GTA 6: Rockstar Games gerät zunehmend unter politischen Druck

Rockstar Games gerät in Großbritannien weiter unter Druck. Nach der Entlassung von mehr als 30 Entwicklern im Herbst 2025 weist die Independent Workers' Union of Great Britain (IWGB) eine aktuelle Stellungnahme des Studios zurück. Darin wirft die Gewerkschaft Rockstar vor, die Öffentlichkeit mit "Desinformation" zu konfrontieren und die Kündigungen im Nachhinein rechtfertigen zu wollen.
Auslöser ist eine erneute Erklärung von Rockstar Games und dem Mutterkonzern Take-Two Interactive. Das Unternehmen hatte laut Gamespot(öffnet im neuen Fenster) betont, dass die betroffenen Mitarbeiter wegen schwerer Verstöße gegen interne Regeln entlassen wurden.
Konkret war von der Weitergabe sensibler Informationen zu nicht angekündigten oder in Entwicklung befindlichen Spielen die Rede. Rockstar sieht darin einen klaren Bruch arbeitsvertraglicher Pflichten.
Laut Gewerkschaft gab es keine Leaks
Die IWGB widerspricht dieser Darstellung. Nach Angaben der Gewerkschaft sprachen die Entwickler in einem geschlossenen Forum vor allem über Arbeitsbedingungen.
Diese internen Diskussionen würden nun fälschlich als Leaks dargestellt, um die Kündigungen zu legitimieren. Die wechselnden Begründungen des Unternehmens bezeichnet die IWGB als Versuch, Kritik abzuwehren und die eigentlichen Hintergründe zu verschleiern.
Der Fall erlangte inzwischen auch politische Aufmerksamkeit. Mehrere britische Abgeordnete forderten eine Prüfung der Vorgänge. Zudem kündigte Premierminister Keir Starmer an, dass sich das zuständige Ministerium mit den Entlassungen befassen werde. Es gebe ernsthafte Fragen zur Einhaltung des Arbeitsrechts, denen nachgegangen werden müsse.

In den vergangenen Wochen wuchs auch der Druck durch Mitarbeiter des Unternehmen. Hunderte Rockstar-Angestellte solidarisierten sich öffentlich mit den Entlassenen, zudem kam es zu Protesten an mehreren Standorten.
Ob der Konflikt vor Gericht oder auf politischer Ebene geklärt wird, ist offen. Klar ist jedoch, dass der Streit die Debatte über Arbeitsbedingungen, Transparenz und Gewerkschaftsrechte in der Spieleindustrie erneut angefacht hat.