Grundversorgung: Telekom baut auch noch mit Kupfer aus
In Bergfeld, einer Gemeinde im Landkreis Gifhorn in Niedersachsen, baut die Deutsche Telekom noch Kupferleitungen aus. "Derzeit ist in Bergfeld eine Versorgung der Haushalte via Kupferkabel mit bis zu 40 Megabit pro Sekunde oder per LTE mit bis zu 100 MBit/s möglich", sagte SPD-Ortsratsmitglied Werner Müller laut einem Bericht der Allgemeinen Zeitung(öffnet im neuen Fenster). Das Neubaugebiet werde die Telekom mit Kupferkabel versorgen – und nicht mit Glasfaser.
Telekom-Sprecherin Stefanie Halle sagte Golem.de auf Anfrage: "Dabei handelt es sich um unsere Verpflichtung zur Grundversorgung mit Telefon. Wenn wir den Zuschlag für den Ausbau eines Neubaugebiets erhalten, bauen wir das Neubaugebiet in der Regel mit Glasfaser aus. Nur wenn ein Mitbewerber den Zuschlag für die Breitbandversorgung erhält, aber keine Grundversorgung mit Telefon herstellt, stellen wir diese her."
Kein Kupfer nur bei eigenfinanzierten Breitbandausbau
In dem besagten Neubaugebiet wäre laut Halle ein Eigenausbau der Telekom nicht wirtschaftlich gewesen. Die Gemeinde habe sich jetzt für einen eigenen Weg entschieden. "Die Aussage, mehr Kupfer statt Glasfaser auszubauen, bezog sich auf unseren eigenfinanzierten Breitbandausbau", sagte Halle.
Nach den Worten von Halle gebe es keine gesetzliche Regelung im Telekommunikationssektor für den Ausbau von Neubaugebieten mit Glasfaser-Technik, jedoch eine gesetzliche Regelung zur Grundversorgung mit Telefon.
Dabei baue "die Telekom überhaupt kein Kupfer mehr aus, wir bauen nur Glas", hatte Telekom-Konzernchef Tim Höttges am 6. Dezember 2017 auf der Jahrestagung des Bundesverbands Glasfaseranschluss (Buglas) erklärt. Ein Golem.de-Leser hatte uns auf den Ausbau in Bergfeld hingewiesen.
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