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Das FBI hat offiziell Nordkorea beschuldigt, für die Cyberangriffe auf Sony Pictures verantwortlich zu sein.
Das FBI hat offiziell Nordkorea beschuldigt, für die Cyberangriffe auf Sony Pictures verantwortlich zu sein. (Bild: Sony Pictures)

Guardians of Peace: Sony-Hack wird zum Politikum

Das FBI hat offiziell Nordkorea beschuldigt, für die Cyberangriffe auf Sony Pictures verantwortlich zu sein.
Das FBI hat offiziell Nordkorea beschuldigt, für die Cyberangriffe auf Sony Pictures verantwortlich zu sein. (Bild: Sony Pictures)

Das FBI hat offiziell Nordkorea beschuldigt, Urheber des Hackerangriffs auf Sony Pictures zu sein. Laut der US-Bundespolizei weist die untersuchte Malware Parallelen zu vorherigen Angriffen auf, die ebenfalls dem Land zugeordnet sein sollen.

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Die nordkoreanische Regierung soll für die Hackerangriffe auf Sony Pictures verantwortlich sein. Das teilte die US-Bundespolizei jetzt offiziell mit. Zusammen mit anderen US-Behörden habe man genügend Beweise gesammelt, um die Einbrüche mit Nordkorea in Verbindung zu bringen. Die Strafverfolgungsbehörde sei zutiefst über die destruktive Art des Angriffs beunruhigt. Er sei ein Beweis dafür, dass Cyberangriffe gegenwärtig eine der gravierendsten Bedrohungen der nationalen Sicherheit der USA darstellten.

Eine technische Analyse des Angriffs habe ergeben, dass die verwendete Malware bei Sony Pictures genau der entspreche, die zuvor bei ähnlichen Angriffen eingesetzt wurde. Diese habe das FBI bereits Nordkorea zugeordnet. Dazu gehörten spezifische Codezeilen, Verschlüsselungsalgorithmen und die kompromittierten Netzwerke, teilte die US-Bundespolizei mit.

Mit dem Angriff auf Südkorea 2013 identisch

Zudem sei die verwendete Infrastruktur identisch mit der, die bereits in anderen Angriffen verwendet wurde. Darunter seien in der Malware hartcodierte IP-Adressen. Die bei dem Angriff verwendeten Werkzeuge seien identisch mit denen, die in einem Cyberangriff auf Südkorea 2013 verwendet wurden. Auch damals wurde Nordkorea als Urheber genannt. Weitere Details wollte das FBI mit Hinweis auf geheime Quellen und Methoden nicht mitteilen.

Derweil haben die Guardians of Peace ihren Sieg über Sony Pictures verkündet und mitgeteilt, dass sie zunächst keine weiteren gestohlenen Dokumente mehr veröffentlichen wollen. Gleichzeitig verlangt die Gruppe, auch die verbleibenden Hinweise und Trailer des Films The Interview vom Netz zu nehmen. Nordkorea dementiert weiterhin seine Beteiligung an den Angriffen. Es handele sich um Sympathisanten.

Gesellschaftliche und politische Auswirkungen

Kaum ein Hackerangriff hat so weitreichende Reaktionen aus Politik und Gesellschaft ausgelöst wie der auf die Server von Sony Pictures. Selten haben US-Strafverfolgungsbehörden so eindeutig ein Land für Cyberangriffe verantwortlich gemacht. Gleichzeitig sorgt die Absetzung des Films The Interview für Empörung. Er soll die Ursache für die Beteiligung Nordkoreas sein. Mehrere prominente US-Darsteller kritisierten die Absetzung der Komödie, in der ein fiktives Attentat auf Nordkoreas Diktator Kim Jong Un geplant wird. Auch die US-Regierung kritisierte die Absetzung.

US-Präsident Obama sagte, dass Sony "Fehler" gemacht habe, als es den Film zurückzog. Er werde mit dem Gesetzgeber arbeiten, um neue Gesetze gegen Cyberangriffe zu verabschieden, die eine engere Zusammenarbeit zwischen dem öffentlichen und privaten Sektor vorsehen. Obama erwägt zu einem späteren Zeitpunkt Konsequenzen gegen Nordkorea. Die Schuldzuweisung gegenüber Nordkorea relativierte der Präsident allerdings. Gefährliche Hackerangriffe kämen sowohl aus Staaten als auch von unabhängigen Gruppen. Es gebe aber keine Hinweise darauf, dass andere Staaten außer Nordkorea an dem Angriff beteiligt waren.

US-Strafverfolgungsbehörden zufolge ist unklar, ob die Drohung weitere Cyberangriffe andeute oder konkrete Anschläge geplant seien. Es gebe keine Hinweise auf Aktivitäten gegen Kinos in der USA, sagte das Department of Homeland Security zu CNN. Dennoch haben die beiden Hauptdarsteller James Franco und Seth Rogan geplante Interviews im Vorfeld der Premiere abgesagt.

Bureau 121 soll die nordkoreanische Cyberkrieg-Abteilung sein

Bei den Guardians of Peace handele es sich möglicherweise um Mitglieder der Abteilung Bureau 121, schreibt der Nachrichtendienst Bloomberg. Laut einem Überläufer soll die Abteilung aus etwa 1.800 IT-Experten des Landes bestehen, die Cyberangriffe für die nordkoreanische Armee planen und durchführen. Sie sollen auch im Sommer 2013 eine Cyberkampagne gestartet haben, bei der zahlreiche Banken und Medienhäuser in Südkorea mit Malware infiltriert wurden. Laut Symantec soll die Gruppe bereits seit 2009 mehrmals Angriffe auf Südkorea gefahren haben.

Nach einem Bericht von Kaspersky wurden die Trojaner von Hotmail-Konten versendet, die über IP-Adressen bei den Providern Jilin Province Network und Liaoning Province Network abgerufen wurden. Beide agieren in den chinesischen Provinzen, die an Nordkorea grenzen und auch Teile des abgeschotteten Landes bedienen sollen.

Offenbar wurden die Hacker von den Ereignissen in ihrer Zielrichtung beeinflusst. Warum haben die Guardians of Peace ihre Forderungen zunächst nicht veröffentlicht und erst Geld von Sony verlangt, wie aus einer E-Mail an hochrangige Sony-Pictures-Mitarbeiter hervorgeht? Erst später schossen sie sich auf den umstritten Film ein. Diese Fragen bleiben weiter offen.


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