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Hackerangriff: Mindestens 500 Millionen Nutzerdaten von Yahoo kopiert

Das dürfte einer der größten Datenhacks der Geschichte sein. Der Umfang der bei Yahoo entwendeten Nutzerdaten ist noch deutlich größer als bislang angenommen.
/ Friedhelm Greis
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Yahoo warnt nach monatelangen Spekulationen nun doch seine Nutzer. (Bild: Yahoo.com/Screenshot: Golem.de)
Yahoo warnt nach monatelangen Spekulationen nun doch seine Nutzer. Bild: Yahoo.com/Screenshot: Golem.de

Der zum Verkauf stehende Internetkonzern Yahoo hat einen Datenhack von enormem Ausmaß eingeräumt. Gegen Ende 2014 sei es einem "staatlich unterstützten Angreifer" gelungen, an die Nutzerdaten von "mindestens 500 Millionen Accounts" zu gelangen, teilte das Unternehmen am Donnerstag mit(öffnet im neuen Fenster). Zu den Daten gehörten Namen, E-Mail-Adressen, Telefonnummern, Geburtstage, meist mit bcrypt gehashte Passwörter und zum Teil verschlüsselte und unverschlüsselte Sicherheitsfragen sowie deren Antworten. Passwörter im Klartext, Kreditkartendaten oder Kontoinformationen seien in dem betroffenen System nicht gespeichert gewesen.

Yahoo will nach eigenen Angaben keine Hinweise darauf gefunden haben, dass die Angreifer noch im Netzwerk aktiv seien. "Potenziell betroffene Nutzer" sollen eine Benachrichtigung(öffnet im neuen Fenster) erhalten. Yahoo empfiehlt potenziell betroffenen Nutzern unverzüglich ihr Passwort zu ändern und weitere Verfahren zur Account-Verifizierung zu nutzen. Unverschlüsselte Sicherheitsfragen und deren Antworten sollen deaktiviert worden sein, so dass sie nicht mehr zum Zugang genutzt werden könnten.

Zum gegenwärtigen Stand muss sich wohl jeder der rund eine Milliarde registrierten Yahoo-Nutzer betroffen fühlen, sofern er vor Ende 2014 ein Konto bei dem Dienst hatte. Ein Gefahr besteht für Nutzer auch dadurch, dass sie Passwörter oder Sicherheitsfragen bei anderen Diensten verwendeten oder ihre Daten für andere Zwecke missbräuchlich eingesetzt werden.

Mit MD5-gehashte Passwörter unsicher

Zuvor hatte es bereits Spekulationen gegeben, dass Yahoo im Laufe der Woche den Hack zugeben wolle. Schon im Juli dieses Jahres hatte Motherboard berichtet(öffnet im neuen Fenster), dass 200 Millionen Yahoo-Accounts im Darknet verkauft würden. Yahoo wollte den Einbruch zunächst nicht bestätigen. Damals hieß es, dass Passwörter auch mit MD5 gehasht worden sein sollen. Wie der Angriff auf die Nutzerdaten des Seitensprungportals Ashley Madison vor einem Jahr gezeigt hat, lassen sich solche Passwörter mit einem gewissen Aufwand knacken.

Die Anteilseigner von Yahoo sollen besorgt gewesen sein, weil zurzeit die letzten Details der Übernahme des Kerngeschäfts von Yahoo durch Verizon verhandelt werden. Verizon hatte angekündigt, Angebote wie Yahoo News, den Bilderdienst Flickr und andere Firmenteile von Yahoo für 4,8 Milliarden US-Dollar übernehmen zu wollen.

Möglicherweise hatte Yahoo sich mit der Bestätigung der Informationen zurückgehalten, weil das Unternehmen fürchtete, dass sich die Bewertung Internet-Urgesteins noch weiter verschlechtern würde.


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