Erst die nächste Generation wird Konkurrenz für SpaceX
Die H3 ist mit ihren drei verschiedenen Triebwerkstypen viel komplizierter aufgebaut als die Falcon 9. Sie nutzt das kleine LE-5B-3 in der Oberstufe, das LE-9 in der Hauptstufe und die Feststoffbooster, die alle eigene Tankstrukturen benötigen. Bei SpaceX werden alle diese Aufgaben nur durch Merlin-Triebwerke und gemeinsame Tankstrukturen erfüllt und jeweils nur eine gut ausgelastete Produktionsanlage erfordern. Es ist deshalb davon auszugehen, dass die H3 trotz vergleichbarer Listenpreise keine Konkurrenz zur Falcon 9 darstellen wird.
Die Rakete wird hauptsächlich in Konkurrenz zu Vulcan und Ariane 6 sowie zur indischen LVM3 stehen. Die Bedeutung dieser Raketen liegt in der nationalen Sicherung des Zugangs zum Weltraum und der Verhinderung eines SpaceX-Monopols, nicht in tatsächlicher Konkurrenzfähigkeit.
Erst die nächste Generation wiederverwendbarer Raketen, wie die Neutron von Rocketlabs oder die New Glenn von Blue Origin, könnte daran etwas ändern. Sie sind von Anfang an für Wiederverwendung ausgelegt und könnten so niedrigere Betriebskosten und schnellere Wiederverwendung erreichen. Allerdings fehlt beiden Firmen die Erfahrung mit hohen Startraten. SpaceX startet inzwischen zwei Raketen pro Woche.
In Europa ist vor 2030 kaum mit größeren wiederverwendbaren Raketen zu rechnen. Arianespace arbeitet immer noch an der Ariane 6 und hatte nie einen Nachfolger vor 2030 geplant. Raketen von kleineren Start-ups sind noch nicht einsatzbereit. Sie erreichen aber weder die Leistung größerer Trägerraketen noch sind sie konsequent auf Wiederverwendung ausgelegt.
Erstflüge mit teurer Nutzlast bleiben große Risiken
Ob SpaceX mit dem Starship die Entwicklung eines Nachfolgers gelingt, wird sich in den nächsten Jahren zeigen müssen. Wegen der Größe und Kosten des Starship müssen sowohl die erste als auch die zweite Stufe kostendeckend wiederverwendet werden, um die geplanten niedrigen Startkosten zu erreichen. Allerdings gelang es SpaceX in zwei Flügen des Starship bislang weder der Ansatz eines Landemanövers noch den Flug in den Orbit zu demonstrieren. Die Falcon 9 erreichte den Orbit mit viel Glück schon beim ersten Flug, die Falcon 1 erst beim vierten Versuch.
Fehlschläge oder zumindest technische Auffälligkeiten beim ersten Startversuch sind dabei normal. Der gänzlich problemlos verlaufene Erstflug der Vulcan im Januar ist insofern bemerkenswert. Auch die Nutzlast der ersten Ariane 6 soll sich auf Cubesats beschränken, nachdem Arianespace bei den fehlgeschlagenen ersten Flügen der Ariane 5 und Ariane 5 ECA Forschungs- und Nachrichtensatelliten im Wert mehrerer Hundert Millionen Euro zerstörte.
Deshalb ist es unverständlich, weshalb der erste Flug der H3 einen teuren Satelliten statt reiner Testnutzlasten, wie jetzt im zweiten Flug, transportierte. Die Lernprozesse in der Raumfahrt verlaufen nicht nur bei der Entwicklung der nächsten Raketengeneration oft viel zu langsam.
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| H3-Rakete: Japans Antwort auf SpaceX kommt erst noch |
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Och, Kourou in franz. Guyana liegt aber auch nicht schlecht. Hängt natürlich immer davon...
In bezug auf Fertung kenne ich die Anlagen von MHI nicht im detail aber sie Fertigen...
Payload wie auch die technische Entwicklung der H3 kamen von Mitsubishi. (Rakete...
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