H.264 und H.265-Codes: Nokia verklagt Amazon Prime und Twitch in Deutschland

Nokia geht gegen Amazon Prime und Twitch sowie gegen HP vor. Mehrere Patente würden dort mit Video-Streaming verletzt.

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Nokia-Konzernchef Pekka Lundmark im Februar 2023 auf dem MWC in Barcelona
Nokia-Konzernchef Pekka Lundmark im Februar 2023 auf dem MWC in Barcelona (Bild: JOSEP LAGO/AFP via Getty Images)

Nokia verklagt Amazon (Nr. 1:23-cv-01236) und HP (1:23-cv-01237) vor einem Bundesgericht in Delaware, weil sie mehrere Nokia-Patente zu H.264 und H.265 mit Video-Streaming verletzen würden. Entsprechende Klagen gegen Amazon laufen auch in Deutschland, Indien und Großbritannien sowie beim Europäischen Patentgericht, gab Nokia in einem Blogbeitrag bekannt.

Laut Nokias Darstellung würden die Streaming-Dienste Prime Video und Twitch von Amazon sowie die Computer von HP bei Komprimierung und Bereitstellung von Streaming-Videos Patentrechte des finnischen Konzerns verletzen. Im Jahr 2014 hatte Amazon für 970 Millionen US-Dollar Twitch übernommen. Amazon und HP weigerten sich, Lizenzen für die Patente zu erwerben und nutzten stattdessen Nokias Technologie, um effizienteres Video-Streaming in hoher Qualität zu ermöglichen, heißt es in der Klageschrift.

Ein Amazon-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab und verwies auf laufende Rechtsstreitigkeiten. HP antwortete ebenfalls nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.

Patente können technische Entwicklung hemmen

Zu H.264 oder AVC erwirkte Nokia in einem Patentstreit im Oktober 2020 vor Gericht einen vorübergehenden Verkaufsstopp von Lenovo-Computern.

Für den Nachfolge-Codec alias HEVC ist die Lage komplizierter. So konkurrieren mehrere Konsortien sowie einzelne Unternehmen um die Patentzahlungen der Nutzer der Technik. Viele Unternehmen verzichteten deshalb auf den Einsatz des Codecs. Andere setzen HEVC nur dort ein, wo es unbedingt notwendig ist, etwa Netflix für einige UHD-Inhalte, die alternativ aber auch auf VP9 setzen.

Nokia, ein Ausrüster für Mobilfunk- und Festnetztechnologie, hatte am 19. Oktober 2023 eine weitere Welle von Massenentlassungen angekündigt. Bis Ende 2026 werden rund 14.000 Arbeitsplätze abgebaut, nachdem der Gewinn im dritten Quartal eingebrochen war. Der finnische Konzern hat derzeit 86.000 Beschäftigte. Nokia werde seine Kostenbasis senken und die Betriebseffizienz steigern, um "dem herausfordernden Marktumfeld zu begegnen". Nokia erwirtschaftete im dritten Quartal einen Nettoumsatzrückgang von 20 Prozent auf 4,98 Milliarden Euro. Der Gewinn sank im Berichtszeitraum im Vergleich zum Vorjahr um 69 Prozent auf 133 Millionen Euro. Zuletzt hatte Nokia im Jahr 2021 massiv Stellen abgebaut.

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