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GSM: Deutsche Netzbetreiber halten am 2G-Netz fest

Swisscom begründet die Abschaltung von 2G damit, dass die fast 30 Jahre alte Mobilfunktechnologie heute nicht mehr zeitgemäß sei. Deutsche Netzbetreiber gehen einen anderen Weg.
/ Achim Sawall
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Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz informiert zur 2G-Abschaltung der Swisscom (Bild: Stiftung für Konsumentenschutz)
Schweizer Stiftung für Konsumentenschutz informiert zur 2G-Abschaltung der Swisscom Bild: Stiftung für Konsumentenschutz

Vodafone, Telefónica und Deutsche Telekom haben nicht vor, dem Beispiel von Swisscom zu folgen und das 2G-Netz abzuschalten. Das haben die Netzbetreiber Golem.de auf Anfrage am 14. April 2021 mitgeteilt. Das Netz werde im Zuge der 3G-Abschaltung noch gebraucht.

Die Swisscom begründete die Abschaltung von 2G damit , dass die fast 30 Jahre alte Mobilfunktechnologie heute nicht mehr zeitgemäß sei. GSM könne den steigenden Datenbedarf der Kunden nicht mehr bewältigen, die Sprachqualität der moderneren Mobilfunktechnologien sei viel besser und die neueren Technologien seien viel energieeffizienter. Nur noch 0,03 Prozent des Datenverkehrs liefen(öffnet im neuen Fenster) aktuell über das 2G-Netz. Jedoch belege 2G 10 Prozent der Netzkapazität.

Dennoch steht für Telefónica fest: "Das 2G-Netz bleibt erhalten. Hierfür nutzen wir die Frequenzen bei 900 MHz. Mit unserem sehr gut ausgebauten 2G-Netz versorgen wir knapp 100 Prozent der deutschen Bevölkerung mit Mobilfunk. Als Basisnetz für mobile Telefonie, SMS und einfache M2M-Lösungen - etwa für eCall in den Fahrzeugen - sichert 2G auch in den kommenden Jahren die Grundversorgung unserer Kunden" , sagte Unternehmenssprecher Florian Streicher.

GSM für Telefonate, SMS, Notrufe, eCall, M2M benötigt

Auch Vodafone hat keine Pläne zur Abschaltung seines GSM-Netzes in Deutschland. "Alle Mobilfunkstationen - also mehr als 25.000 Standorte - unterstützen weiterhin die GSM-Technologie. Diese Technologie wird nach aktuellem Stand noch lange bestehen bleiben für Telefonate, SMS, Notrufe, E-Call, M2M und so weiter" , sagte Vodafone-Sprecher Volker Petendorf. Der Netzbetreiber habe in den Jahren 2014 bis 2016 das gesamte GSM-Netz modernisiert und an allen Standorten die ältere GSM-Technik, die teilweise aus den 90er Jahren stammte, durch neue ersetzt.

"Das 2G-Netz wird weiterhin nutzbar sein" , erklärte Telekom-Sprecher Niels Hafenrichter dagegen weniger eindeutig. Das 2G Netz werde vornehmlich für die Telefonie genutzt. Insbesondere ältere Geräte nutzten dieses Netz. Telefonate liefen auch nach der Abschaltung von 3G entweder über 2G oder im 4G-Netz per Voice-over-LTE.

"Über das 2G-Netz können so selbst Kunden ohne moderne Geräte weiterhin miteinander sprechen. Durch den Wegfall von 3G im Sommer 2021 können Geräte, die nicht LTE-fähig sind, das Internet nur noch über 2G nutzen. Damit sind einfache, textbasierte Anwendungen weiterhin möglich, dauern aber gegebenenfalls deutlich länger als bisher gewohnt." Hier lohne ein Wechsel auf ein neues Gerät, insbesondere für Nutzer mit alten Mobiltelefonen, die noch nicht LTE-fähig sind.

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Auch einfache M2M-Anwendungen seien über das 2G-Netz möglich. Nach der 3G-Abschaltung würden beispielsweise die automatischen Notrufe in Kfz, der eCall, über das 2G-Netz transportiert. Die Module in den Fahrzeugen nutzen schon heute die beiden Netze von 2G und 3G parallel. 2G ist bei der Machine-to-Machine-Kommunikation aufgrund der geringen benötigten Datenmengen in den meisten Fällen ein adäquater Ersatz für 3G, bietet jedoch nicht die gleichen Leistungen.

Die meisten europäischen Anbieter reduzierten ihre 2G-/3G-Infrastruktur von zwei Netzen auf ein Netz. "In der Schweiz wird beispielsweise 2G abgeschaltet und 3G bleibt für Kunden bestehen. Hier in Deutschland wird von den Anbietern in 2021 das 3G-Netz abgeschaltet. Das 2G-Netz wird weiterhin nutzbar sein" , erklärte Hafenrichter.


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