Abo
  • IT-Karriere:

Hack von Rüstungskonzern: Schweizer Cert gibt Security-Tipps für Unternehmen

Daran könnten sich Sicherheitsfirmen ein Beispiel nehmen: Das Schweizer Cert hat detailliert die Angriffsmethoden einer APT-Gruppe auf den Technikkonzern Ruag analysiert und gibt Unternehmen Tipps zum Schutz.

Artikel veröffentlicht am , Tim Philipp Schäfers
Das Logo auf der Zentrale von Ruag
Das Logo auf der Zentrale von Ruag (Bild: Ruben Sprich/Reuters)

Über große, gefährliche Angriffe berichten Sicherheitsfirmen gerne und oft, in diesem Zusammenhang fällt häufig auch der Begriff Advanced Persistent Threat (APT). Das ist eine fortschrittliche und lang anhaltende Attacke auf die IT-Infrastruktur eines Unternehmens. Wie genau die Angreifer vorgehen und was genau Sicherheitsfirmen über sie wissen, darüber gibt es jedoch meist nur spärliche Details. Das Schweizer Cert ist ungewohnt offen: Es hat einen ausführlichen Bericht über den APT-Angriff auf den Technikkonzern Ruag veröffentlicht und gibt Tipps für andere Unternehmen. Diese Art der Transparenz von einer staatlichen IT-Stelle könnte Vorbildcharakter haben.

Inhalt:
  1. Hack von Rüstungskonzern: Schweizer Cert gibt Security-Tipps für Unternehmen
  2. Rohrsystem zur Tarnung

Die Ruag Holding AG ist ein Schweizer Technologiekonzern, der sich insbesondere mit den Themen Sicherheit, Verteidigung und Raumfahrt beschäftigt. Das Unternehmen wurde von 2014 bis vor einigen Wochen Opfer eines professionellen Hackerangriffs. Bei der Attacke handelt es sich laut einem Bericht des Schweizer Cert, der Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherung (Melani), um einen APT. Es sollen rund 20 GByte an Daten kopiert worden sein.

Keine unbekannte Gruppe

Durchgeführt wurde der Angriff von einer bereits bekannten Gruppe, die auch hinter APTs wie Epic, Turla oder Tavdig steckt, vermuten die Schweizer Sicherheitsexperten. Im Interesse der Angreifer sei es, möglichst lange Zeit unentdeckt zu bleiben, um viele Informationen zu erspähen, abzugreifen und abschließend zu entwenden, so das Cert. Dieses Vorgehen diene politischen oder privatwirtschaftlichen Interessen.

In der Vergangenheit wurden dieser Gruppe überwiegend Angriffe auf staatliche Organisationen und große Unternehmen innerhalb Europas zugeschrieben. Es ist allerdings bis heute unklar, wer tatsächlich hinter dem Angriff steckte und welche Interessen die Angreifer leiteten. In der Erklärung des Ministeriums für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) heißt es: "Spekulationen rund um die Urheberschaft der Angriffe bestätigt der Bundesrat nicht."

Geschicktes Vorgehen

Stellenmarkt
  1. BG-Phoenics GmbH, Hannover
  2. Giesecke+Devrient Currency Technology GmbH, München

Die Angreifer gingen dem Bericht zufolge nach der ersten Infektion sehr vorsichtig vor: Bevor sie weitere Clients im Netzwerk infizierten, stellten sie durch genaue Beobachtung fest, ob das Ziel überhaupt attraktiv war und ob der geplante Angriff zu einer Entdeckung führen könnte. Weniger professionelle Angreifer sind zumeist darauf aus, in kurzer Zeit viele Systeme zu infizieren. In dem vorliegenden Fall aber ließen sich die Angreifer offenbar nach einer Angriffswelle mehrere Monate Zeit, bis sie weitere Aktionen vornahmen, um tiefer in das Unternehmensnetzwerk einzudringen. Melani berichtet in seiner Meldung von Phasen, in denen aggressiv und auffällig vorgegangen wurde, aber auch über stille Phasen, in denen keine Angriffe vorgenommen wurden.

Die ersten Spuren des Angriffs lassen sich in etwa auf den September 2014 datieren, erste Hinweise auf Unregelmäßigkeiten innerhalb des Netzwerkes wurden allerdings erst über ein Jahr später, im Dezember 2015, entdeckt. Es ist zu vermuten, dass dieser zeitliche Abstand durch die Angreifer intendiert war, diese also zunächst unauffällig operierten. Das hilft ihnen, den initialen Einbruch in die IT-Infrastruktur zu verschleiern, da die für IT-Forensik notwendigen Log-Dateien nicht vorliegen. Denn diese müssen meist datenschutzbedingt gelöscht werden. Deshalb lassen sich kaum verlässliche Aussagen über frühe Phasen des Angriffs treffen. In jedem Fall ist davon auszugehen, dass weitere Zielsysteme ausgespäht und passiv Daten gesammelt wurden, die später genutzt wurden, um damit aktive Angriffe vorzunehmen.

Rohrsystem zur Tarnung 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Top-Angebote
  1. (neue und limitierte Produkte exklusiv für Prime-Mitglieder)
  2. (u. a. 256-GB-microSDXC für 36,99€ - Bestpreis!)
  3. (u. a. Seagate Barracuda 250-GB-SSD für 39,99€)
  4. 179,00€

cephei 24. Mai 2016

- hauptsächlich staatlich finanziert - Haupttätigkeit: Entwicklung von Rüstungsgüter


Folgen Sie uns
       


Fernsteuerung für autonome Autos angesehen

Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme zeigt die Fernsteuerung von Autos über Mobilfunk.

Fernsteuerung für autonome Autos angesehen Video aufrufen
Mobile-Games-Auslese: Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor
Mobile-Games-Auslese
Magischer Dieb trifft mogelnden Doktor

Ein Dieb mit Dolch in Daggerhood, dazu ein (historisch verbürgter) Arzt in Astrologaster sowie wunderschön aufbereitetes Free-to-Play-Mittelalter in Marginalia Hero: Golem.de stellt die spannendsten neuen Mobile Games vor.
Von Rainer Sigl

  1. Hyper Casual Games 30 Sekunden spielen, 30 Sekunden Werbung
  2. Mobile-Games-Auslese Rollenspiel-Frühling mit leichten Schusswechseln
  3. Gaming Apple Arcade wird Spiele-Flatrate für iOS und MacOS

Autonomes Fahren: Per Fernsteuerung durch die Baustelle
Autonomes Fahren
Per Fernsteuerung durch die Baustelle

Was passiert, wenn autonome Autos in einer Verkehrssituation nicht mehr weiterwissen? Ein Berliner Fraunhofer-Institut hat dazu eine sehr datensparsame Fernsteuerung entwickelt. Doch es wird auch vor der Technik gewarnt.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

  1. Neues Geschäftsfeld Huawei soll an autonomen Autos arbeiten
  2. Taxifahrzeug Volvo baut für Uber Basis eines autonomen Autos
  3. Autonomes Fahren Halter sollen bei Hackerangriffen auf Autos haften

Final Fantasy 7 Remake angespielt: Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte
Final Fantasy 7 Remake angespielt
Cloud Strife und die (fast) unendliche Geschichte

E3 2019 Das Remake von Final Fantasy 7 wird ein Riesenprojekt, allein die erste Episode erscheint auf zwei Blu-ray-Discs. Kurios: In wie viele Folgen das bereits enorm umfangreiche Original von 1997 aufgeteilt wird, kann bislang nicht mal der Producer sagen.

  1. Final Fantasy 14 Online Report Zwischen Cosplay, Kirmes und Kampfsystem
  2. Square Enix Final Fantasy 14 erhält Solo-Inhalte und besonderen Magier
  3. Rollenspiel Square Enix streicht Erweiterungen für Final Fantasy 15

    •  /