Abo
  • Services:

Hackerangriff auf Thyssenkrupp: Winnti spioniert deutsche Wirtschaft aus

Der Angriff auf Thyssenkrupp soll auf das Konto der Hackergruppe Winnti gehen, die früher Gaming-Plattformen attackiert hat. Weitere deutsche Firmen sollen betroffen sein.

Artikel veröffentlicht am , Jürgen Berke/Wirtschaftswoche
Logo von Thyssenkrupp
Logo von Thyssenkrupp (Bild: Patrik Stollarz/Getty Images)

Der massive Spionageangriff auf den Industriekonzern Thyssenkrupp geht nach Informationen der Wirtschaftswoche aus IT-Sicherheitskreisen offenbar auf das Konto einer Hackergruppe mit dem Codenamen Winnti. Demnach ist Winnti nicht nur in die weltweit verzweigten Firmennetze und IT-Systeme von Thyssenkrupp eingedrungen, sondern greift inzwischen auch andere deutsche Unternehmen an. Das konzerneigene Notfallzentrum (Computer Emergency Response Team/CERT) von Thyssenkrupp geht dieser Spur nach.

Stellenmarkt
  1. Delta Energy Systems (Germany) GmbH, Teningen
  2. ESG Elektroniksystem- und Logistik-GmbH, München

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bestätigte der Wirtschaftswoche auf Anfrage, dass Winnti bereits einige Unternehmen in Deutschland infiltriert hat: "Es sind uns mehrere Fälle bekannt."

Bekannt durch Angriffe auf Gaming-Plattformen

Das von Thyssenkrupp erstellte Täterprofil passt auf Winnti. Die Bande ist hochprofessionell, kommt wahrscheinlich aus China oder einem anderen südostasiatischen Land und ist schon seit 2009 aktiv. Ihr Spezialgebiet ist der Einbau gut versteckter Zugänge in Netzen und IT-Systemen. Bekannt wurde Winnti durch erfolgreiche Angriffe auf Gaming-Plattformen - mit dem Ziel, das dort verwendete Spielgeld abzuzweigen und auf dem Schwarzmarkt gegen echtes Geld einzutauschen. Seit 2015 dehnt die Gruppe ihre Aktivitäten auf Cyberspionage gegen Unternehmen aus - nun offenbar auch in Deutschland.

Allerdings können die BSI-Spezialisten nicht eindeutig feststellen, ob tatsächlich nur eine einzige Hackergruppe hinter den Spionageangriffen steckt. "Mittlerweile hat sich das Einsatzspektrum so stark ausgeweitet, dass denkbar ist, dass Winnti als ein relativ fortgeschrittenes und komfortables Werkzeug von mehreren Gruppen eingesetzt wird", heißt es vom BSI. Die Experten halten es demnach für möglich, dass das Tool der Hacker die Runde macht und von weiteren kriminellen Organisationen genutzt wird.

Angst vor Cyberattacken

Welche Unternehmen und Branchen schon Opfer von Winnti in Deutschland geworden sind, hält die Behörde unter Verschluss. Es seien aber mehrere Wirtschaftszweige betroffen. In Großbritannien waren Pharma-Unternehmen das Ziel solcher Späh-Attacken. Informationen darüber, ob das auch in Deutschland der Fall ist, liegen dem BSI bisher nicht vor.

In der deutschen Wirtschaft wächst die Angst, dass weitere Technologie-Unternehmen das Opfer von professionellen Spionageattacken werden. Nach der sechsmonatigen Abwehrschlacht bei Thyssenkrupp könnten sich die Angreifer neuen Zielen zuwenden. Insbesondere die Industrie-Unternehmen wollen deshalb künftig enger zusammenarbeiten und den bisher eher informellen Austausch auf eine stabilere Grundlage stellen.

Dax-Konzerne gründen Sicherheitsorganisation

Im vergangenen Jahr gründeten die vier Dax-Konzerne Volkswagen, BASF, Bayer und die Allianz bereits die Deutsche Cyber-Sicherheitsorganisation (DCSO) mit Sitz in Berlin, die eng mit dem Bundesinnenministerium kooperiert. Zu den Mitgliedern der ersten Stunde zählt auch Thyssenkrupp. Die IT-Verantwortlichen in Essen setzten sofort einen Notruf ab, als die ersten Spuren der Cyberspione in den IT-Systemen gefunden wurden.

Ein Rettungsteam des DCSO rückte aus und gehörte während der gesamten, sechs Monate dauernden Abwehrschlacht zu den von Thyssenkrupp extern zurate gezogenen Sicherheitsspezialisten. Dieses Know-how kann die DCSO jetzt an die nächsten Opfer weitergeben.



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 119,90€
  2. täglich neue Deals bei Alternate.de

packansack 18. Dez 2016

Kann mich nur anschließen. Das heißt rücke vor! Bis zur Schlossallee.

Proctrap 17. Dez 2016

"von Osten nix neues"

Prinzeumel 16. Dez 2016

..."verkaufen" heißt das und nicht nur einfach "weitergeben"...

Anonymer Nutzer 16. Dez 2016

Jop nix hier


Folgen Sie uns
       


Corsair K70 RGB Mk. 2 und Roccat Vulcan - Fazit

Corsairs K70 RGB Mk. 2 ist seit kurzem mit Cherrys neuen Low-Profile-Switches erhältlich - in einer exklusiven Version mit nur 1 mm kurzen Auslöseweg. Wir haben die Tastatur mit der Vulcan von Roccat verglichen, die mit selbst entwickelten Titan-Switches bestückt ist.

Corsair K70 RGB Mk. 2 und Roccat Vulcan - Fazit Video aufrufen
Gaming-Tastaturen im Test: Neue Switches für Gamer und Tipper
Gaming-Tastaturen im Test
Neue Switches für Gamer und Tipper

Corsair und Roccat haben neue Gaming-Tastaturen auf den Markt gebracht, die sich vor allem durch ihre Switches auszeichnen. Im Test zeigt sich, dass Roccats Titan Switch besser zum normalen Tippen geeignet ist, aber nicht an die Geschwindigkeit des Corsair-exklusiven Cherry-Switches herankommt.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Azio RCK Retrotastatur wechselt zwischen Mac und Windows-Layout
  2. OLKB Planck im Test Winzig, gerade, programmierbar - gut!
  3. Alte gegen neue Model M Wenn die Knickfedern wohlig klackern

Drahtlos-Headsets im Test: Ohne Kabel spielt sich's angenehmer
Drahtlos-Headsets im Test
Ohne Kabel spielt sich's angenehmer

Sie nerven und verdrehen sich in den Rollen unseres Stuhls: Kabel sind gerade bei Headsets eine Plage. Doch gibt es so viele Produkte, die darauf verzichten können. Wir testen das Alienware AW988, das Audeze Mobius, das Hyperx Cloud Flight und das Razer Nari Ultimate - und haben einen Favoriten.
Ein Test von Oliver Nickel

  1. Sieben Bluetooth-Ohrstöpsel im Test Jabra zeigt Apple, was den Airpods fehlt
  2. Ticpods Free Airpods-Konkurrenten mit Touchbedienung kosten 80 Euro
  3. Bluetooth-Ohrstöpsel im Vergleichstest Apples Airpods lassen hören und staunen

Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test: Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses
Sony-Kopfhörer WH-1000XM3 im Test
Eine Oase der Stille oder des puren Musikgenusses

Wir haben die dritte Generation von Sonys Top-ANC-Kopfhörer getestet - vor allem bei der Geräuschreduktion hat sich einiges getan. Wer in lautem Getümmel seine Ruhe haben will, greift zum WH-1000XM3. Alle Nachteile der Vorgängermodelle hat Sony aber nicht behoben.
Ein Test von Ingo Pakalski


      •  /