GSM-R Nachfolger: Nokia stellt der Bahn 5G-Funknetz für FRMCS bereit

Nokia und die Deutsche Bahn (DB) haben ein kommerzielles 1900-MHz (Band n101) 5G-Funknetz mit 5G-Standalone (SA) auf einer Außenteststrecke in Betrieb genommen. Das gab Nokia am 15. September 2025 bekannt(öffnet im neuen Fenster) . Die DB kann damit Mobilfunknetz auf einem speziell für die 5G-Bahnkommunikation in Europa vorgesehenen Frequenzband nutzen, das auch als Grundlage für das Future Railway Mobile Communication System (FRMCS) dient.
FRMCS soll laut Planung bis 2035 europaweit den heutigen Bahnfunk GSM-R ersetzen.
Rainer Fachinger, Leiter des Bereichs Telekommunikationsplattformen bei DB InfraGO, sagt: "Dieser Einsatz auf einer Teststrecke baut auf einem erfolgreichen Pre-FRMCS-5G-Test mit Nokia auf und zielt darauf ab, unser privates Mobilfunknetz als Grundlage für weitere Pilotprojekte und die künftige Einführung zu standardisieren."
Testfeld der DB im Erzgebirge
Die Technologie wird im digitalen Bahn-Testfeld der DB im Erzgebirge in Betrieb genommen und kommt dort auf Laborzügen zum Einsatz. Zu den wichtigsten Funktionen gehören integrierte Failover-Funktionen, die bei Systemausfällen auf ein Back-up umschalten, und Mechanismen, die Probleme eigenständig erkennen und beheben, sowie Echtzeit-Monitoring für hohe Verfügbarkeit und Effizienz. Die Ausrüstung wird auch im europäischen Projekt FP2-MORANE-2 eingesetzt.
Der Vertrag erweitert die laufenden Tests der Bahn mit dem 5G-SA-Kernnetz und dem 3700-MHz-Funknetz (n78) von Nokia und umfasst gleichzeitig ein Upgrade auf das neue Produkt, das die 1900-MHz-5G-Funknetzausrüstung (n101) aus der Airscale-Linie von Nokia und einen optimierten 5G-SA-Core umfasst. Es wurde für eine Migration von GSM-R zu FRMCS entwickelt und verspricht eine geringe Latenz. Auch Ericsson und Huawei sind wichtige Ausrüster der Bahn in diesem Bereich.