Fischer-Tropsch-Technologie aus Südafrika
In Südafrika betreibt Sasol einige Anlagen, in denen aus Kohle Treibstoffe und Chemikalien hergestellt werden. Dafür kommen eine Kohlegasifizierung und ein Verfahren namens Fischer-Tropsch-Synthese zum Einsatz. Dass diese Technologie dort genutzt wird, hat historische Gründe. Während des Apartheid-Regimes war Südafrika international isoliert und konnte durch die Nutzung eigener Kohle Ölimporte ersetzen.
Klimafreundlich ist das natürlich überhaupt nicht. Aber genau diese Fischer-Tropsch-Technologie gilt als eine Möglichkeit, klimafreundliche Kraftstoffe herzustellen. Die Fischer-Tropsch-Synthese ist allerdings nicht der einzige Weg, um aus CO2 Treibstoffe herzustellen. Eine Alternative, die viele andere Projekte verfolgen, ist die Synthese von Methanol als Zwischenschritt.
Die Idee, die Fischer-Tropsch-Synthese für grüne Kraftstoffe einzusetzen, ist nicht neu. Seit Jahrzehnten gibt es immer wieder Ankündigungen und Pläne, nicht nur aus CO2, sondern beispielsweise auch aus Abfällen oder Holz mittels Fischer-Tropsch-Prozess flüssige Kraftstoffe zu produzieren. Passiert ist es bislang in großem Stil nicht.
Bei der Kohlegasifizierung wird diese zunächst in ein Synthesegas, ein Gemisch aus Kohlenmonoxid und Wasserstoff, umgewandelt. Daraus wird im Fischer-Tropsch-Prozess eine Form von Rohöl. Will man den gleichen Prozess stattdessen mit Kohlendioxid (CO2) und Wasserstoff betreiben, ist ein weiterer Prozessschritt nötig, eine Reverse-Wassergas-Shift-Reaktion, kurz RWGS. Sie wandelt Kohlendioxid in Kohlenmonoxid um.
Diese beiden Technologieschritte waren die Basis der Zusammenarbeit von Sasol und dem dänischen Anlagenbauer Topsoe. Das Gemeinschaftsunternehmen Zaffra sollte die Technologie für nachhaltige Kraftstoffe bereitstellen, mit einer Fischer-Tropsch-Synthese von Sasol und einer von Topsoe entwickelten Technologie für die RWGS(öffnet im neuen Fenster).
Am 26. Juni kündigten Topsoe und Sasol jedoch an, dass das Unternehmen Zaffra abgewickelt werden solle(öffnet im neuen Fenster). Die genaue Motivation bleibt unklar. Sasol und Topsoe betonten, dass sie weiterhin gemeinsam die Entwicklung von nachhaltigen Flugkraftstoffen verfolgen wollten.
Bei Enertrag wurde man davon wohl überrascht. Enertrag-Pressesprecher Michael Rassinger sagte Golem, dass die beiden Unternehmen noch gemeinsam Anfang Juni bei der Messe ILA präsent gewesen seien und dort von einer Auflösung von Zaffra keine Rede gewesen sei.
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