H2-Produktion: Plastikmüll wird in Sonnenlicht zu Wasserstoff
Ein Forschungsteam der University of Cambridge(öffnet im neuen Fenster) in Großbritannien hat ein chemisches Verfahren entwickelt, das bisher nur schwer zu recycelnde Kunststoffe wie Flaschen aus Polyethylen, Strümpfe aus Polyamid – auch bekannt unter dem Markennamen Nylon – oder Polyurethanschaum in reinen Wasserstoff und nützliche Grundstoffe für die chemische Industrie zerlegt.
Dafür werden ein Katalysator, im vorliegenden Fall Molybdänsulfid und kleine Mengen Cobalt, verdünnte Schwefelsäure und Sonnenlicht benötigt. Besonders geringe Anforderungen können dabei an die Säure gestellt werden, die laut der in Joule(öffnet im neuen Fenster) veröffentlichten Studie aus alten Bleiakkumulatoren für Pkw stammte.
Die Forschungsgruppe hob hervor, dass mit der Nutzung alter Autobatterien eine bisher kaum genutzte Ressource zum Einsatz komme. Die enthaltene Schwefelsäure, die für das Verfahren nicht extra aufbereitet werden muss, wird üblicherweise aufwendig neutralisiert, um anschließend entsorgt oder für andere Zwecke wiederverwendet zu werden.
Bisher schwer zu entsorgende Stoffe genutzt
Parallel dazu müssen die genutzten Kunststoffe nicht in Reinform in der Säure aufgelöst werden, sondern können gemischt zugegeben werden. Insbesondere solche gemischten Kunststoffe gelten derzeit als besonders aufwendig beim Recycling.
Der Katalysator soll trotz der Zugabe des seltenen Cobalts in größeren Menge bereitgestellt werden können. Der Anteil des Cobalts ist gering und Molybdänsulfid kann zudem in natürlicher Form gewonnen werden.
Erzeugung großer Mengen Wasserstoff denkbar
Weil der Umgang mit verdünnter Schwefelsäure im industriellen Maßstab bereits etabliert ist, zeigte sich Erstautor Papa Kay Kwarteng zuversichtlich, dass der Prozess im großen Maßstab funktioniert. Der mit einfachen Mittel selbstgebaute Reaktor blieb laut der Studie elf Tage lang stabil und erzeugte auf gleichbleibendem Niveau Wasserstoff.
In einem 20 Liter großen Gefäß waren es 60 Milliliter H 2 alle 24 Stunden. Die Menge ist zwar kaum der Rede wert, aber mit Plastik, zu entsorgender Säure und Sonnenlicht als Ausgangsstoffe erscheine der Prozess vielversprechend, erklärte Forschungsleiter Erwin Reisner(öffnet im neuen Fenster) .
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