H3-Rakete: Japans Antwort auf SpaceX kommt erst noch

Startpreise auf dem Niveau der Falcon 9, aber eine Konkurrenz für die Ariane 6: Die H3-Rakete hat es in den Orbit geschafft. Wir erklären, wo Japan damit im Wettbewerb steht.

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Beim zweiten Versuch startete die H3 erfolgreich.
Beim zweiten Versuch startete die H3 erfolgreich. (Bild: Jaxa)

Die japanische H3-Rakete ist am Samstag bei ihrem zweiten Flug erfolgreich in den Orbit gelangt. Damit steht der japanischen Raumfahrt wieder eine schwere Trägerrakete zur Verfügung.

Inhalt:
  1. H3-Rakete: Japans Antwort auf SpaceX kommt erst noch
  2. Erst die nächste Generation wird Konkurrenz für SpaceX

Die ältere H-IIA-Rakete wird bereits nicht mehr hergestellt. Die H3 ist zusammen mit Raketen wie der Vulcan, der Ariane 6 und SLS Teil der verspäteten letzten Generation nicht wiederverwendbarer Raketen, die allesamt spätestens 2020 fliegen sollten.

Beim zweiten Flug der H3 wurde auf eine größere Nutzlast verzichtet, allerdings erst, nachdem beim ersten Flug die Zündung der zweiten Stufe versagt hatte. Dabei wurde ein Satellit im Wert von 200 Millionen US-Dollar zerstört. Die Ursache konnte auf einen Kurzschluss, einen defekten Transistor oder einen Defekt des Flugcomputers eingegrenzt werden. Der Hersteller Mitsubishi beseitigte anschließend alle drei möglichen Fehlerquellen.

Die geplanten Startpreise sollten mit 45 Millionen US-Dollar halb so hoch wie beim Vorgänger sein, allerdings nur für die kleinste Form der Rakete. Die Preise der größeren Raketen sollen vergleichbar mit den Startpreisen der Falcon 9 von SpaceX sein.

Es ist fraglich, ob Mitsubishi Heavy Industries mit diesen Preisen tatsächlich kostendeckend arbeitet oder nur aus Prestige-Gründen die Preisvorgaben der Regierung erfüllt. Der Großkonzern ist Hauptauftragnehmer für die japanische Rüstung und kann Kosten mit anderen Aufträgen ausgleichen.

H3 macht vieles besser, aber nicht alles gut genug

Die H3 ist technisch tatsächlich etwas einfacher aufgebaut als die japanischen Vorgängerraketen. Die Technik des Haupttriebwerks der alten H-II war noch vergleichbar mit den komplexen Spaceshuttle-Haupttriebwerken, wenn auch bei niedrigerer Leistung. Die neuen LE-9 Triebwerke nutzen den einfacheren offenen Expanderzyklus, der zuvor schon bei den LE-5 Oberstufentriebwerken zum Einsatz kam.

Der Triebwerkstyp nutzt die Abwärme der Brennkammer, um mit heißem Wasserstoffgas die Turbinen der Treibstoffpumpen anzutreiben. Dabei geht ein Teil des Treibstoffs verloren, weil der Druck am Ausgang der Turbine kleiner als der Druck in der Brennkammer des Triebwerks ist.

Das senkt die Effizienz des Triebwerks im Vergleich zum geschlossenen Expanderzyklus, bei dem der Restdruck ausreicht, um den gesamten Treibstoff in der Brennkammer zu verbrennen, erlaubt aber auch höhere Pumpleistungen mit der gleichen Energiemenge aus dem Triebwerk.

Die Energie zum Antrieb der Pumpen stammt aus der Wand der Brennkammer, deren Oberfläche nur mit dem Quadrat des Durchmessers der Brennkammer wächst, während der Schub und die nötige Treibstoffmenge dem Volumen der Brennkammer entsprechen und mit der dritten Potenz wachsen. Eine höhere Pumpleistung aus der gleichen Energiemenge ermöglicht damit den Bau deutlich größerer Triebwerke, deren Brennkammer mehr Energie für die Pumpen zur Verfügung stellen und den Bau noch größerer Triebwerke zulassen. Die Grenze des größtmöglichen Schubs steigt deutlich, allerdings bei fünf Prozent weniger Treibstoffeffizienz.

Der Aufbau der Triebwerke ist allerdings immer noch komplizierter als bei den Merlin-1D-Triebwerken von SpaceX und die Produktionszahlen sind auch deutlich niedriger. SpaceX stellt jedes Jahr 100 Triebwerke allein für die Oberstufen her, zusätzlich zu neuen wiederverwendbaren Raketenstufen, die fast 20 Flüge demonstriert haben. Das große Produktionsvolumen senkt die Stückkosten, weil die Produktionsanlagen besser ausgelastet werden.

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Erst die nächste Generation wird Konkurrenz für SpaceX 
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stoney0815 20. Feb 2024 / Themenstart

Och, Kourou in franz. Guyana liegt aber auch nicht schlecht. Hängt natürlich immer davon...

Mandrake 20. Feb 2024 / Themenstart

In bezug auf Fertung kenne ich die Anlagen von MHI nicht im detail aber sie Fertigen...

Sharra 20. Feb 2024 / Themenstart

Payload wie auch die technische Entwicklung der H3 kamen von Mitsubishi. (Rakete...

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