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Hack der US-Personalbehörde: Millionen Fingerabdrücke kopiert

Hacker haben von den Rechnern der US-Personalbehörde offensichtlich mehr Fingerabdrücke kopiert, als bisher angenommen. Und die Regierung hat offenbar Angst vor noch mehr Spionage.
/ Hauke Gierow
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Aktivisten protestieren gegen die Speicherung von Fingerabdrücken. (Bild: Udo/CC-BY)
Aktivisten protestieren gegen die Speicherung von Fingerabdrücken. Bild: Udo/CC-BY

Der Hack der US-Personalbehörde (Office of Personnel Management, OPM) hat weitaus schlimmere Folgen, als bislang befürchtet. Nach einer genaueren Untersuchung des Angriffs wurde bekannt, dass die Angreifer mehr als 5,6 Millionen Fingerabdrücke kopieren konnten(öffnet im neuen Fenster) . Zunächst war das OPM von nur 1,1 Millionen betroffenen Abdrücken ausgegangen.

Während der Untersuchung entdeckten die Ermittler in den Archiven viele weitere Fingerabdrücke, die vorher nicht analysiert wurden. Die Gesamtzahl von 21 Millionen insgesamt betroffenen Personen habe sich durch die neuen Entdeckungen aber nicht verändert. Nach Angaben der Behörde bestehe bislang ein "begrenztes Missbrauchspotenzial" für die Fingerabdrücke.

Dem widersprach die Webseite Fivethirtyeight(öffnet im neuen Fenster) bereits im Juli: Fingerabdrücke "könnten dazu genutzt werden, die Namen von im Ausland unter falscher Identität operierenden Agenten festzustellen" .

Das OPM ist seit dem Sommer damit beschäftigt, die betroffenen Personen über die Folgen des Hacks zu informieren. Die Behörde ist unter anderem dafür verantwortlich, Background-Checks für mögliche Geheimdienst-, Militär- und Regierungsmitarbeiter mit Zugang zu vertraulichen Informationen durchzuführen.

Die USA machen China für den Hack verantwortlich. Nachdem die Spannungen zwischen den beiden Ländern immer weiter zugenommen hatten, scheint sich jetzt eine Entspannung abzuzeichnen. Medienberichten zufolge wollen die Antagonisten künftig auch im Internet verstärkt zusammenarbeiten – und kooperieren dazu auf Ebene der Vereinten Nationen.

Aus Angst vor Spionage sucht sich Obama ein neues Hotel

Doch trotz der Annäherung ist das Misstrauen offensichtlich groß. Während der kommenden UN-Generalversammlung in New York werde Präsident Obama erstmals nicht im Waldorf Astoria absteigen(öffnet im neuen Fenster) , sondern im New York Palace Hotel. Da der Hilton-Konzern das Hotel im vergangenen Jahr an eine chinesische Hotelkette verkauft habe, befürchte die US-Regierung Spionageaktivitäten in den Räumen.


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