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Wäre eine Kombination aus Biosprit und E-Fuels sinnvoll?

Will man Biokraftstoffe nachhaltig in größerem Stil produzieren, müsste man auf Technologien setzen, die es bisher nicht in großem Maßstab gibt. Man könnte etwa, ähnlich der Kohlegasifizierung, verschiedene Formen von Biomasse in Synthesegas umwandeln und anschließend, wahlweise mittels Fischer-Tropsch-Synthese oder durch die Produktion von Methanol, in flüssige Energieträger umwandeln.

Bei einer solchen Biomassegasifizierung könnte man wiederum durch die Zugabe von Wasserstoff die Ausbeute deutlich erhöhen, da die meiste Biomasse ein für derartige Prozesse nicht optimales Verhältnis von Wasserstoff und Kohlenstoff hat und zudem im Prozess auch CO2 entsteht.

Das Ergebnis wäre eine Kombination von Biokraftstoffen und E-Fuels. Vor allem in China setzt man inzwischen auf solche Kombitechnologien. Eine erste industrielle Anlage, in der grünes Methanol hergestellt wird, betreibt das Unternehmen Shanghai Electric seit Mitte 2025. Zur Herstellung von grünem Flugbenzin wären weitere Umwandlungsschritte nötig, Methanol kann allerdings auch direkt als Treibstoff im Schiffsverkehr genutzt werden.

Betrachtet man das angedachte Konzept für die E-SAF-Anlage in Schwedt, erscheint es naheliegend, in eine ähnliche Richtung zu denken. Geplant ist bislang, das CO2 aus einem Kraftwerk abzufangen, in dem Reststoffe einer Papierfabrik verbrannt werden.

Das alleine benötigt bereits erhebliche Mengen an Energie, da CO2 aufwendig von anderen Gasen wie Sauerstoff und Stickstoff aus dem Abgasstrom abgetrennt werden muss. Üblicherweise kommt dafür eine Technologie namens Aminwäsche zum Einsatz.

Statt biogene Reststoffe zuerst zu verbrennen, somit jeglicher Energie zu berauben und anschließend diese Energie wieder aufwendig in Form von Wasserstoff zuzuführen, könnte man sich vorstellen, viel direkter vorzugehen. Man könnte die Biomasse gasifizieren und dann weitaus geringere Mengen Wasserstoff zur Erhöhung der Ausbeute hinzugeben. Den Energiebedarf der Papierproduktion könnte man alternativ über industrielle Großwärmepumpen bereitstellen.

Insgesamt wäre das effizienter, allerdings sollte man nicht verschweigen, dass die Gasifizierung von Biomasse oder Abfällen technisch sehr anspruchsvoll ist, insbesondere dann, wenn das Synthesegas anschließend für die Produktion von Kraftstoffen und Chemikalien genutzt werden soll. Hierfür ist eine aufwendige Gasreinigung nötig. Viele Projekte, die Derartiges in der Vergangenheit versuchten, scheiterten daran. Bislang wurde diese Technologie nirgends in großem Stil und langfristig eingesetzt.

Erwähnenswert ist an dieser Stelle, dass ein Start-up namens Cyclize aus Stuttgart an einer entsprechenden Technologie arbeitet und damit eine von der PCK-Raffinerie organisierte Start-up-Challenge gewann(öffnet im neuen Fenster). Angedacht ist der Bau einer kleinen Pilotanlage. Zur geplanten E-SAF-Anlage hat das allerdings bislang keinen direkten Bezug.

Enertrag hofft weiter, eine "klassische" E-Fuels-Produktion mit Hilfe von Wasserstoff und CO2 umzusetzen. Eine Investitionsentscheidung für das Projekt wird für 2027 angestrebt, 2030 könnte die Produktion starten. Ob es wirklich dazu kommt, bleibt abzuwarten.


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