GSM-Spektrum: "Dann können wir nicht mehr telefonieren"
Der Branchenverband VATM(öffnet im neuen Fenster) lehnt den Plan der Bundesnetzagentur ab, die GSM-Frequenzen im Bereich von 900 MHz und 1.800 MHz ab 2017 für "mobile breitbandige Internetdienste" zur Verfügung zu stellen. Das GSM-Spektrum werde noch lange für mobile Sprachdienste benötigt. Die Bundesnetzagentur mache so die mobile Sprachtelefonie unmöglich, erklärte VATM-Chef Jürgen Grützner Golem.de. Im Verband der Anbieter von Telekommunikations- und Mehrwertdiensten sind die Mobilfunknetzbetreiber Vodafone, Telefónica, E-Plus und viele Mobilfunkprovider organisiert.
Grützner: "Grundsätzlich ist es – auch im Sinne der Verbraucher – richtig, dass die Bundesnetzagentur im Hinblick auf die künftigen Entwicklungen am mobilen Breitbandmarkt das Gespräch mit der Branche sucht. Sollte sich herausstellen, dass hier künftig zusätzliches Spektrum benötigt wird, sollte das entsprechende Spektrum auch zur Verfügung gestellt werden." Das GSM-Spektrum mit 900 und 1.800 MHz sei dafür jedoch nicht geeignet, da es noch mindestens bis 2020 für mobile Sprachdienste benötigt werde.
Die Bundesnetzagentur schreibt in ihrem Jahresbericht 2011 auf Seite 91: "Derzeit sind die Frequenzen in den Bereichen 900 MHz und 1.800 MHz aufgrund der GSM-Lizenzen noch bis zum 31. Dezember 2016 befristet zugeteilt. Ab dem 1. Januar 2017 sind diese Frequenzen zur Nutzung für den drahtlosen Netzzugang verfügbar."
Die Frequenzen sollen für Sprachtelefonie und mobile breitbandige Internetdienste freigegeben werden, erklärte die Behörde. Wenn es zu neuen Vergabeverfahren kommt, könnten auch neue Netzbetreiber in Deutschland auftreten. Die Frequenzen würden technologieneutral vergeben, was die Nutzung mit UMTS, HSPA, LTE oder anderen Technologien ermöglicht.
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