund
  2. Schwarz Zentrale Dienste KG, Neckarsulm
  3. AEVI International GmbH, Berlin
  4. Fresenius Kabi Deutschland GmbH, Oberursel


Anzeige
Top-Angebote
  1. (u. a. Sony Xperia L1 für 139€)
  2. 139€
  3. 499,99€ - Wieder bestellbar. Ansonsten gelegentlich bezügl. Verfügbarkeit auf der Bestellseite...

Folgen Sie uns
       


  1. Bundestagswahl 2017

    Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

  2. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  3. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  4. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  5. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken

  6. Fahrdienst

    London stoppt Uber, Protest wächst

  7. Facebook

    Mark Zuckerberg lenkt im Streit mit Investoren ein

  8. Merged-Reality-Headset

    Intel stellt Project Alloy ein

  9. Teardown

    Glasrückseite des iPhone 8 kann zum Problem werden

  10. E-Mail

    Adobe veröffentlicht versehentlich privaten PGP-Key im Blog



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Bundestagswahl 2017: Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
Bundestagswahl 2017
Viagra, Datenbankpasswörter und uralte Sicherheitslücken
  1. Zitis Wer Sicherheitslücken findet, darf sie behalten
  2. Merkel im Bundestag "Wir wollen nicht im Technikmuseum enden"
  3. TV-Duell Merkel-Schulz Die Digitalisierung schafft es nur ins Schlusswort

Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300: Die Schlechtwetter-Kameras
Olympus Tough TG5 vs. Nikon Coolpix W300
Die Schlechtwetter-Kameras
  1. Mobilestudio Pro 16 im Test Wacom nennt 2,2-Kilogramm-Grafiktablet "mobil"
  2. HP Z8 Workstation Mit 3 TByte RAM und 56 CPU-Kernen komplexe Bilder rendern
  3. Meeting Owl KI-Eule erkennt Teilnehmer in Meetings

E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

  1. Re: Dagegen! [solution inside]

    bombinho | 02:20

  2. Re: Jamaika wird nicht halten

    plutoniumsulfat | 02:06

  3. Re: Wieso hat die PARTEI keine absolute Mehrheit?

    mnementh | 02:05

  4. Re: und die anderen 9?

    plutoniumsulfat | 02:00

  5. Re: mich freut es

    Prinzeumel | 01:50


  1. 19:04

  2. 15:18

  3. 13:34

  4. 12:03

  5. 10:56

  6. 15:37

  7. 15:08

  8. 14:28


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel