Weniger Authentizität beim Gitarrespielen
Der Spielfluss ist bis ins letzte Detail clever erdacht. Eine stabile Breitband-Internetleitung vorausgesetzt, konnten wir uns kaum von dem Spiel trennen, weil wir immer wissen wollten, welcher Titel uns als Nächstes präsentiert wird. Und hat man erst einmal angefangen zu spielen, hört man auch nicht mittendrin einfach auf. Wir hätten nicht gedacht, dass dieser Überraschungsfaktor und der Liveansatz der TV-Stationen so gut funktionieren würden.
Optional ist es auch möglich, Songs einzeln anzuwählen und zu spielen. Jeder Durchgang muss dann allerdings mit einem Token bezahlt werden. Token werden durch das generelle Spielen gesammelt - uns gingen sie im Verlauf des Tests nicht aus. Trotzdem kann es nicht über den Fakt hinwegtäuschen: In Guitar Hero Live gehört dem Spieler kein einziger Song und er kann sie auch nicht erwerben. Einzig das Ausleihen der kompletten Songbibliothek für 24 Stunden ist für 6 Euro möglich.
Für weitere Motivation sorgen die sogenannten Premium-Events. Spieler schalten sie durch das generelle Mitspielen bei den Musiksendern frei oder können sie mit einer weiteren Ingame-Währung, den Hero-Points, direkt kaufen. Die Premium-Events beinhalten zeitexklusive Musiktitel (aktuell zum Beispiel "We are the Champions") und können nur einmalig angegangen werden, bevor ein erneutes Freispielen/Kaufen ansteht. Das sorgt für Nervenkitzel beim Auftritt. Allgemein ist der permanente Onlinevergleich mit anderen Guitar-Hero-Live-Spielern am linken Bildschirmrand in einem Ranking sinnvoll integriert.
Kein echtes Gitarrenfeeling
Guitar Hero Live setzt im Gegensatz zu Rock Band auf ein neues Layout bei den Fret-Buttons. Statt fünf Knöpfen befinden sich auf den Guitar-Hero-Gitarren zwei mal drei Knöpfe. So werden für Eingaben nur mehr Zeige- bis Ringfinger genutzt.
Das neue Layout fordert einige Umgewöhnung vom Spieler, macht dann allerdings Spaß und ermöglicht Handgriffe auf zwei Ebenen, deren Meistern viel Fingerfertigkeit voraussetzt. Wir haben allerdings ein Problem mit dem neuen System: Es ist nicht authentisch.
Zum einen führen wechselnde Eingaben auf dem Controller zu im Song identischen Melodiefolgen, was wenig Sinn ergibt. Manchmal spielen wir den Refrain eines Songs mit der unteren Tastenreihe, wenig später spielen wir ihn mit einem Mix aus der unteren und oberen Reihe, bei gleicher Melodiefolge.
Außerdem vermissen wir die Logik einer echten Gitarrensaite, die die Vorgänger simulierten. Wenn eine weiter innerhalb liegender Akkord am Bund gedrückt wurde, war es egal, ob Spieler die weiter hinten liegenden Tasten ebenfalls gedrückt hielten. Die Eingaben blieben dennoch korrekt, da eine Gitarre immer noch den richtigen Ton spielen würde. In Guitar Hero Live funktioniert das nur noch bei einzelnen Noten, ansonsten muss aber muss immer genau die richtige Kombination an Buttons gedrückt werden, um zu punkten. In diesem Fall hinterlässt Rock Band 4 mit seinen klassischen Gitarren einen viel stimmigeren Eindruck.
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| Guitar Hero Live vs. Rock Band 4: Beim einen klickt's, beim anderen nicht | Viel Altes, wenig Neues bei Rock Band 4 |










Vielen Dank für die Antwort.
Guitar Hero und Rockband haben mit Rocksmith maximal die Oberfläche auf'm Bildschirm...
Funktionieren tatsächlich alle alten Instrumrnte mit Rock Band 4? Laut den Harmonix Foren...