Grünheide: Bebauungsplan für erweiterte Tesla-Fabrik könnte 2024 stehen

Der US-Elektroautohersteller Tesla plant die Erweiterung seines Geländes in Grünheide bei Berlin - dafür will die Gemeinde beim Bebauungsplan Tempo machen. Bürgermeister Arne Christiani (parteilos) hält eine Aufstellung des Bebauungsplans bis zum ersten Quartal 2024 für möglich. Allerdings: "Dafür müsste alles sehr gut klappen" , sagte Christiani der Nachrichtenagentur dpa. Derzeit warte die Gemeinde auf Informationen der zuständigen Planungsbüros. Dann würden die Träger öffentlicher Belange einbezogen, ihre Stellungnahmen müssten dann noch ausgewertet werden.
Tesla will einen eigenen Werkbahnhof für den Güterverkehr, Logistikflächen und eine Betriebskita auf einer angrenzenden Fläche errichten, da das bestehende Gelände dafür nicht reicht. Die Gemeindevertretung Grünheide stimmte im Dezember mit Mehrheit für die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans. Der Autobauer kann nun eine Fläche von mehr als 100 Hektar kaufen. Dafür muss weiterer Wald gerodet werden.
Die Brandenburger Landesregierung stellte Tesla laut Umweltministerium bei Vertragsverhandlungen 2019 bereits den Erwerb einer weiteren Fläche in Aussicht - vorbehaltlich des Bebauungsplanrechts. Wirtschaftsminister Jörg Steinbach (SPD) rechnet im Zusammenhang der Erweiterung mit einem weiteren Impuls für die wirtschaftliche Entwicklung am Standort. Umweltschützer warnen jedoch vor einer Erweiterung , weil ein Teil des Areals im Wasserschutzgebiet liegt. Tesla wies Bedenken von Umweltschützern stets zurück.
Auf dem bestehenden Gelände plant Tesla einen Ausbau des Werks, um die Produktion zu erweitern. Der Zeitplan dafür ist bisher offen. Für den Ausbau ist eine neue umweltrechtliche Genehmigung des Landes Brandenburg notwendig. "Es ist noch kein immissionsschutzrechtlicher Antrag für den Ausbau des Standortes eingegangen" , sagte die Sprecherin des Umweltministeriums, Frauke Zelt.
Tesla produziert seit März in Grünheide in Brandenburg Elektroautos vom Typ Model Y. Das bisherige Tesla-Gelände umfasst rund 300 Hektar. Das Unternehmen von Tesla-Chef Elon Musk baut dort auch eine Batteriefabrik.
Zuletzt stellte Tesla seine Fabrik auf einen Drei-Schicht-Betrieb um. Nach Informationen von Golem.de lief die erste Nachtschicht am Abend des 8. Januar 2023 an. Allerdings sollten zunächst nur 80 Fahrzeuge pro Schicht produziert werden. Das Unternehmen sucht weiterhin händeringend nach Mitarbeitern .

Im vergangenen Dezember wurden erstmals 3.000 Model Y in einer Woche in Grünheide hergestellt . Dennoch soll es im Werk nicht unproblematisch zugehen, berichtete der Tagesspiegel unter Berufung auf einen Insider. Ein Tesla-naher Insider bestätigte demnach, dass es zu "knallharter Ausbeutung" und "Zwangsverpflichtungen" komme, weil viele Kollegen ausgefallen seien. Es sei nicht erkennbar, dass die Werksleitung die Arbeitsbedingungen verbessern wolle, was zu großer Unzufriedenheit bei der Belegschaft führe.



