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H-1B-Visa: Apple und Google warnen Mitarbeiter vor Auslandsreisen

Tech-Konzerne raten Mitarbeitern mit H-1B-Visa von internationalen Reisen ab. Grund sind drastisch verlängerte Bearbeitungszeiten bei US -Konsulaten.
/ Michael Linden
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Pass wird gestempelt. (Symbolbild) (Bild: KI-generiert mit NanoBanana)
Pass wird gestempelt. (Symbolbild) Bild: KI-generiert mit NanoBanana

Apple und Google haben Mitarbeiter mit H-1B-Visa über ihre Anwaltskanzleien kontaktiert und ihnen empfohlen, internationale Reisepläne zu überdenken. Termine für Visa-Stempel sind bei einigen US-Botschaften und Konsulaten teils nach erst einem Jahr zu bekommen, wie aus internen Memos hervorgeht, die Business Insider vorliegen(öffnet im neuen Fenster) .

Die Hinweise betreffen vor allem Arbeitnehmer, die nach Auslandsreisen einen Visa-Stempel benötigen, um wieder in die USA einzureisen. Die Anwaltskanzleien beider Unternehmen nennen eine neue Prüfung von Social-Media-Aktivitäten als Grund für die Verzögerungen.

Neue Prüfverfahren betreffen mehrere Visa-Kategorien

Die Kanzlei BAL Immigration Law, die für Google Einwanderungsfragen bearbeitet, informierte Mitarbeiter, dass die Verzögerungen mehrere Visa-Kategorien beträfen. Das Memo erwähnt konkret H-1B- und H-4-Visa sowie die Kategorien F, J und M.

"Bitte beachten Sie, dass einige US-Botschaften und Konsulate erhebliche Verzögerungen bei Terminen für Visa-Stempel haben, die derzeit mit bis zu 12 Monaten angegeben werden" , heißt es in der Mitteilung an die Mitarbeiter. Die Social-Media-Prüfung gilt nun auch für H-1B-Arbeitnehmer und ihre Angehörigen.

Fragomen, die Anwaltskanzlei von Apple, versandte vergleichbare Hinweise an die Visa-Inhaber des Unternehmens. Die Kanzlei riet Arbeitnehmern, die ihre Reisen nicht verschieben können, sich vor der Abreise mit Apple und dem Rechtsteam in Verbindung zu setzen, um mögliche Risiken zu besprechen.

Jüngste Änderungen schaffen Unsicherheit

Im September kündigte die US-Regierung an, eine jährliche Gebühr von 100.000 Dollar für H-1B-Visa einzuführen. Die Regierung stellte später klar, dass die Gebühr für zukünftige Antragsteller und nicht für aktuelle Visa-Inhaber gelte.

Tech-Unternehmen reagierten schnell und beeilten sich, betroffene Mitarbeiter vor einer möglichen Umsetzung in die USA zurückzuholen. Die Gebührenerhöhung veranlasste Kalifornien in diesem Monat dazu, eine Klage einzureichen, um die Kostenänderungen zu blockieren.

Das H-1B-Programm(öffnet im neuen Fenster) erlaubt es US-Arbeitgebern, ausländische Arbeitskräfte temporär für spezialisierte Tätigkeiten einzustellen. Tech-Unternehmen sind stark auf das Programm angewiesen, um bestimmte Positionen zu besetzen.

Reisebeschränkungen könnten Mobilität der Belegschaft beeinträchtigen

Die aktuelle Situation könnte den Geschäftsbetrieb von Unternehmen mit weltweiten Niederlassungen und internationalen Projekten erschweren. Arbeitnehmer mit H-1B-Visa müssen normalerweise einen Visa-Stempel bei einem US-Konsulat im Ausland beantragen, wenn sie das Land verlassen und zurückkehren möchten. Ohne gültigen Stempel wird die Wiedereinreise problematisch, unabhängig davon, ob die zugrundeliegende Visa-Genehmigung noch aktiv ist.

Die Dauer der möglichen Verzögerungen variiert je nach Standort und Visa-Kategorie. Einige Konsulate haben kürzere Wartezeiten, während andere mit Rückständen von vielen Monaten kämpfen.

Weder Apple noch Google äußerten sich öffentlich zu den internen Hinweisen an die Mitarbeiter. Die Unternehmen beschäftigen Tausende Arbeitnehmer mit H-1B-Visa in ihren US-Niederlassungen.


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