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GVG Glasfaser: Bahn-Glasfaser hilft beim Ausbau in ländlichen Regionen

Glasfaser entlang der Schiene wird noch viel zu wenig genutzt. GVG Glasfaser mietet jetzt mehrere Strecken für seine Marke Teranet bei der Deutschen Bahn an.
/ Achim Sawall
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Glasfaser bei der Bahn liegt entlang der Schiene in oberirdischen Kabelkanälen. (Bild: DB Broadband)
Glasfaser bei der Bahn liegt entlang der Schiene in oberirdischen Kabelkanälen. Bild: DB Broadband

Der Netzbetreiber GVG Glasfaser mietet mehrere Glasfaserstrecken entlang der Schiene der Deutschen Bahn an. Das hat Golem.de von dem Kieler Unternehmen erfahren. GVG Glasfaser bekommt damit Zugang zu unbeschalteter Dark Fiber der Bahntochter DB Broadband. Man profitiere "insbesondere in ländlichen und abgelegenen Regionen von der bereits vorhandenen Glasfaser-Infrastruktur der Bahn" , sagte GVG-Chef Michael Gotowy.

GVG Glasfaser wurde im Jahr 2011 in Kiel gegründet und baut speziell in ländlichen Regionen mit ihrer bundesweiten Marke Teranet und der regionalen Marke Nordischnet aus. Geboten wird Internet, Telefonie sowie Fernsehen. Die Datenübertragungsrate reicht bis zu 1 GBit/s symmetrisch. GVG Glasfaser ist in rund 260 Kommunen in Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hessen, Bayern und Baden-Württemberg aktiv und zählt circa 127.000 Kunden. Im Jahr 2023 kamen Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen hinzu.

Mit der Nutzung der entlang der Bahntrassen verlegten Glasfaser spart die GVG Tiefbau- und Planungsressourcen. Zunächst nutzt man je eine Trasse in Hessen über 52 Kilometer und zwei kürzere in Bayern mit 15 Kilometern und Baden-Württemberg (12 Kilometer). Die Nutzung der Bahntrassen binde das GVG-Kernnetz kürzer und effizienter an "die einzelnen Ausbaugebiete an" .

Christian Humpert, Vorsitzender der Geschäftsführung bei DB Broadband, sagte: "Unser Glasfasernetz umfasst mittlerweile rund 22.000 Kilometer, wir bieten Glasfasertrassen bereits an zwei Dritteln der gesamten Schienenwege in Deutschland an."

Alle zwei Kilometer eine Muffe

DB Broadband habe alle zwei Kilometer eine Muffe, von da aus könne bis zur Grundstücksgrenze ein Spleiß gesetzt werden. Das sagte Humpert im April 2022 auf der Connected Germany in Mainz. "Jeder Partner, der ein Dorf anschließen will, kann da punktgenau den Übergabeschacht hinsetzen."

DB Broadband würde dann den Verkehr aus dem Dorf oder Gewerbegebiet mit dem Partner "abfahren" . Humpert sagte: "Die Glasfaserkabel der Bahn sind ja niemals entlang irgendwelcher Topologien für die Telco-Industrie gebaut worden, sondern weil die Bahn sie entlang ihrer Schienen selber brauchte. Das mag als Nachteil erscheinen, ist aber ein Vorteil, weil wir heute da sind, wo noch keiner so richtig mit Glasfaser ist." Mit DB Broadband sei darum auch ein Zugang in entlegene Ecken möglich.

Perspektivisch bis zum Jahr 2026/27 werde das Glasfasernetz auf 33.400 Kilometer ausgebaut, erklärte Humpert.


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