Grünheide: IG Metall besorgt über Arbeitsbedingungen bei Tesla
Die IG Metall ist besorgt über die Arbeitsbedingungen beim E-Autobauer Tesla in Grünheide bei Berlin. Beschäftigte berichteten der Gewerkschaft von Unmut über belastende Schichtsysteme, häufige Mehrarbeit an Wochenenden, eine sehr hohe Arbeitsbelastung insgesamt und zu wenig Personal, sagte Irene Schulz, Bezirksleiterin der IG Metall für Berlin, Brandenburg und Sachsen, am Donnerstag in Berlin.
Die Beschäftigten müssten mit dem Arbeitsvertrag eine Geheimhaltungserklärung unterzeichnen, auf die im Unternehmensalltag auch immer wieder hingewiesen werde. Sie seien dadurch verunsichert, ob sie mit der Gewerkschaft überhaupt über die Arbeitsverträge sprechen dürften. "Dass überhaupt solche Fragen gestellt werden, das kennen wir aus anderen Unternehmen so in der Form und in der Häufigkeit nicht", sagte Schulz. Tesla äußerte sich auf Nachfrage zunächst nicht zu den Vorwürfen.
Die Bezirksleiterin der Gewerkschaft berichtete zudem von einerStellenausschreibung für einen Security Intelligence Investigator, die im Unternehmen für viele Fragen sorge. "Sie führen sowohl proaktive als auch reaktive Ermittlungen durch und gehen aktiv gegen interne und externe Bedrohungen für die geschützten und vertraulichen Informationen von Tesla vor", heißt es in der Stellenausschreibung des Unternehmens. Viele Beschäftigte fragten sich nun, was genau Inhalt dieser Ermittlungen sein soll – und ob sie womöglich selbst ins Blickfeld geraten, sagte Schulz.
Tesla sucht Ermittler mit Erfahrung bei Strafverfolgungsbehörden oder Nachrichtendiensten
Der Stellenanzeige zufolge(öffnet im neuen Fenster) erwartet Tesla "mehrjährige Erfahrung als Ermittler bei internationalen/nationalen Strafverfolgungsbehörden oder Nachrichtendiensten und/oder eine gleichwertige Zeit im Bereich Unternehmenssicherheit". Die Person werde Teil eines "Teams von Ermittlern und Analysten, das jede Untergrabung von Teslas Geschäftstätigkeiten erkennen, auswerten, unterbinden oder vor dieser beschützen" soll.
Als zusätzlichen Schutz für das Abhandenkommen von Informationen hat Tesla Mitarbeiter abgestellt, um die Angestellten der verschiedenen Schichten zu kontrollieren. Auch ein Auto mit Kamera fahre Mitarbeitern zufolge auf dem Gelände der Tesla-Fabrik umher, um Whistleblower und Verstöße aufzuspüren. Seit ein paar Wochen könnten auch Drohnen nicht mehr über das Gelände fliegen, weil deren Signale gestört würden. Insbesondere Journalisten, aber auch Gewerkschaften und Behörden sind jedoch auf Whistleblower angewiesen, um Missstände publik zu machen beziehungsweise zu verfolgen.
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