Abo
  • Services:

Günther Oettinger: Überschriften und Indexierung von Texten sollen Geld kosten

Dürfen Überschriften wie "Wir sind Papst" künftig nicht mehr frei verlinkt werden? Die Pläne von EU-Digitalkommissar Oettinger zum EU-weiten Leistungsschutzrecht werden nicht nur Google, sondern auch normalen Nutzern Probleme bereiten.

Artikel veröffentlicht am ,
EU-Kommissar Günther Oettinger will schon die Indexierung von Pressetexten lizenzpflichtig machen.
EU-Kommissar Günther Oettinger will schon die Indexierung von Pressetexten lizenzpflichtig machen. (Bild: Adam Berry/Getty Images)

Wie gefährlich ist das geplante EU-Leistungsschutzrecht für Presseverleger? Bedrohen die Pläne der EU-Kommission tatsächlich die Verlinkung und Verbreitung von Nachrichten im Internet, wie es die Piratenpolitikerin Julia Reda befürchtet? Obwohl der geplante Richtlinienentwurf erst am 21. September 2016 vorgestellt wird, hat EU-Digitalkommissar Günther Oettinger in den vergangenen Tagen bereits mehrfach die Pläne verteidigt.

Inhalt:
  1. Günther Oettinger: Überschriften und Indexierung von Texten sollen Geld kosten
  2. Nutzer dürfen Links nur noch kurz anreißen

Zwar behauptet Oettinger, es sei kein Kontrahierungszwang für Suchmaschinenkonzerne wie Google geplant. Doch es könnte faktisch darauf hinauslaufen, wenn Google sich weigern würde, die Inhalte von Verlagen zu indexieren und anzuzeigen. Zudem dürfen auch private Nutzer nur noch eingeschränkt Artikel von Verlagen verlinken.

In einem Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sagte Oettinger, dass kommerzielle Anbieter künftig auch dann zahlen sollten, wenn sie lediglich die Überschrift eines Artikels darstellten. "Wobei wir dabei nicht von rein faktischen Überschriften wie 'Flugzeugabsturz in Afrika' reden", sagte Oettinger. "Es muss schon um eine eigene intellektuelle Leistung gehen." Das heißt, Suchmaschinen oder andere Anbieter dürfen zwar Texte unentgeltlich verlinken, müssten dabei wohl mit Hilfe eines Algorithmus selbst eine Überschrift oder eine kurze Zusammenfassung generieren. Schließlich können die Suchmaschinen kaum selbst entscheiden, ob im konkreten Fall die Überschrift eine lizenzpflichtige intellektuelle Leistung darstellt. Ob beispielsweise "Wir sind Papst" schützenswerter ist als "Ratzinger ist Papst".

Indexierung bereits kostenpflichtig

Doch selbst das würde laut Oettinger nicht ausreichen, um Lizenzzahlungen zu vermeiden. Google müsste demnach auch dann zahlen, wenn es Artikel für seine Datenbanken nur indexiert, ohne den Text öffentlich zugänglich zu machen. "Warum auch nicht?", fragte Oettinger. "Sollte dahinter ein kommerzielles Interesse stehen, schaden sie damit potenziell den Pressearchiven."

Stellenmarkt
  1. AraCom IT Services AG, Augsburg, München, Stuttgart, Bamberg
  2. Zentiva Pharma GmbH, Berlin

Zwar sieht der bislang bekannt gewordene Entwurf keinen Kontrahierungszwang für Anbieter vor. Ein entsprechendes Gesetz in Spanien hatte dazu geführt, dass Google seinen Dienst Google News dort einstellte. Doch würde Google in Deutschland derzeit Ärger mit dem Kartellamt bekommen, wenn es diejenigen Verlage, die über die VG Media ihr Leistungsschutzrecht geltend machen, komplett aus seinem Angebot auslisten würde. Das würde als Missbrauch der Markmacht gewertet, da Google rund 90 Prozent des Suchmaschinenmarktes dominiert. So hatte das Bundeskartellamt die verkürzte Darstellung von Inhalten als zulässig erklärt, um mögliche finanzielle Ansprüche der Verlage abzuwehren, jedoch gleichzeitig erklärt: "Google darf aber auch nicht weiter gehen, als dafür erforderlich."

Pläne nicht nur gegen Google gerichtet

Trotz dieser eindeutigen Zielrichtung behauptete Oettinger: "Um es ganz klar zu sagen: Der Gesetzgebungsvorschlag, den wir im September offiziell vorstellen werden, richtet sich nicht primär gegen Google". Er fügte etwas krpytisch hinzu: "Auch iPhone, Tablets oder Facebook bieten längst News Feeds an." Beinahe täglich kämen neue innovative Modelle hinzu. "Wir wollen die Verlage mit dem Leistungsschutzrecht nicht zuletzt gegenüber diesen neuen Anbietern stärken."

Nutzer dürfen Links nur noch kurz anreißen 
  1. 1
  2. 2
  3.  


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 4,99€
  3. (u. a. Division 2: Standard Edition, Call of Duty: Black Ops 4, Red Dead Redemption 2)
  4. 4,99€

Yian 13. Sep 2016

Er tut das für die Smartphone-Jammerer jenseits der 35 Jahre alt. Zu überheblich, um noch...

Yian 13. Sep 2016

So sehen sie also aus, die Totengräber von allem was gut ist. Am Ende feiern Sie feiste...

Squirrelchen 11. Sep 2016

Klar, ganz eindeutige: http://www.alexa.com/siteinfo/bild.de

Seismoid 10. Sep 2016

Sie sind doch dann immer noch frei verbreitbar - nur nicht kostenfrei. Im konservativen...

Seismoid 10. Sep 2016

In ¤uro natürlich. So doof ist selbst der Oettinger dann doch nicht, wenns um die...


Folgen Sie uns
       


Sailfish OS auf dem Sony Xperia XA2 Plus ausprobiert

Sailfish OS gibt es als Sailfish X auch für einige Xperia-Smartphones von Sony. Wir haben uns die aktuelle Beta-Version auf dem Xperia XA2 Plus angeschaut.

Sailfish OS auf dem Sony Xperia XA2 Plus ausprobiert Video aufrufen
TES Blades im Test: Tolles Tamriel trollt
TES Blades im Test
Tolles Tamriel trollt

In jedem The Elder Scrolls verbringe ich viel Zeit in Tamriel, in TES Blades allerdings am Smartphone statt am PC oder an der Konsole. Mich überzeugen Atmosphäre und Kämpfe des Rollenspiels; der Aufbau der Stadt und der Charakter-Fortschritt aber werden geblockt durch kostspielige Trolle.
Ein Test von Marc Sauter

  1. Bethesda TES Blades startet in den Early Access
  2. Bethesda The Elder Scrolls 6 erscheint für nächste Konsolengeneration

Falcon Heavy: Beim zweiten Mal wird alles besser
Falcon Heavy
Beim zweiten Mal wird alles besser

Die größte Rakete der Welt fliegt wieder. Diesmal mit voller Leistung, einem Satelliten und einer gelungenen Landung im Meer. Die Marktbedingungen sind für die Schwerlastrakete Falcon Heavy in nächster Zeit allerdings eher schlecht.
Von Frank Wunderlich-Pfeiffer und dpa

  1. SpaceX Raketenstufe nach erfolgreicher Landung umgekippt
  2. Raumfahrt SpaceX zündet erstmals das Triebwerk des Starhoppers
  3. Raumfahrt SpaceX - Die Rückkehr des Drachen

Fitbit Versa Lite im Test: Eher smartes als sportliches Wearable
Fitbit Versa Lite im Test
Eher smartes als sportliches Wearable

Sieht fast aus wie eine Apple Watch, ist aber viel günstiger: Golem.de hat die Versa Lite von Fitbit ausprobiert. Neben den Sport- und Fitnessfunktionen haben uns besonders der Appstore und das Angebot an spaßigen und ernsthaften Anwendungen interessiert.
Von Peter Steinlechner

  1. Smartwatch Fitbit stellt Versa Lite für Einsteiger vor
  2. Inspire Fitbits neues Wearable gibt es nicht im Handel
  3. Charge 3 Fitbit stellt neuen Fitness-Tracker für 150 Euro vor

    •  /