Guillemot gewinnt: Ubisoft wehrt Übernahme durch Vivendi endgültig ab

In den vergangenen drei Jahren hat Vivendi über ein Viertel des Aktienkapitals von Publisher Ubisoft erworben, eine Übernahme drohte. Nun gibt der Medienkonzern seine Pläne auf und steigt komplett aus - dafür kommen der chinesische Internetgigant Tencent und eine kanadische Pensionskasse an Bord.

Artikel veröffentlicht am , Stephan Freundorfer
Der Kampf gegen Vivendi hat die Mitarbeiter von Ubisoft zusammengeschweißt.
Der Kampf gegen Vivendi hat die Mitarbeiter von Ubisoft zusammengeschweißt. (Bild: Ubisoft)

Mehrere Jahre schon dauert der Kampf von Ubisoft-Mitgründer und -Geschäftsführer Yves Guillemot gegen Vivendi: Der französische Medienkonzern hat kontinuierlich seine Beteiligung an dem 1986 gegründeten Traditionshersteller gesteigert, heute hält er als größter Anteilseigner 27,3 Prozent von Ubisofts Aktienkapital. Nun hat Guillemot gesiegt: Vivendi wird sämtliche Ubisoft-Aktien abstoßen und sich in den kommenden fünf Jahre auch keine neuen mehr zulegen.

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Bereits 2016 gingen Guillemot und Ubisoft aggressiv in die Öffentlichkeit mit ihrer Ablehnung einer Übernahme durch Vivendi. Unter dem Motto "We are Ubisoft" ließ man die Mitarbeiter vom Unternehmen und von kreativer Unabhängigkeit schwärmen. Am Abend des 20. März 2018 scharten sich ein paar Dutzend von ihnen für ein Foto hinter Yves Guillemot, der auf seiner offiziellen Facebook-Seite jubelte: "Wir haben's geschafft! Danke und Bravo an die unglaublichen Teams von Ubisoft für ihre erstaunliche Leidenschaft und Entschlossenheit." Der Grund für die Freude des Ubisoft-Chefs: Vivendi ist ganz offiziell raus aus dem Unternehmen.

Die 27,3 Prozent von Vivendi gehen an eine ganze Reihe von Organisationen und Unternehmen: Die kanadische Pensionskasse Ontario Teacher's Pension Plan wird zu einem langfristigen Investor von Ubisoft, auch das Unternehmen selbst und die Guillemot-Familie erhöhen ihre Anteile. Zudem erwirbt der chinesische Internet-Konzern Tencent, der auch in Besitz von League of Legends-Macher Riot Games ist und auch Anteile an Supercell und Epic Games hält, 5 Prozent des Unternehmens. Gleichzeitig wurde eine strategische Partnerschaft mit Tencent angekündigt, durch die Ubisofts erfolgreichste PC- und Mobiltitel auf den chinesischen Markt kommen sollen.

Für den Fall, dass der unbändige Jubel seitens Ubisoft die Vivendi-Manager nicht persönlich tangiert, gibt es bei der ganzen Geschichte nur Gewinner. Wie Vivendi in seiner offiziellen Pressemitteilung verlautbaren lässt, wird das Unternehmen die Anteile für zwei Milliarden Euro verkaufen. In sie investiert hat Vivendi in den vergangenen drei Jahren gerade einmal 794 Millionen Euro.

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