Abo
  • Services:
Anzeige
Der IS-Kämpfer Junaid Hussain kam bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben.
Der IS-Kämpfer Junaid Hussain kam bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben. (Bild: Karim Sahib/Getty Images)

Hacker und der IS: "Ich habe euch geholfen, ihn umzubringen"

Der IS-Kämpfer Junaid Hussain kam bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben.
Der IS-Kämpfer Junaid Hussain kam bei einem Luftangriff in Syrien ums Leben. (Bild: Karim Sahib/Getty Images)

Ein Hacker will vom FBI zum Informanten rekrutiert worden sein, um einen ranghohen IS-Kämpfer ausfindig zu machen. Das klingt abenteuerlich. Zu abenteuerlich?
Von Eike Kühl

FBI-Informanten äußern sich selten öffentlich und noch seltener über Twitter. Deshalb waren die Neuigkeiten von US-Hacker Shm00p am Wochenende umso überraschender. In zwei Dutzend Tweets am Sonntag, die mit einem "Was zur Hölle habe ich getan" begannen, beschreibt der junge Mann aus Las Vegas, wie das FBI ihn in die Rolle eines Spitzels gedrängt habe, wie er seine Freunde verraten habe - und wie seine Informationen zum mutmaßlichen Tod eines IS-Hackers geführt hätten.

Anzeige

Wenn die Geschichte sonderbar klingt, hat das möglicherweise gute Gründe: Shm00p war Teil des Kollektivs Rustle League, dessen Mitglieder sich ebenso als Hacker wie als Trolle verstehen. Seit 2012 hat die Gruppe es unter anderem darauf abgesehen, Anonymous und andere Hacktivisten lächerlich zu machen. Im Gespräch mit Motherboard vor knapp drei Jahren sagte das Rustle-League-Mitglied Jamie Cochran, Trollen sei für sie eine "Form des Gesellschaftskommentars". Als während des Super-Bowl-Finales 2013 die Lichter im Stadion ausgingen, hatte Rustle League zunächst die Verantwortung übernommen, nur um es später als Fake zu entlarven. "Oft profitieren wir Trolle von der Ahnungslosigkeit der Medien", sagte Cochran damals. Es war einfach kurzzeitig der Strom ausgefallen.

Entsprechend vorsichtig sind die jüngsten Äußerungen von Shm00p einzuordnen; sämtliche Tweets hat er mittlerweile wieder gelöscht. Zudem werden Anonymous und ihr Cyberkrieg gegen den Islamischen Staat (und sich selbst) momentan allerorts im Netz diskutiert. Es könnte sich also um eine weitere Aktion der Rustle League halten, die gleichermaßen das FBI, Anonymous und die Medien trollen soll. Gleichzeitig gibt es allerdings Hinweise auf die Echtheit der Geschichte. Der Fall würde bestätigen, wie das FBI sich mittlerweile die Dienste von Hackern zunutze macht.

Vom Hacker zum IS-Kämpfer

Zunächst zu Shm00ps Geschichte: Er habe im Jahr 2012 erstmals Kontakt zu einem britischen Hacker namens Junaid Hussain und der Hackergruppe Team Poison gehabt, sagte er im Gespräch mit Buzzfeed. Die Gruppe war zwischen 2010 und 2012 an einigen bekannten Aktionen beteiligt, darunter am Hack des Adressbuchs des früheren britischen Premierministers Tony Blair, wofür Hussain später zu sechs Monate Jugendhaft verurteilt wurde.

2013 floh Hussain nach Syrien, wo er sich dem IS anschloss und schon bald eine wichtige Rolle im sogenannten Cyber-Kalifat einnahm, der Hackerbewegung der Dschihadisten. Er soll dabei unter anderem an den Hacks auf die Twitter-Accounts der Zeitschrift Newsweek und des US-Militärkommandos Centcom sowie des TV-Senders TV5Monde verantwortlich gewesen sein. Das Pentagon stufte ihn zwischenzeitlich als wichtiges Ziel ein. Ende August gab das US-Militär bekannt, dass Junaid Hussain bei einem Luftangriff auf die IS-Hochburg Rakka ums Leben gekommen sei.

"Ich habe euch geholfen, ihn umzubringen", twitterte Shm00p am Sonntag, seine Informationen sollen zum entscheidenden Luftangriff geführt haben. Hussain sei zwar ein Terrorist gewesen, aber trotzdem hätte er ein schlechtes Gewissen, weshalb er nun an die Öffentlichkeit gehe. Nach Angaben von Shm00p soll Hussain ihn zwischen 2014 und 2015 kontaktiert haben, wodurch er den Aufenthaltsort des gesuchten Dschihadisten herausfand. Wohlgemerkt sagt Shm00p nicht, weshalb Hussain ihn überhaupt kontaktierte und wie genau er über eine verschlüsselte Jabber-Verbindung auf den Standort seines Gegenübers schließen konnte - dass ein ranghoher Dschihadist das mal eben im Chat ausplaudert, scheint unwahrscheinlich.

Das FBI kontaktierte mehrere Personen 

eye home zur Startseite
Anonymer Nutzer 25. Nov 2015

Nun, es sind wohl eher 28. http://www.reprieve.org.uk/press...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. dm-drogerie markt GmbH + Co. KG, Karlsruhe
  2. A. Menarini Research & Business Service GmbH, Berlin
  3. Zurich Gruppe Deutschland, Bonn
  4. EidosMedia GmbH, Frankfurt am Main


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hacksaw Ridge, Deadpool, Blade Runner, Kingsman, Arrival)
  2. (u. a. Game of Thrones, Big Bang Theory, The Vampire Diaries, Supernatural)

Folgen Sie uns
       


  1. Alcatel 1X

    Android-Go-Smartphone mit 2:1-Display kommt für 100 Euro

  2. Apple

    Ladestation Airpower soll im März 2018 auf den Markt kommen

  3. Radeon Software Adrenalin 18.2.3

    AMD-Treiber macht Sea of Thieves schneller

  4. Lifebook U938

    Das fast perfekte Business-Ultrabook bekommt vier Kerne

  5. Wochenrückblick

    Früher war nicht alles besser

  6. Raumfahrt

    Falsch abgebogen wegen Eingabefehler

  7. Cloud

    AWS bringt den Appstore für Serverless-Software

  8. Free-to-Play-Strategie

    Total War Arena beginnt den Betabetrieb

  9. Funkchip

    US-Grenzbeamte können Pass-Signaturen nicht prüfen

  10. Telekom-Chef

    "Sorry! Da ist mir der Gaul durchgegangen"



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Sam's Journey im Test: Ein Kaufgrund für den C64
Sam's Journey im Test
Ein Kaufgrund für den C64
  1. THEC64 Mini C64-Emulator erscheint am 29. März in Deutschland
  2. Sam's Journey Neues Kaufspiel für C64 veröffentlicht

Age of Empires Definitive Edition Test: Trotz neuem Look zu rückständig
Age of Empires Definitive Edition Test
Trotz neuem Look zu rückständig
  1. Echtzeit-Strategie Definitive Edition von Age of Empires hat neuen Termin
  2. Matt Booty Mr. Minecraft wird neuer Spiele-Chef bei Microsoft
  3. Vorschau Spielejahr 2018 Zwischen Kuhstall und knallrümpfigen Krötern

Samsung C27HG70 im Test: Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
Samsung C27HG70 im Test
Der 144-Hz-HDR-Quantum-Dot-Monitor
  1. Volumendisplay US-Forscher lassen Projektion schweben wie in Star Wars
  2. Sieben Touchscreens Nissan Xmotion verwendet Koi als virtuellen Assistenten
  3. CJ791 Samsung stellt gekrümmten Thunderbolt-3-Monitor vor

  1. Re: An alle Schreihälse die meinen gucken reicht

    xMarwyc | 18:50

  2. Re: Das sagt eine Schlange auch

    teenriot* | 18:40

  3. Re: Habe noch nie verstanden...

    Teebecher | 18:25

  4. Re: Vergleich zu Nvidia

    =PP= | 18:12

  5. Re: Und Uplink?

    bombinho | 18:04


  1. 19:00

  2. 11:53

  3. 11:26

  4. 11:14

  5. 09:02

  6. 17:17

  7. 16:50

  8. 16:05


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel