Hacker Karsten Nohl: Deutsche Mobilfunknetze weiter unsicher

Kein deutscher Mobilfunkbetreiber hat bisher den deutlich abhörsichereren Netzstandard A5/3 eingeführt. Auch bei anderen Sicherheitsmerkmalen soll es nicht besser aussehen.

Artikel veröffentlicht am ,
Karsten Nohl zum Hack des GPRS-Netzes
Karsten Nohl zum Hack des GPRS-Netzes (Bild: Skyhead)

Hacker Karsten Nohl, Chef der Berliner Sicherheitsfirma Security Research Labs, wirft den deutschen Mobilfunkanbietern vor, weiterhin trotz vorhandener Techniken Sicherheitslücken in den Netzen nicht zu schließen.

Stellenmarkt
  1. IT-Controller (w/m/d)
    Bundeskartellamt, Bonn
  2. Produktmanager (m/w/d) FIT-Connect
    Föderale IT-Kooperation (FITKO), Frankfurt am Main
Detailsuche

Nohl hatte am 10. August 2011 einen GPRS-Hack auf dem Chaos Communication Camp mit einem angepassten Mobiltelefon demonstriert. Es war ihm gelungen, den GPRS-Datenverkehr in einem Radius von fünf Kilometern abzufangen und zu entschlüsseln. Die Verschlüsselung der Provider sei leicht zu knacken gewesen.

Nohl hatte bereits im Dezember 2010 bewiesen, dass sich mit Open-Source-Software auch einfache Mobiltelefone für das Mitschneiden des Datenverkehrs nutzen lassen. Auch dass die GSM-Verschlüsselung kein Hindernis ist, hat Nohl schon mehrfach bewiesen. In diesem Jahr zeigte er Schwachstellen in EC-Kartenterminals.

"Die Mobilfunksicherheit ist ein trauriges Thema. Es gibt nach wie vor keinen ausreichenden Bedarf, der gegenüber den Betreibern ausgedrückt wird, um Netze sicherer zu machen", sagte Nohl den VDI Nachrichten. Insbesondere die D-Netze von Vodafone und der Deutschen Telekom seien unsicher. Nohl: "Gerade in Deutschland haben wir mit den D-Netzen eine sehr alte Infrastruktur. Die Deutsche Telekom und Vodafone haben zwar Schritte in Richtung mehr Sicherheit gemacht, doch mehr auch nicht." Eine Umsetzung der wichtigsten Sicherheitsverfahren sei noch immer nicht erfolgt.

Golem Akademie
  1. Penetration Testing Fundamentals
    23.-24. September 2021, online
  2. Microsoft 365 Security Workshop
    27.-29. Oktober 2021, Online
  3. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
Weitere IT-Trainings

Nur eine kleine Zahl von Netzbetreibern hätte den deutlich abhörsichereren Netzstandard A5/3 eingeführt. "Von ungefähr hundert untersuchten Netzen haben bislang nur sieben den Standard umgesetzt. A5/3 ist aber nicht das einzige Sicherheitsfeature. Auch bei den anderen Sicherheitsmerkmalen sieht es nicht besser aus. Kein einziges Netz setzt heute alle Features um."

In Europa hätten Netzbetreiber in Dänemark, Tschechien und Slowenien den Standard jetzt implementiert. In Deutschland dauere die Aufrüstung dagegen deutlich länger.

Die Bundesregierung habe sich bereits selbst geholfen und nutze inzwischen eigene Verschlüsselungstechniken. "Aus dem Konjunkturpaket 2 wurden etliche Millionen Euro in die Anschaffung sicherer Telefonapparate investiert - ein Kryptophone kostet rund 2.000 Euro. Besser wäre es gewesen, das Geld hätten die Betreiber in sicherere Netze investiert. Dann hätten mehr Kunden davon profitiert", sagte Nohl.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Victorian Big Battery
Tesla-Speicher brannte vier Tage lang

Viel Aufwand war nötig, um das brennende Akku-Modul zu löschen.

Victorian Big Battery: Tesla-Speicher brannte vier Tage lang
Artikel
  1. Büroarbeit: Microsoft führt Impfpflicht ein
    Büroarbeit
    Microsoft führt Impfpflicht ein

    Wer in den USA ein Microsoft-Gebäude betreten will, muss gegen Covid-19 geimpft sein. Die Rückkehr ins Büro wurde indes verschoben.

  2. Windows 365: Der mietbare Cloud-PC mit Windows kann bestellt werden
    Windows 365
    Der mietbare Cloud-PC mit Windows kann bestellt werden

    Microsoft startet mit Windows 365 und gibt Preise für den Cloud-PC bekannt. Die VMs sollen wie physische Windows-PCs funktionieren.

  3. Android: Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung
    Android
    Googles Tensor-SoC ist eine halbe Mogelpackung

    Für seinen ersten eigenen Smartphone-Chip liefert Google ausschließlich Erwartbares und dämpft damit sämtliche Hoffnungen an besseren Support und gute Linux-Treiber.
    Ein IMHO von Sebastian Grüner

lucas1986 08. Sep 2012

Dieser Artikel hat, ganz ohne einen zusätzlichen Hinweis auf die Namen der sieben...

webbi87 19. Aug 2012

Zu deiner ersten Frage hat kmork ja schon eigentlich alles wichtige gesagt...

der kleine boss 18. Aug 2012

Und die 4. Stehen unauffällig neben dir und hören auch alles ;)

M.P. 17. Aug 2012

Hmm, ob die BILD-Zeitung daran Interesse hat - so etwas publik zu machen. So etwas...



Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Schnäppchen • Speicherwoche bei Saturn Samsung • C27RG54FQU, 27 Zoll, curved 203,55€ • Bosch Professional Werkzeuge und Messtechnik • Samsung Galaxy Vorbesteller-Aktion • Speicherwoche bei Media Markt • 15% auf Xiaomi-Technik • Hisense UHD-Fernseher • Saturn: 1 Produkt zahlen, 2 erhalten [Werbung]
    •  /