GSMA: Mobilfunkbetreiber lehnen Huawei-Verbot in EU ab

Ein Verbot chinesischer Mobilfunkausrüster durch das neue Cybersicherheitsgesetz der EU "kann die Fähigkeit europäischer Betreiber beeinträchtigen, ihre Netze zügig auszubauen und die Konnektivitätsziele des Kontinents zu erreichen" . Das erklärte(öffnet im neuen Fenster) die GSMA (GSM Association), die weltweit wichtigste Industrievereinigung der Mobilfunkbranche, am 20. Januar 2026. In Zeiten geopolitischer Spannungen und einer sich ständig verändernden Risikolandschaft hätten die Betreiber "erhebliche Investitionen getätigt" .
Die EU-Kommission hatte das EU-Cybersicherheitsgesetz, das die Mitgliedstaaten verpflichten soll, sogenannte Hochrisikoanbieter aus den Mobilfunknetzen auszuschließen, am 19. Januar vorgestellt .
55 Milliarden Euro für Rip and Replace
GSMA Intelligence hatte im Jahr 2019 errechnet(öffnet im neuen Fenster) , dass ein EU-weites Verbot von Huawei und ZTE die Kosten für den 5G-Ausbau um circa 55 Milliarden Euro erhöhen und den 5G-Ausbau um bis zu 18 Monate verzögern würde. Der Titel der Studi lautet The Impact of a Ban on Chinese Vendors in Europe (GSMA Intelligence, 2019/2020). Inzwischen wurden viele Milliarden Euro in die Netze investiert. Staaten wie Großbritannien, Schweden und Rumänien setzten aber bereits ein hartes Rip and Replace durch, was die Kosten reduzieren dürfte. Die GSMA dürfte die Kosten im Sinne der Betreiber berechnen.
Schätzungen von Strand Consult zu den Kosten für den Austausch der kritischen Komponenten von nur 2,5 Milliarden Euro gelten als unseriös. Strand Consult wird in Fachkreisen oft vorgeworfen, eine starke politische Agenda zu verfolgen, die eng mit den Sicherheitsinteressen der USA und europäischen Anbietern mit starker US-Orientierung wie Nokia und Ericsson verknüpft ist. Strands Analysen neigen dazu, die Kosten des Austauschs kleinzurechnen, um die politische Hürde für ein Verbot zu senken.



