Hack: Ransomware sorgt für Pipeline-Abschaltung in den USA

Nach einem Angriff der Ransomware-Gruppe Darkside wurde eine der größten Benzin-Pipelines in den USA vorübergehend stillgelegt. Zuvor soll die Gruppe in das Netzwerk des Betreibers Colonial eingedrungen sein und rund 100 GByte Daten kopiert haben. Anschließend begannen sie, die Rechner zu verschlüsseln.
Dabei soll Darkside das Unternehmen mit der sogenannten Double Extortion unter Druck setzen, wie das Magazin Bloomberg berichtet(öffnet im neuen Fenster) . Dabei erpressen die Kriminellen ihre Opfer nicht nur mit den verschlüsselten Daten, sondern drohen zudem, eine Kopie der erbeuteten Daten zu veröffentlichen.
Als Reaktion auf den Angriff entschied Colonial am späten Freitag, die Pipeline abzuschalten. Sie ist die Hauptquelle für Benzin, Diesel und Heizöl für die Ostküste der USA. Pro Tag werden rund 2,5 Millionen Barrel, circa 400 Millionen Liter, transportiert. Unklar ist derzeit, wann die Pipeline wieder Treibstoff liefern wird. Ebenfalls nicht bekannt ist, wie viel Lösegeld die Kriminellen fordern.
USA reagieren mit Ausnahmegenehmigungen auf den Ausnahmezustand
"Wenn sie das nicht bis Dienstag in Ordnung bringen, sind sie in großen Schwierigkeiten" , sagte der Ölmarktanalyst Gaurav Sharma dem Nachrichtensender BBC. "Die ersten Gebiete, die davon betroffen sind, wären Atlanta und Tennessee, dann geht der Dominoeffekt bis nach New York."
Mit Ausnahmegenehmigungen für den Transport von Treibstoff auf der Straße werde derzeit versucht, einem Treibstoffmangel Einhalt zu gebieten, berichtet die BBC(öffnet im neuen Fenster) . Das werde jedoch nicht annähernd ausreichen, um die Kapazität der Pipline zu ersetzen, meint Sharma.
Colonial arbeitet derweil mit Strafverfolgungsbehörden, IT-Sicherheitsexperten und dem Energieministerium zusammen, um den Dienst wieder herzustellen. Die Hauptleitungen sind weiterhin abgeschaltet, allerdings teile das Unternehmen am Sonntagabend mit, dass einige kleinere Nebenleitungen zwischen Terminals und Lieferpunkten wieder in Betrieb seien.
"Kurz nach Bekanntwerden des Angriffs hat Colonial proaktiv bestimmte Systeme offline genommen, um die Bedrohung einzudämmen. Diese Maßnahmen haben den gesamten Pipelinebetrieb vorübergehend gestoppt und einige unserer IT-Systeme beeinträchtigt, an deren Wiederherstellung wir aktiv arbeiten" , teilte das Unternehmen mit.