Günther Oettinger: EU soll KI-Forschung mit Milliarden-Investitionen fördern

Bei Zukunftsthemen wie 5G und KI stehen europäische Unternehmen "nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt", sagt Günther Oettinger. Der EU-Kommissar fordert, dass Europa Forschern ein attraktives Umfeld für ihre Arbeit bieten müsse, damit sie nicht nach Asien oder in die USA abwanderten. Dazu gehörten auch massive Investitionen in die KI-Forschung.

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EU-Kommissar Günther Oettinger: "Dass wir der Musik hinterherlaufen, ist unbestritten."
EU-Kommissar Günther Oettinger: "Dass wir der Musik hinterherlaufen, ist unbestritten." (Bild: Werner Pluta/Golem.de)

Europa soll mehr für die Entwicklung im Bereich künstlicher Intelligenz (KI) tun. Das hat Günther Oettinger, Kommissar der Europäischen Union (EU) für Haushalt und Personal, gefordert. Er rechnet damit, dass die Gemeinschaft in den kommenden Jahren viel Geld investieren muss, um nicht hinter China zurückzufallen.

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"Dass wir der Musik hinterherlaufen, ist unbestritten", sagte Oettinger in einem Interview mit der Tageszeitung Die Welt. Der Brexit lähme Europa seit zwei Jahren. "Das kostet Zeit und Mühe, Nerven und Geld. Dabei gibt es so viel zu tun, was wichtiger wäre", sagte Oettinger.

"Damit machen wir andere stark. Größter Gewinner ist dabei China. Die Chinesen bringen ihre Strategie unbeirrt voran und stoßen überall auf der Welt in die Lücken, die Europa nicht füllen kann, weil es so sehr mit sich selbst beschäftigt ist." Dazu gehört neben KI auch der neue Mobilfunkstandard 5G. "Europäische Unternehmen stehen bei vielen Themen nicht mehr unbedingt im Mittelpunkt."

Europa muss ein attraktives Forschungsumfeld bieten

Dass Europa bereits hinter China uneinholbar abgehängt ist, glaubt Oettinger aber nicht. "Es gibt genügend kluge Köpfe in Europa", sagte er. Das Problem sei, dass diese derzeit in die USA oder nach Asien abwanderten, um dort zu arbeiten. Um das zu verhindern, müsse Europa den Forschern "eine attraktive Umgebung bieten", erklärte der EU-Kommissar. "Europa muss Projekte starten, die für diese Wissenschaftler spannend genug sind, damit sie in ihrer Heimat bleiben. Europa hat beim Thema KI nur eine Chance, wenn wir die Kräfte bündeln. Kein Staat alleine ist stark genug, um mit China und dem Silicon Valley mitzuhalten."

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Ein attraktives Forschungsumfeld allein reicht aber nicht. Es bedarf einigen finanziellen Aufwands. "Die EU wird daher gezielt Investitionen speziell zum Thema KI anschieben, dazu gibt es Mittel aus verschiedenen Programmen", sagte Oettinger. "Ich rechne für das nächste Jahrzehnt mit Investitionsmitteln in Höhe von 20 Milliarden Euro - und zwar jährlich." Das Geld solle aber nicht allein von der EU kommen. "Wir brauchen öffentlich-private Forschungsgemeinschaften. Dann nämlich summieren sich Beträge auf, mit denen viel erreicht werden kann."

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