Abo
  • Services:

Nutzer dürfen Links nur noch kurz anreißen

Die Begründung für die lange Schutzfrist von 20 Jahren für die Artikel wirkt jedoch wenig glaubhaft. "Wir haben uns für einen längeren Schutz entschieden, weil wir überzeugt sind, dass jemand auch mit einem Archiv von Zeitungsartikeln Geld verdienen kann", sagt Oettinger. Wer Zeitungsartikel über ein Archiv zur Verfügung stellt, kann dies ohnehin nur mit Einwilligung der Rechteinhaber tun. Dazu wäre kein zusätzliches Leistungsschutzrecht erforderlich. Allerdings müsste ein Pressearchiv nun zusätzlich für die Online-Suche im Archiv zahlen. Selbst dann, wenn die Nutzer gar nicht die Artikel kaufen.

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO, Stuttgart, Esslingen
  2. eco Verband der Internetwirtschaft e.V., Köln

Auch dieses Vorgehen begründete Oettinger in der FAZ: "Wenn Google argumentiert, sein Nachrichtendienst sei auch nichts anderes als eine Linkliste für Restaurants, die diesen Kunden zuführe, führt das in die Irre. Tatsächlich gleicht der Nachrichtendienst mit den durchaus informativen Anreißern eher einer Restaurantliste, bei der die Kunden vorab eine Kostprobe des Menüs bekommen und dann in vielen Fällen, schon satt, die Reservierung im Restaurant wieder stornieren."

Wenig glaubhaft erscheint zudem seine Darstellung, wonach die geplante Richtlinie zwischen kommerziellen und nicht-kommerziellen Nutzern unterscheidet. So sagte Oettinger der FAZ: "Es geht nicht um private Nutzer. Die können auch weiterhin Fotos und Links zu Zeitungsartikeln - inklusive kurzer Anreißer - auf ihrer Facebook-Seite oder Twitter veröffentlichen, ohne dafür zu zahlen." Mit anderen Worten: Auch normale Nutzer können nicht mehr wie gewohnt Zeitungsartikel mit Überschriften oder griffigen Zitaten versehen, wenn sie diese auf Twitter verlinken.

Drohung mit dem Wettbewerbsrecht

Oettinger behauptete weiter: Die Lizenzfreiheit gelte auch für kommentierte Linklisten zu Artikeln, die Politiker oder andere ohne kommerzielle Ziele ins Internet stellten. Daraus geht jedoch nicht hervor, in welchem Umfang Textanteile im Original, wie Überschriften oder Zitate, übernommen werden dürfen. Das deutsche Urheberrecht erlaubt Kleinzitate nur dann, wenn sie "in einem selbständigen Sprachwerk" genutzt werden. Möglicherweise müssten daher Gerichte entscheiden, inwieweit das bei einer kommentierten Linkliste der Fall ist.

Trotz der Misserfolge in Deutschland und Spanien mit dem Leistungsschutzrecht glaubt Oettinger, dass Google auf EU-Ebene die Lizenzzahlungen nicht komplett verweigern wird. "Auf die EU mit 500 Millionen Einwohnern will Google sicher nicht verzichten", sagte der EU-Digitalkommissar. Was passieren wird, wenn Google komplett auf die Indexierung von Presseverlagen, die Lizenzzahlungen fordern, verzichten wird, ist derzeit unklar. Indirekt drohte Oettinger in der FAZ mit einem Wettbewerbsverfahren. "Natürlich hat Google momentan eine enorme Marktmacht", sagte Oettinger. "Die daraus entspringenden Probleme können wir aber nicht mit dem Leistungsschutzrecht lösen." Dafür habe die EU das Wettbewerbsrecht.

Bis es zu einem solchen Verfahren kommt, dürfte es aber noch einige Jahre dauern. Oettinger plant derzeit, die EU-Richtlinie bis Ende des nächsten Jahres zu beschließen. Anschließend müssten die Mitgliedsstaaten noch die Regelung in nationales Recht überführen. Allerdings muss die EU-Kommission noch das EU-Parlament und die EU-Staaten von den Plänen überzeugen. Vor allem im Parlament dürfte Oettinger auf Widerstand stoßen. Allerdings sind die Forderungen so weitgehend, dass für den typischen EU-Kuhhandel noch ein großer Spielraum besteht. Selbst Insider wie Reda hatten nicht erwartet, dass die EU-Kommission ein solch schrankenloses Leistungsschutzrecht fordern würde.

Hinweis: Golem.de hat sich gemeinsam mit anderen europäischen Verlagen an die EU-Kommission gewandt und in einem offenen Brief vor der Einführung eines europäischen Leistungsschutzrechts gewarnt.

 Günther Oettinger: Überschriften und Indexierung von Texten sollen Geld kosten
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. 3 Blu-rays für 15€, 2 Neuheiten für 15€)
  2. (u. a. ES Blu-ray 10,83€, Die nackte Kanone Blu-ray-Box-Set 14,99€)

Yian 13. Sep 2016

Er tut das für die Smartphone-Jammerer jenseits der 35 Jahre alt. Zu überheblich, um noch...

Yian 13. Sep 2016

So sehen sie also aus, die Totengräber von allem was gut ist. Am Ende feiern Sie feiste...

Squirrelchen 11. Sep 2016

Klar, ganz eindeutige: http://www.alexa.com/siteinfo/bild.de

Seismoid 10. Sep 2016

Sie sind doch dann immer noch frei verbreitbar - nur nicht kostenfrei. Im konservativen...

Seismoid 10. Sep 2016

In ¤uro natürlich. So doof ist selbst der Oettinger dann doch nicht, wenns um die...


Folgen Sie uns
       


MTG Arena Ravnica Allegiance - Livestream 1

Im ersten Teil unseres Livestreams erklären wir alle neuen Mechaniken von Ravnica Allegiance.

MTG Arena Ravnica Allegiance - Livestream 1 Video aufrufen
Eden ISS: Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner
Eden ISS
Raumfahrt-Salat für Antarktis-Bewohner

Wer in der Antarktis überwintert, träumt irgendwann von frischem Grün. Bei der Station Neumayer III hat das DLR vor einem Jahr ein Gewächshaus in einem Container aufgestellt, in dem ein Forscher Salat und Gemüse angebaut hat. Das Projekt war ein Test für künftige Raumfahrtmissionen. Der verlief erfolgreich, aber nicht reibungslos.
Ein Interview von Werner Pluta

  1. Eden ISS DLR will Gewächshaus-Container am Südpol aus Bremen steuern
  2. Eu-Cropis DLR züchtet Tomaten im Weltall
  3. NGT Cargo Der Güterzug der Zukunft fährt 400 km/h

CES 2019: Die Messe der unnützen Gaming-Hardware
CES 2019
Die Messe der unnützen Gaming-Hardware

CES 2019 Wer wollte schon immer dauerhaft auf einem kleinen 17-Zoll-Bildschirm spielen oder ein mehrere Kilogramm schweres Tablet mit sich herumtragen? Niemand! Das ficht die Hersteller aber nicht an - im Gegenteil, sie denken sich immer mehr Obskuritäten aus.
Ein IMHO von Oliver Nickel

  1. Slighter im Hands on Wenn das Feuerzeug smarter als der Raucher ist
  2. Sonos Keine Parallelnutzung von Alexa und Google Assistant geplant
  3. Hypersense-Prototypen ausprobiert Razers Rumpel-Peripherie sorgt für Immersion

Nubia Red Magic Mars im Hands On: Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro
Nubia Red Magic Mars im Hands On
Gaming-Smartphone mit Top-Ausstattung für 390 Euro

CES 2019 Mit dem Red Magic Mars bringt Nubia ein interessantes und vor allem verhältnismäßig preiswertes Gaming-Smartphone nach Deutschland. Es hat einen Leistungsmodus und Schulter-Sensortasten, die beim Zocken helfen können.
Ein Hands on von Tobias Költzsch

  1. ATH-ANC900BT Audio Technica zeigt neuen ANC-Kopfhörer
  2. Smart Clock Lenovo setzt bei Echo-Spot-Variante auf Google Assistant
  3. Smart Tab Lenovo zeigt Mischung aus Android-Tablet und Echo Show

    •  /