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Hackerangriff: Daten von 600.000 Studenten der LMU München betroffen

Unbekannte kompromittieren Immatrikulationsdaten aus einem Zeitraum von rund 50 Jahren – von fast allen Studenten seit Mitte der 70er Jahre.
/ Stefan Beiersmann
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Die gestohlenen Daten stammen von Studenten der LMU der letzten 50 Jahre. (Bild: Sora Shimazaki / Pexels)
Die gestohlenen Daten stammen von Studenten der LMU der letzten 50 Jahre. Bild: Sora Shimazaki / Pexels

Die Ludwig-Maximillians-Universität München (LMU) hat weitere Details(öffnet im neuen Fenster) zu einem Hackerangriff veröffentlicht, bei dem Unbekannte Zugriff auf das Zulassungssystem der Hochschule hatten. Die Hacker haben offenbar Zugriff auf Immatrikulationsdaten, die etwa 50 Jahre zurückreichen. Laut LMU ist von rund 600.000 Datensätzen auszugehen. Wie die Süddeutsche Zeitung(öffnet im neuen Fenster) berichtet, entspricht dies in etwa der Zahl der Studentinnen und Studenten in diesem Zeitraum.

Je nach Alter der Daten enthalten die Datensätze unterschiedliche Informationen. Bis 1994 sollen ausschließlich Stammdaten sowie die Semesterhistorie gespeichert worden sein. Ab 2005 habe das System "umfangreichere Angaben" erfasst, darunter in Einzelfällen auch Bankdaten. Darüber hinaus seien Identitäts- und Kontaktdaten erbeutet worden, aber auch Informationen zum Studienverlauf und Beurlaubungen, heißt es im Bericht.

Aufbewahrungsfrist liegt bei rund 50 Jahren

Passwörter und andere persönliche Daten sollen nicht in größerem Umfang betroffen sein. Ausdrücklich erwähnt die LMU in ihrer Pressemitteilung Prüfungsinformationen, Angaben zu Studieninhalten oder individuellen Leistungen, die den Hackern nicht in die Hände fielen. Zudem verweist die LMU auf die im Hochschulwesen übliche Aufbewahrungsfrist von rund 50 Jahren, unter anderem für Nachweise gegenüber der Rentenversicherung.

Als erste Reaktion auf den Angriff fuhr die Universität Mitte September unter anderem das betroffene IT-System herunter und sicherte Daten. Vorsorglich seien weitere Systeme vom Netz genommen und auf ihre Sicherheit geprüft worden. An der laufenden Analyse des Vorfalls seien auch externe Sicherheitsexperten beteiligt, so die LMU.

Systeme werden schrittweise reaktiviert

"Die LMU konzentriert sich mit professioneller externer sowie amtlicher zuständiger Unterstützung neben der Aufklärung des Vorfalls auch weiterhin auf ein engmaschiges Monitoring des Darknets, um – sofern möglich – zu prüfen, ob die Daten veröffentlicht wurden. Nach bisherigen Erkenntnissen gibt es hierfür weiterhin keine Anhaltspunkte, weder für eine Veröffentlichung noch eine anderweitige missbräuchliche Verwendung", teilte die LMU mit.

Seit Montag werden die vorsorglich heruntergefahrenen Systeme schrittweise wieder in Betrieb genommen. Der Zugriff auf bestimmte Systeme ist weiterhin nur im Münchner Wissenschaftsnetz und im LMU-Verwaltungsnetz möglich. Bei anderen Systemen soll die sicherheitstechnische Untersuchung noch andauern. Dem Bericht der Süddeutschen Zeitung zufolge kritisieren Studenten, dass sie seit einer ersten E-Mail am 19. September keine persönlichen Informationen zu dem Vorfall erhalten hätten. Die LMU habe dazu erklärt, es sei nicht möglich, jede betroffene Person einzeln zu kontaktieren. Deshalb habe man entschieden, neue Informationen über die Homepage der Universität öffentlich zu machen.


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