Guo Ping: Huawei kann langfristig Telekomausrüstung liefern

Während es bei Smartphones im kommenden Jahr eng wird, kann Huawei seine Mobilfunk- und Festnetztechnik ohne Probleme weiter liefern. Der Handelskrieg der USA trifft den falschen Bereich.

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Guo Ping, Rotating Chairman bei Huawei, spricht auf der Connect 2020.
Guo Ping, Rotating Chairman bei Huawei, spricht auf der Connect 2020. (Bild: Huawei)

Huawei hat genügend Chips eingelagert, um trotz Handelskrieg der USA gegen das Unternehmen seine Mobilfunk- und Festnetzausrüstung langfristig weiter auszuliefern zu können. Das sagte Guo Ping, Rotating Chairman bei Huawei, am 23. September 2020 in Schanghai. Die Konzernbereiche Carrier und Enterprise seien gesichert, betonte er.

Die Angriffe der US-Regierung auf Huawei richten sich gegen deren technischen Vorsprung bei der 5G-Mobilfunkausrüstung. Guo sagte, dass Huawei aber über genügend Chips für seine Business-to-Business-Aktivitäten einschließlich 5G verfüge, aber die US-Beschränkungen bei seinen Beständen für Smartphone-SoCs deutlich spüre. Für Smartphones benötigt Huawei natürlich erheblich höhere Stückzahlen von SoCs, die sich zudem bei den Premiumgeräten mit jeder Generation ändern. Bei Netzausrüstung kann eine Chipgeneration dagegen oft jahrelang eingesetzt werden.

Der Bereich Consumer, zu dem Smartphones gehören, ist inzwischen der umsatzstärkste von Huawei, höhere Gewinne werden aber mit Telekomausrüstung erwirtschaftet. Huawei ist weltweit der größte Handyhersteller und Telekommunikationsausrüster.

"Die USA haben ihre Sanktionen zum dritten Mal geändert, und das hat unsere Produktion und unseren Betrieb in der Tat vor große Herausforderungen gestellt", sagte Guo auf dem Huawei Connect Tech-Forum in Schanghai.

Mit einem am 15. Mai 2019 erlassenen Dekret hatte US-Präsident Donald Trump den nationalen Notstand für die Telekommunikation erklärt. Das US-Handelsministerium untersagte alle Geschäfte, die "ein Risiko für die USA darstellen" und setzte Huawei auf die sogenannte Entity-Liste. Die USA werfen Huawei vor, die Iran- und Nordkorea-Sanktionen verletzt, US-amerikanisches geistiges Eigentum gestohlen sowie Hintertüren für den chinesischen Geheimdienst in seiner Mobilfunkausrüstung eingebaut zu haben, was Huawei bestreitet. Belege für die Anschuldigungen wurden von den USA nicht vorgelegt. Durch das im Juli 2020 folgende Nutzungsverbot von US-Technologie für Huawei kann der weltgrößte Auftragsfertiger TSMC keine SoCs mehr für Huaweis Chipbereich Hisilicon produzieren. Huawei sei bereit, Qualcomm-Chips in seinen Smartphones zu verwenden, sollte Qualcomm eine Lizenz erhalten, erklärte Guo. Qualcomm bemüht sich intensiv um eine Freigabe.

Intel hat erneut Lizenzen für die Lieferung bestimmter Produkte an Huawei erhalten, während Chinas Semiconductor Manufacturing International Corp (SMIC), das Maschinen aus den USA zur Herstellung von Chips für Huawei verwendet, eine Lizenz beantragt hat, berichtete Reuters zuvor.

Huawei und Intel stellten in Schanghai sogar gemeinsam den FusionServer Pro V6 der nächsten Generation vor, der auf einem Intel Xeon Scalable-Prozessor basiert.

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