GW4 und Mont-Blanc-Projekt: In Europa entstehen zwei ARM-Supercomputer

Neue ARM-Server basierend auf Caviums ThunderX2: Die GW4-Allianz und das Mont-Blanc-Projekt planen HPC-Systeme. Gebaut werden sie von Bull (Atos) und Cray, eines ist ein Prototyp für Exascale-Computing. Daran arbeitet auch China.

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Symbolbild eines Server-Schranks
Symbolbild eines Server-Schranks (Bild: Bull/Atos)

Die britische GW4-Allianz (Great Western 4) und das europäische Mont-Blanc-Projekt haben neue Supercomputer angekündigt, die teilweise oder vollständig auf Prozessoren mit ARM- statt x86-Architektur setzen. Seitens der GW4-Allianz, bestehend aus den Universitäten von Bath, Bristol, Cardiff und Exeter, kommt ein Produktivsystem namens Isambard, benannt nach dem britischen Ingenieur Isambard Kingdom Brunel, der am Bau des Great Western Railway beteiligt war. Das Mont-Blanc-Projekt arbeitet an einem Prototyp namens Mont-Blanc 3, der die Grundlage für Supercomputer der Exascale-Klasse legen soll.

  • Der Isambard-Supercomputer nutzt ARM-Kerne. (Bild: University of Bristiol)
  • Der Mont-Blanc-Prototyp nutzt Sequana-Blades (Bild: Bull/Atos)
  • Darin stecken Caviums ThunderX2. (Bild: Bull/Atos)
  • Das System soll den Weg für Exascale-Computing bereiten. (Bild: Bull/Atos)
Der Isambard-Supercomputer nutzt ARM-Kerne. (Bild: University of Bristiol)
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Der Isambard-Supercomputer wird von Cray gebaut und setzt auf über 10.000 ARMv8-Kerne, auf Xeon-x86-Prozessoren sowie Xeon-Phi-Knights-Landing-Beschleuniger von Intel und Tesla-P100-Rechenkarten von Nvidia. Welche ARMv8-Chips verwendet werden, hat die GW4-Allianz nicht verraten. Da Cray aber schon früher mit Cavium zusammengearbeitet hat, erscheint es uns wahrscheinlich, dass die Wahl auf ThunderX oder ThunderX2 gefallen sein dürfte. Die Chips weisen bis zu 54 Kerne mit einem von Cavium entwickelten Design auf. Das Isambard-System soll zwischen März und Dezember 2017 installiert werden und kostet 5,8 Millionen US-Dollar.

Caviums ThunderX2 mit Warmwasserkühlung

Vom Mont-Blanc-Projekt stammt ein unbenanntes System, das vollständig auf ThunderX2-Prozessoren basieren wird. Es besteht aus Bulls Sequana-Blades mit zwei CPUs pro Blade, die über den neuen Bull Exascale Interconnect (BXI) miteinander kommunizieren. Die Chips werden per Warmwasserkühlung auf Temperatur gehalten, Bull spricht von 64.000 einzelnen Nodes. Mit dem Prototyp soll getestet werden, wie Hardware, Betriebssystem und Applikationen skalieren. Ziel ist es, die Plattform für Exascale-Computing zu evaluieren.

China möchte ebenfalls noch 2017 ein HPC-System fertiggestellt haben, das als Exascale-Prototyp verwendet wird. Zhang Ting, ein Application Engineer des National Supercomputer Center, zufolge soll der eigentliche im Jahr 2020 folgen. Das NSC hat mit dem Sunway Taihu Light (93 Petaflops) das derzeit weltweit schnellste System, die USA möchten das ändern: Der Sierra-Supercomputer des Lawrence Livermore National Laboratory soll über 100, der Summit des Oak Ridge National Laboratory 150 bis 300 und der Aurora des Argonne National Laboratory gar 180 bis 450 Petaflops erreichen.

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