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Gwynne Shotwell: SpaceX spricht offen über ein eigenes Mobilfunknetz

SpaceX plant offenbar den Aufbau eines Mobilfunknetzes in den USA und könnte damit vom D2D-Partner zum direkten Konkurrenten für T-Mobile, AT&T und Verizon werden.
/ Achim Sawall
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Gwynne Shotwell, Präsidentin und Chief Operating Officer (COO) von SpaceX beim IPO am 12. Juni 2026 (Bild: Spencer Platt/Getty Images)
Gwynne Shotwell, Präsidentin und Chief Operating Officer (COO) von SpaceX beim IPO am 12. Juni 2026 Bild: Spencer Platt/Getty Images

SpaceX hat erneut Informationen zu einem eigenen Mobilfunknetz in den USA veröffentlicht. Wie laut einem Bericht der britischen Financial Times(öffnet im neuen Fenster) vier mit der Angelegenheit vertraute Personen berichten, erklärte Gwynne Shotwell, Präsidentin und Chief Operating Officer (COO) des Unternehmens, kürzlich im Rahmen einer Roadshow für den Börsengang, dass die Gruppe die Einführung eines Starlink-Produkts für Endkunden erwäge und ein eigenes terrestrisches Mobilfunknetz in den USA aufbauen könnte.

Neben seiner Internetversorgung mit den Starlink-Satellitenschüsseln bietet Starlink mit Evolved-Node-B-Modems in vielen seiner Satelliten ein schmalbandiges D2D-Netz für Smartphones.

Starlink würde damit in direkte Konkurrenz zu den drei großen US-Netzbetreibern Verizon Wireless, AT&T und T-Mobile US treten. Mit T-Mobile, die US-amerikanische Tochter der Deutschen Telekom, hat Starlink eine Kooperation, die als T-Satellite vermarktet wird. Die großen Mobilfunkbetreiber decken nur etwa 70 bis 75 Prozent der Landmasse der USA ab, daher besteht dort ein ganz anderer Bedarf.

Bevorzugte Lösung für Konnektivität

In dem IPO-Prospekt erklärte SpaceX, man erwarte zwar, dass der Starlink-Mobilfunkdienst "vor allem für Kunden in abgelegenen Gebieten, die nicht von terrestrischen Mobilfunknetzen abgedeckt werden, von größtem Nutzen sein wird". Die langfristigen Ambitionen reichen jedoch weiter. Mit der Verbesserung der Leistungsfähigkeit und des Wachstums der Satellitenkonstellation, so der Prospekt, strebe das Unternehmen an, "für unsere Kunden – unabhängig von ihrem Standort, ob ländlich, vorstädtisch oder städtisch – die bevorzugte Lösung für Konnektivität zu sein."

Elon Musk antwortete bereits im September 2025 auf die Frage, ob Starlink eines Tages weltweit satellitengestützten Mobilfunkdienst bereitstellen und eine Alternative zu traditionellen Anbietern wie AT&T werden werde: "Das wäre eine der Optionen."

Neue Frequenzauktion in den USA

Gegenwärtig hat Starlink mit Direct-to-Device eine Kapazität, die nur Potenzial für SMS und Sprachtelefonie hat. Starlink könnte jedoch Netzkapazität bei den Mobilfunkbetreibern einkaufen und als virtueller Mobilfunkbetreiber (MVNO – Mobile Virtual Network Operator) starten oder tatsächlich ein eigenes Netz aufbauen.

Erst am 23. Juni 2026 endete eine Frequenzauktion der Federal Communications Commission (FCC) mit dem Verkauf(öffnet im neuen Fenster) von 200 AWS-3-Lizenzen. Es wurden mehr als 3,5 Milliarden US-Dollar eingenommen. Die Auktion begann am 2. Juni und endete nach 72 Runden. Die FCC wird die Liste der Gewinner voraussichtlich in den kommenden Tagen veröffentlichen. Dann wird sich auch zeigen, welche Rolle SpaceX dabei gespielt hat. Insgesamt waren 17 Unternehmen zur Teilnahme an der Auktion zugelassen. AWS steht in diesem Kontext nicht für Amazon Web Services, sondern für Advanced Wireless Services. Es handelt sich um lokal verstreute Frequenzen im Mid-Band in den Bereichen 1700 MHz für den Uplink und 2100 MHz für den Downstream.


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