Grünheide: Tesla darf Wald weiter roden

Die Rodungsarbeiten für das Tesla-Gelände Grünheide dürfen fortgesetzt werden. Das hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg entschieden. Die Eilanträge zweier Umweltverbände sind zurückgewiesen worden.

Artikel veröffentlicht am , Michael Linden
Tesla darf in Grünheide weiter Bäume fällen.
Tesla darf in Grünheide weiter Bäume fällen. (Bild: Annegret Hilse/Reuters)

Der US-Autohersteller Tesla darf die Rodungsarbeiten für den Bau seiner geplanten Autofabrik im brandenburgischen Grünheide fortsetzen. Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg wies am Abend des 20. Februar 2020 die Eilanträge der Grünen Liga Brandenburg e.V. und des Vereins für Landschaftspflege und Artenschutz in Bayern e.V. gegen die vorzeitige Erlaubnis zur Waldrodung auf dem Tesla-Gelände zurück.

Das Gericht hatte die Arbeiten am vergangenen Freitag überraschend gestoppt, um über Beschwerden gegen abgelehnte Eilanträge zum Stopp der Rodungen entscheiden zu können. Das Verwaltungsgericht in Frankfurt (Oder) hatte die Anträge der beiden Verbände zuvor zurückgewiesen, was nun in zweiter Instanz bestätigt wurde.

Der 11. Senat des Gerichts teilte mit, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für den vorzeitigen Beginn der Errichtung der Anlage zu Recht bejaht worden seien. Es sei rechtens, dass die zuständige Behörde Errichtungsarbeiten erlaubt habe, noch bevor die Erteilung der immissionsschutzrechtlichen Genehmigung erfolgt sei. Es handelt sich um eine Kiefernplantage.

Die Behörde musste der Entscheidung zufolge auch nicht die Einwendungsfrist abwarten, weil sie die voraussichtliche Genehmigungsfähigkeit des Vorhabens beurteilen könne. Der Beschluss ist unanfechtbar. Damit dürfen die Baumfällungen wieder aufgenommen und abgeschlossen werden, noch bevor die Vegetationsperiode im März beginnt. Dann kommen Brutvögel, und die Bäume dürften nicht mehr gefällt werden, berichtete die Berliner Zeitung.

Bei einem längeren Rodungsstopp wäre der Zeitplan Teslas durcheinandergeraten, der vorsieht, dass ab 2021 Autos in Grünheide produziert werden. In der ersten Phase will Tesla rund 10.000 Model Y pro Woche produzieren. In dieser Zeit könnten bis zu 12.000 Mitarbeiter beschäftigt werden.

Nicht alle Umweltschützer sind gegen die Baumfällaktion. Der Brandenburger Ableger des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) befürwortet den Bau der Fabrik, der lokale Kreisverband der Grünen begrüßte die Tesla-Pläne ebenfalls. Auch innerhalb der Grünen Liga Brandenburg gab es Gegenstimmen. Die Umweltgruppe Cottbus, die zur Grünen Liga gehört, forderte aufgrund der Umstände den Landesvorstand zum Rücktritt auf.

Tesla äußerte sich bisher nicht zum weiteren Vorgehen.

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Dwalinn 24. Feb 2020

Eine Anlagen für Bohrmaschinen wäre vermutlich deutlich kleiner. Ich bin mir sicher das...

das-emu 23. Feb 2020

Das heutige Waldbauer den Wald nicht bloss als Wirtschle Holzansammlung sehen sieht man...

das-emu 22. Feb 2020

Die Quelle würde ich auch gerne sehen, wieso sich das nicht lohnen soll. Aber abgesehen...

das-emu 22. Feb 2020

Waldbauer haben klare Ziele beim aufforsten/ Pflegen von Wäldern. Das schaffen eines...



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