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Hack: 100.000 E-Mails von iranischer Atomenergiebehörde erbeutet

Insgesamt 50 GByte Daten will eine iranische Hackergruppe erbeutet haben. Darunter sollen auch Baupläne für ein Atomkraftwerk sein.
/ Moritz Tremmel
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Das iranische Atomkraftwerk Bushehr beim Bau. (Bild: ATTA KENARE/AFP via Getty Images)
Das iranische Atomkraftwerk Bushehr beim Bau. Bild: ATTA KENARE/AFP via Getty Images

Eine Hacktivistengruppe will eine Tochterorganisation der iranischen Atomenergiebehörde gehackt und Zugriff auf insgesamt 324 Mailpostfächer erlangt haben. Dabei will die iranische Gruppe Black Reward 50 GByte Daten kopiert haben, darunter mehr als 100.000 E-Mails.

Die iranische Atomenergiebehörde betonte hingegen, dass die Hacker keine geheimen Dokumente erbeutet hätten. Die Behörde sieht hinter dem Angriff ein "bestimmtes Land", ohne jedoch weitere Einzelheiten zu nennen. Zuerst hatte das Onlinemagazin The Register berichtet(öffnet im neuen Fenster).

Laut Black Reward sollen sich unter den erbeuteten Daten auch Baupläne für ein Atomkraftwerk sowie persönliche Informationen von Iranern, die für die Organisation arbeiten, befinden. Auch Passdaten von russischen Ingenieuren sowie Korrespondenz mit der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEA) sollen die erlangten Daten enthalten.

Black Reward hat damit begonnen, die Daten zu veröffentlichen, und fordert die Freilassung der Menschen, die während der aktuellen Proteste inhaftiert wurden. Die Gruppe empfiehlt die E-Mails in einer virtuellen Maschine zu öffnen, da sie virenverseucht seien.

Protest gegen die repressive Regierung

Auf Twitter(öffnet im neuen Fenster) erklärt Black Reward, dass die Gruppe zur iranischen Hackergemeinschaft gehöre und gegen die theokratische Regierung des Landes agiere, die sie als kriminell bezeichnen. Hintergrund des Hacks ist offenbar der Tod der 22-jährigen Kurdin Jina Mahsa Amini am 16. September 2022(öffnet im neuen Fenster).

Die junge Frau war von der Sittenpolizei in Teheran festgenommen worden, weil sie ihr Kopftuch angeblich nicht richtig getragen habe. Nach einer "Belehrung durch die Sittenpolizei" auf der Polizeistation starb Amini im Krankenhaus. Ihr Körper wies laut Medienberichten Spuren von Misshandlungen auf.

Bei den Protesten verzichteten zahlreiche Frauen auf das Tragen eines Hidschab oder verbrannten diesen öffentlich. Videoaufnahmen davon werden in sozialen Netzwerken geteilt. Die iranische Exekutive ging mit Internetsperren und massiver Gewalt gegen die Proteste vor.


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