Kein Codec für alle

Schon bei HEVC hat sich gezeigt, dass der Codec nur eine vergleichsweise langsame Verbreitung im Web findet und hier von einigen Firmen gar nicht genutzt wird. Das gilt etwa bei Google für Youtube, das stattdessen auf VP9 und künftig auch auf AV1 setzt. Dass sich HEVC hier nicht so stark verbreitet, liegt wohl vor allem an der schwierigen Patentsituation mit mehreren Konsortien, die die Kosten des Einsatzes vor allem im Vergleich zu AVC deutlich erhöhen und auch schwer kalkulierbar machen.

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Der Codec AV1 sowie die Aomedia sind als Gegensatz dazu entstanden, um eben einen Codec zu erstellen, für den keine Kosten für Patentlizenzen anfallen. Welche eventuellen Kosten hingegen für VVC nötig sind, ist derzeit überhaupt nicht abzusehen. Allerdings gibt es bereits mit dem MC-IF ein Konsortium für VVC, in dem sich mit HEVC Advance auch eines der Patenkonsortien für HEVC findet. Ob sich hier auch die anderen Organisationen anschließen, ist aber noch nicht klar.

Es ist zusätzlich dazu davon auszugehen, dass die Unterstützung für AV1 sowie für mögliche Nachfolger durch große Streamingplattformen wie eben Netflix oder Youtube erhalten bleiben. Darüber hinaus gibt es bereits verfügbare Hardware-Decoder für AV1, was ebenfalls dafür spricht, dass der freie Codec lange im Markt genutzt werden wird. VVC wird es hier sehr schwer haben, sich ohne ein wirklich neues Konzept in Bezug auf die Kosten durchzusetzen. Das sieht auch der MPEG-Gründer ähnlich.

Möglich erscheint jedoch, dass die Industrie rund um das klassische Fernsehen sowie auch das alte Standardisierungsgremium der IT-Industrie künftig auf VVC setzen. So berichtet etwa der Ausrichter der IBC-Fachmesse von ersten Tests zur Übertragung von VVC-Inhalten per DVB-S2, also über Technik des linearen Fernsehens. Inwiefern sich VVC hier der Konkurrenz von AV1 erwehren kann, bleibt abzuwarten.

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Im besten Fall wird VVC künftig eben noch für genau diese Nische genutzt, die jedoch langfristig immer mehr an Relevanz verliert und vom Internet-Streaming verdrängt wird. Dass sich künftig zusätzlich dazu noch physische Medien mit VVC einen relevanten Markt erarbeiten können, ist angesichts der bereits sehr übersichtlichen Situation der UHD-Blu-Ray mit HEVC wohl nicht anzunehmen. Auch hier scheint die Konkurrenz durch das Streaming zu groß. Die Zukunft für VVC wird also durchaus schwer.

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