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Gnome 3.20
Gnome 3.20 (Bild: Gnome/CC-BY 3.0)

GUI-Framework: GTK bekommt endlich Stabilitätsgarantie

Gnome 3.20
Gnome 3.20 (Bild: Gnome/CC-BY 3.0)

Das GUI-Framework GTK soll nach den Problemen mit Version 3 künftig alle zwei Jahre eine stabile Version mit Langzeitpflege bekommen. Das geplante eigene Versionsschema sorgt allerdings schon jetzt für harsche Kritik.

Mit der Veröffentlichung von Gnome 3.0 hat das zuständige Team nicht nur den Desktop, sondern auch das zugrundeliegende GUI-Framework GTK weitgehend verändert. Seitdem entwickelt sich GTK im Rhythmus von sechs Monaten kontinuierlich weiter, wobei die API nicht stabil bleibt. Das ist insbesondere für externe Entwickler, die GTK verwenden, ein großes Problem. Deshalb hat das GTK-Team einen neuen Plan ankündigt, der dies verbessern soll.

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Im Blog von Allison Lortie heißt es dazu, dass künftig alle zwei Jahre eine neue Major-Version von GTK erscheinen solle, bei der die Versionsnummer erhöht werde. Dies sei im Einklang mit den Veröffentlichungszyklen beliebter Linux-Distributionen. Die LTS-Versionen von Ubuntu und die stabilen Debian-Versionen erscheinen etwa in diesem Rhythmus.

Verschiedene Versionen, also zum Beispiel GTK 2, 3 und 4, sollen sich dabei parallel zueinander auf einem Rechner installieren lassen. Dies ist mit GTK 2 und 3 schon der Fall. Ebenso will das Team eine Stabilitätsgarantie für die API der Major-Versionen von GTK geben, sodass externe Entwickler das Framework künftig einfacher benutzten können sollen, als dies bisher der Fall war.

Eigenartiges Versionsschema

Die API werde aber erst mit der letzten Veröffentlichung der im Halbjahrestakt erschienenen Minor-Versionen eines Major-Zweigs als stabil deklariert. Das heißt, anders als bei vielen anderen Projekten könnten etwa die Versionen 4.0 und 4.2 zueinander inkompatible APIs aufweisen. Die garantierte API-Stabilität gilt erst mit 4.6 und darauffolgenden Versionen. Die in diesem Sinne vermutliche erste stabile Veröffentlichung des 3er-Zweigs wird laut Lortie wohl 3.26.

Der Plan folgt zwar tatsächlich einem Modell, das dem Entwicklungszyklus von Ubuntu mit seinen Langzeitversionen alle zwei Jahre und den halbjährlichen Zwischenversionen gleicht. Allerdings ist die geplante Nummerierung der Versionen sehr eigenwillig.

Diese widerspricht klar dem Konzept des Semantic Versioning, wonach ein Bruch der API-Kompatibilität mit einer neuen Major-Version einhergeht. Auch das vielfach genutzte Konzept, ungerade Zahlen für Entwicklungsversionen und gerade Zahlen für stabile Versionen zu verwenden, wird für GTK künftig weiter nur für die Minor-Versionen und nicht für die Major-Versionen gelten.

Für das geplante eigenwillige Schema der Nummerierung werden die GTK-Entwickler zum Beispiel in den Kommentaren bei dem Magazin LWN.net teils recht harsch kritisiert. Dort werden auch anderen Schemen vorgeschlagen, die deutlich besser geeignet seien, das neue Entwicklungsmodell wiederzugeben. Noch hat das GTK-Team aber einige Zeit seinen Plan zu ändern.


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