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H2 als Energiespeicher: Großmotor nutzt reinen Wasserstoff zur Stromerzeugung

Im Gegensatz zu Gasturbinen läuft der Motor schon jetzt ausschließlich mit Wasserstoff. Grundlage ist ein Diesel-Schiffsmotor.
/ Mario Petzold
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Der stationär genutzte Schiffsmotor wird im praktischen Betrieb getestet. (Bild: Wärtsilä)
Der stationär genutzte Schiffsmotor wird im praktischen Betrieb getestet. Bild: Wärtsilä

Der finnische Motorenspezialist Wärtsilä(öffnet im neuen Fenster) hat im nordspanischen Bermeo einen zu 100 Prozent mit Wasserstoff betreibbaren Motor installiert. Er ist mit dem spanischen Stromnetz verbunden und speist bei Bedarf in dieses ein.

Nach Angaben des Unternehmens handelt es sich um den ersten Motor, der im praktischen Einsatz H2 nutzt, wobei es sich aber noch um eine Versuchsanlage handelt, in der die optimalen Motoreinstellungen untersucht werden. Erst im Februar hatte die MAN-Tochter Everllence in Augsburg einen ähnlichen Motor präsentiert, der jedoch nur in einem Prüfstand lief.

Wärtsilä hingegen testet den Motor, der eine Leistung von 10 Megawatt erreicht, im praktischen Einsatz. Das Modell 31H2(öffnet im neuen Fenster) war ursprünglich als Schiffsmotor entworfen worden und kann nahezu jeden fossilen Treibstoff verbrennen, wobei Wasserstoff zusätzliche Herausforderungen bereithält.

Ganz anderes Verhalten beim Verbrennen

Anders als Diesel, Benzin oder auch Erdgas verbrennt Wasserstoff um ein Vielfaches schneller und die Flammen werden heißer. Die genaue Taktung, die eingespritzte Menge und die Abgasabführungen mussten deshalb angepasst werden. Laut Hersteller läuft diese Testphase bereits seit 2020, um auf eine Quote von 100 Prozent Wasserstoff zu kommen.

Hinzu kommt, dass Wasserstoff wesentlich aggressiver mit anderen Materialien reagiert. Er kann in bestimmte Legierungen eindringen und zerstört Dichtungen, die üblicherweise für fossile Energieträger bestimmt sind.

Motor liegt vor Gasturbine

Anders als bei Kolbenmotoren, wo diverse Hersteller bereits die Quote von 100 Prozent Wasserstoff vermelden konnten, gibt es dies bei Gasturbinen noch nicht. Hier werden in der Regel Volumenanteile von 30 bis 75 Prozent erreicht, was einem Massenanteil des Wasserstoffs von 5 bis 25 Prozent entspricht.

Auf eine große Gasturbine, die mit reinem Wasserstoff betrieben werden kann, muss wohl noch einige Jahre gewartet werden. Gut möglich also, dass deshalb zuerst umgebaute Schiffsmotoren als Backup-Lösung ins Stromnetz integriert werden, vorausgesetzt, die Wasserstoffproduktion läuft ebenfalls an.


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