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H2-Leitungen: Wasserstoffkernnetz erreicht Leistung von über 100 Gigawatt

Bis 2032 sollen Wasserstoffleitungen alle Bundesländer verbinden. Simulationen zeigen, dass dieses Netz die Leistung aller Kraftwerke puffern könnte.
/ Mario Petzold
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Wasserstoffleitung zu einem Stahlwerk in Duisburg (Bild: Getty Images/Ina Fassbender)
Wasserstoffleitung zu einem Stahlwerk in Duisburg Bild: Getty Images/Ina Fassbender

9.000 km lang soll das deutsche Wasserstoffkernnetz im Jahr 2032 sein. Simulationen des Fraunhofer-Instituts für Algorithmen und wissenschaftliches Rechnen(öffnet im neuen Fenster) zeigen, welche Leistung das geplante Netz in Stunden mit maximaler Belastungen bereitstellen kann.

Im Szenario mit hoher Nachfrage der Chemie- und Stahlindustrie sowie schwacher Produktion aus Windkraft- und Solaranlagen wird erwartet, dass das Wasserstoffnetz 26 Gigawatt Leistung beisteuern kann. Berücksichtigt wurden dabei auch die potenziell verfügbaren Elektrolysekapazitäten und europäische Energieimporte.

Größtenteils gibt es das Wasserstoffnetz bereits

Im verwendeten Modell, das die Strömung, die Dichte des Wasserstoffs und somit den Druck in den Leitungen sowie das Einspeisevermögen darstellen kann, wurde die entnehmbare Leistung anschließend immer weiter gesteigert. Das soll die Zukunftsfähigkeit des geplanten Netzes zeigen.

Laut der Analyse(öffnet im neuen Fenster) , die frei zugänglich abrufbar ist, können bis zu 110 Gigawatt Leistung entnommen werden. Der Wert ist 20 Prozent höher als die Summe der Leistungswerte sämtlicher deutscher Kraftwerke(öffnet im neuen Fenster) mit mehr als 100 Megawatt Einzelleistung.

Zumindest für kurze Zeit könnte das Wasserstoffnetz somit den gesamten deutschen Energiebedarf decken, sofern das nötig wäre und genügend Wasserstoff in das Netz eingespeist werden kann. Die geplanten Leitungen, die zu etwa der Hälfte aus umgewidmeten Gasleitungen bestehen sollen, würden nach der Simulation bis mindestens 2040 den Bedarf decken können.

Zukünftig mehr Kapazität nötig

Das Forschungsteam geht allerdings davon aus, dass um das Jahr 2045 eine Spitzenleistung von mehr als 170 Gigawatt abrufbar sein müsste. Das würde dann jedoch Teile des Wasserstoffnetzes überlasten, weshalb größere Durchmesser oder parallele Trassen eingeplant werden müssten.

In ganz Europa soll das Netz bis 2050 eine Gesamtlänge von 50.000 km erreichen. Fast 38.000 km davon könnten aus umgerüsteten Gasrohren bestehen, so dass nur ein kleiner Teil neu gebaut werden müsste.

Genau das soll in den nächsten Jahren geschehen. Während die Leitungen in der Regel genutzt werden können(öffnet im neuen Fenster) , müssen Dichtungen und Armaturen an die neuen Anforderungen angepasst werden. Auch die Verdichter, die den Wasserstoff in das Leitungsnetz einspeisen, werden gerade noch entwickelt.


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