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Grüne Liga klagt erst und begründet später

Als am Samstag die Nachricht vom Baumfällstop bekannt wurde, suchte man zunächst vergeblich nach einem Statement der Grünen Liga Brandenburg auf deren Webseite. Erst einen Tag später reagierte der Verband mit einer vergleichsweise dünnen Pressemitteilung. Das wirkt zumindest unprofessionell: Wer sich in einen solchen Konflikt begibt, sollte sein Vorgehen gut begründen können.

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Dass die Grüne Liga Brandenburg hier nicht gerade glücklich vorging, sehen offenbar auch viele der Mitglieder so. Die Umweltgruppe Cottbus, die zur Grünen Liga gehört, hat sogar den Rücktritt des Landesvorstandes gefordert.

"Bis auf wenige Personen haben alle Mitglieder des Umweltnetzwerkes erst aus der Presse von der Einreichung der Rechtsmittel gegen die Rodung in Grünheide erfahren und waren weder in die Entscheidung einbezogen noch wurden sie von der Grünen Liga Brandenburg über Beweggründe und eine etwaige Strategie informiert", schreibt die Umweltgruppe Cottbus dazu.

Auch sonst gab es aus der Umweltbewegung Kritik am Vorgehen der Grünen Liga. Volker Quaschning, Professor für Regenerative Energiesysteme an der HTW Berlin und einer der Initiatoren der Scientists for Future, schreibt auf Twitter etwa. "Absurd: Grüne Liga erwirkt Rodungsstopp auf Tesla-Gelände. Jede Bauverzögerung sorgt für mehr Benzin- und Dieselautos, mehr CO2 und verschärft die Klimakrise." Von prominenten Mitgliedern der Grünen kommt ebenfalls heftige Kritik.

Baumbesetzer wollen "Jahrhunderte alten Wald" schützen

Neben der Grünen Liga versuchte am Sonntag eine Gruppe, die sich Baumpirat*innen nennt, die Baumfällungen durch eine Besetzung der Bäume zu verhindern. Laut einem Bericht der Zeitung Neues Deutschland hatte die Gruppe wohl nicht mit dem Gerichtsbeschluss gerechnet und besetzte deshalb Bäume, deren Fällung gerade sowieso nicht anstand.

"Individualverkehr kann nicht die Lösung sein, egal mit welchem Antrieb", sagte demnach eine Aktivistin in einer auf Indymedia veröffentlichten Presseerklärung. "Wer glaubt einen Jahrhunderte Jahre alten Wald gegen die Fabrik einer Greenwashing-Firma eintauschen zu können, um die Umwelt zu retten, der irrt sich gewaltig!" Von welchem jahrhundertealten Wald hier die Rede ist, bleibt unklar - die Kiefernplantage in Grünheide kann es jedenfalls nicht sein.

Das eher unglückliche Vorgehen von Umweltschützern in Sachen Tesla-Fabrik verdeckt, dass es durchaus berechtigte Fragen zu stellen gibt und dass man auch die Elektromobilität nicht unkritisch bejubeln muss. So weist die Grüne Liga Brandenburg zu Recht darauf hin, dass Tesla sich vor allem auf große und schwere Fahrzeuge konzentriert. In Grünheide soll künftig mit dem Model Y auch ein SUV gebaut werden.

Für eine Verkehrswende, die nicht nur dem Klimaschutz helfen soll, sondern die sich auch um eine bessere Verteilung des knappen Platzes in Städten bemüht und die unerträglich hohe Zahl an Verkehrstoten reduzieren will, sind solche Fahrzeuge sicher wenig hilfreich. Und wenn Wirtschaftsminister Peter Altmaier sagt, dass der Bau der Tesla-Fabrik von großer Bedeutung für den Klimaschutz sei, möchte man ihm entgegnen, dass zum Klimaschutz nicht nur gehört, Elektroautos zu bauen, sondern auch die Zahl der fossilen Fahrzeuge zu reduzieren und die Wind- und Solarenergie auszubauen.

Eine kritische Diskussion über die Elektromobilität ist wünschenswert. Ob der Rodungsstopp in Grünheide dazu beiträgt, ist fragwürdig. Und ob es sinnvoll ist, dass sich einige Klimaaktivisten nun ausgerechnet Tesla als neuen Gegner herausgesucht haben, während die deutsche Autoindustrie noch überwiegend Benzin- und Dieselverbrennungsmaschinen baut, kann man auch bezweifeln.

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 Grünheide: Umweltbewegung agiert bei Tesla-Fabrik unglücklich
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LarusNagel 02. Mär 2020

Deine Zahl (6000) ist 15-20 Jahre alt. Aktuell sind wir bei ca. 3000 p.A. Quelle: https...

Phonehoppy 28. Feb 2020

Immer wieder lese ich die Kritik, dass es ein Irrweg sei, große SUVs als E-Autos zu...

senf.dazu 28. Feb 2020

40 Mio Haushalte und z.B. 1000 qm je Haushalt für ein extremes EFH Szenario machen ca...

Ach 22. Feb 2020

Bayern ist ja sicher eine ziemlich fruchtbare Gegend. Mit viel Regen und genug Sonne. Hab...

plazer 21. Feb 2020

Ich komme zufällig aus der Gegend. Das Käfer Fichten Problem das Ende der 80er Anfang der...


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