GTA enttäuscht im Handel: Niemand braucht ein GTA 6 auf DVD oder Blu-ray!
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Hot Take: Der Trend zum Spiel als Download, der bereits seit den 2000ern mit dem Launch von Steam in Gang gesetzt wurde, ist unaufhaltbar und gut. Auch ich finde: Niemand braucht mehr ein Spiel auf Disc im Regal, wenn wir dadurch zumindest ein bisschen Müll einsparen, den Netzausbau passiv fördern und uns das Leben erleichtern können.
Grund für meine Gedanken ist die aktuelle Debatte um Vorverkäufe von GTA 6. Millionen von Menschen haben offenbar bereits ein Exemplar von Rockstars lang erwartetem Actionspiel vorbestellt.
Allerdings gibt es auch bei den Box-Versionen im Einzelhandel nur Downloadcodes, und sie verkaufen sich entsprechend schlecht. So sollen in einem Gamestop-Geschäft nur fünf Vorbestellungen für physische Versionen für GTA 6 eingegangen sein. Erwartet wurden 500.
Dass die physische Version nur einen Downloadcode statt Datendiscs enthält, ist sicherlich ein Grund für das fehlende Interesse an Vorbestellungen bei Händlern. Schließlich ist der Sinn einer physischen Version, dass Daten auf einer Blu-ray oder DVD liegen und wir das Gefühl haben, ein echtes Produkt im Regal stehen zu haben. Idealerweise lassen sich solche Spiele sammeln und irgendwann weiterverkaufen.
Dieses Konzept ist allerdings schon seit Jahren illusorisch. Oftmals sind Games und ihre Lizenzschlüssel heutzutage an Accounts gebunden. Das ist besonders bei Spielekonsolen der Fall, die mit Playstation- oder Xbox-Accounts laufen, auf welche die Spiele registriert werden. Das macht den Wiederverkauf oftmals sowieso unmöglich.
Das finde auch ich definitiv schade. Die Wiederverkaufskultur ist für viele Menschen weiterhin ein Verkaufsargument. Und das würde auch mit völlig disc-losen Angeboten funktionieren, wie etwa der Onlineshop von Good Old Games zeigt. Hier können wir Games digital kaufen und herunterladen, ohne ihre Produktschlüssel einmalig an einen Account zu binden und sie so zu entwerten.
Physische Discs sind Realitätsverweigerung
Ich schaue ehrlich auf mich selbst und stelle mir die Frage: Bin ich als altbackener Millennial wie viele andere ältere Gamer wirklich die primäre Zielgruppe für ein GTA 6? Laut einem Statistikbericht des Portals Iconera(öffnet im neuen Fenster) sind nur 23 Prozent aller GTA-5-Spieler älter als 35 Jahre, 35 Prozent sind unter 25 Jahre, 42 Prozent zwischen 25 und 35 Jahre alt. Grand Theft Auto ist ein Spiel für eine jüngere Zielgruppe, in diesem Fall für Gen Z und Gen Alpha. Das war schon bei den älteren Teilen der Serie so.
Und nun die Folgefrage: Wollen jüngere Leute wirklich noch physische Medien verwenden, wenn sie auch einfach auf den Downloadknopf drücken können? Ich denke nicht. Kaum ein neuer PC verwendet noch physische Laufwerke und die laufwerklosen Versionen von Spielekonsolen sind merklich günstiger als ihre Disc-Varianten. Der niedrigere Kaufpreis ist nach mehreren Preiserhöhungen bei Xbox und Playstation 5 wichtiger denn je.
Im Falle von GTA 6 und anderen modernen Games könnte sowieso die Frage gestellt werden, ob ein physisches Medium überhaupt noch wirtschaftlich und ethisch tragbar ist. Es wird davon ausgegangen, dass GTA 6 mindestens 120 GByte oder mehr an Speicherplatz auf dem Datenträger einnehmen wird.
Das Spiel müsste also auf mehrere Double-Layer-Blu-rays oder eine nur bei Sony hergestellten Quadruple-Layer Blu-ray mit maximal 128 GByte Speicherplatz kopiert werden. Dafür werden mehrere teure Herstellungsketten und die passende Logistik gebraucht – für ein Produkt, das auch einfach auf dem virtuellen Weg über das Internet schnell nach Hause kommt.
Außerdem wird durch Discs nur noch mehr unnötiger Plastikmüll produziert.
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