Grüne: Studie zu DVB-T2-Frequenzen wird zurückgehalten

Die Mobilfunk-Betreiber greifen nach dem Frequenzbereich, den auch Konzertveranstalter nutzen.

Artikel veröffentlicht am ,
Konzert in Thailand
Konzert in Thailand (Bild: Nutthaseth Vanchaichana/EyeEm/Getty)

Eine Studie der Bundesnetzagentur zur Zukunft der DVB-T2-Frequenzen, die auch Veranstalter und Künstler nutzen, wird seit Juni nicht veröffentlicht. Das erklärte die Sprecherin der Grünen-Fraktion für Bildung und Medien, Margit Stumpp, am 13. September 2021.

Stellenmarkt
  1. Client-Hardware - Konzeption, IT-Asset-Lifecycle-Management und Support
    Universität Hamburg, Hamburg
  2. Softwareentwickler (m/w/d) Frontend / Backend / Fullstack
    AUSY Technologies Germany AG, verschiedene Standorte
Detailsuche

"Im Rahmen einer Beiratssitzung der Bundesnetzagentur im Januar diesen Jahres sagte Präsident Jochen Homann den anwesenden Abgeordneten zu, möglichst früh über erste Ergebnisse aus der in Auftrag gegebenen Studie zum Thema der zukünftigen Nutzung des UHF-Bandes zu informieren. Der Abschluss der Studie sei für Juni vorgesehen." Doch seitdem herrsche Funkstille.

Darum habe Stumpp bei der Bundesregierung nachgefragt, was aus der angekündigten Studie geworden sei. In der Antwort werde wie selbstverständlich von Herbst 2021 gesprochen, eine Verzögerung von einem halben Jahr, ohne dass über den Grund der Verspätung transparent informiert werde, erklärte die Grünen-Politikerin. "Über die Gründe kann nur spekuliert werden; welche Rolle dabei die Mobilfunk-Lobby spielt, ist unklar", sagte Stumpp.

Mobilfunkbranche greift nach Digitaler Dividende III

Die Mobilfunkbranche erhebt Anspruch auf den Bereich und bezeichnet ihn als Digitale Dividende III. Telefónica-Chef Markus Haas hatte im September 2018 die Diskussion um eine Digitale Dividende III angestoßen und gefordert, die Frequenzen im langwelligen Bereich unterhalb von 700 Megahertz müssten weltweit harmonisiert und für den Gebrauch durch die Veranstalter bestimmt werden. "Wenn wir in Deutschland die gesamte Fläche abdecken wollen, werden wir in den kommenden Jahren noch mehr Spektrum brauchen", sagte Haas damals.

Golem Akademie
  1. IT-Fachseminare der Golem Akademie
    Live-Workshops zu Schlüsselqualifikationen
  2. 1:1-Videocoaching mit Golem Shifoo
    Berufliche Herausforderungen meistern
  3. Online-Sprachkurse mit Golem & Gymglish
    Kurze Lektionen, die funktionieren
Weitere IT-Trainings

Die nächste Weltfunkkonferenz wird 2023 stattfinden. Stumpp erklärte, dass die Bundesnetzagentur die Studie im Rahmen der Vorbereitungen zur Weltfunkkonferenz angekündigt habe, um die zukünftige Nutzung des UHF-Frequenzbandes zu untersuchen. Auf das Frequenzspektrum sei die Kultur- und Kreativbranche dringend angewiesen, betonte sie.

"Ein weiterer Verlust von Frequenzen an den Mobilfunk hätte verheerende Folgen für die Branche, im schlimmsten Fall könnten Live-Events nicht mehr stattfinden. Der langfristige Erhalt der Kulturfrequenzen ist essentiell für den Kultur- und Kreativbereich. Insbesondere jetzt in der Corona-Krise, wo die Kultur- und Kreativwirtschaft aufgrund ausfallender Theatervorführungen, Konzerte, Festivals etc. zu kämpfen hat, darf das Thema nicht im Wahlkampfmarathon unter den Tisch gekehrt werden", sagte Stumpp.

Die versprochene Studie beziehungsweise Erkenntnisse daraus sollten noch vor der Bundestagswahl veröffentlicht werden, forderte sie. Ansonsten werde deutlich, welche Priorität die Rundfunk- und Kulturfrequenzen für die Regierungsparteien hätten.

Was in dem Frequenzbereich passiert

Der Bereich ist primär DVB-T2 zugeordnet, dort arbeiten aber auch die Kulturfrequenzen oder PMSE (Programme Making and Special Events) der Veranstaltungstechnik mit drahtlosen Mikrofonen und In-Ear-Monitors. Der Bereich 470 bis 694 MHz wird durch Rundfunk (DVB-T2), PMSE und lokal durch Windprofiler (DWD) sowie Radioastronomie (Effelsberg) genutzt.

PMSE nutzt das gesamte Band auf Free-Tuning-Basis, das heißt, es werden zuvor die lokal nicht genutzten Frequenzen identifiziert und dann das Equipment auf diese Frequenzen eingestellt. Die Hersteller haben dafür bereits in der Vergangenheit Softwarelösungen angeboten.

Deutschland soll sich vor der Weltfunkkonferenz positionieren

Die Studie wurde von Goldmedia erstellt und soll der Bundesnetzagentur als Richtschnur dienen, um die deutsche Position bei der Weltfunkkonferenz 2023 zu bestimmen. "Die durch Corona sowieso schon arg gebeutelte Veranstaltungsbranche muss wissen, dass sie wenigstens ihre Kulturfrequenzen zwischen 470 und 694 MHz behalten darf. Auch für das terrestrische Fernsehen, das in Katastrophenzeiten ein Revival erlebt, sind diese Frequenzen unverzichtbar. Deutschland muss sich in den Vorbereitungsgruppen der Weltfunkkonferenz entsprechend positionieren und gemeinsam mit Frankreich die Kulturfrequenzen auch für den Zeitraum nach 2030 dauerhaft sichern", sagte der Sprecher der Initiative SOS (Save Our Spectrum), Jochen Zenthöfer, in der Veranstalter und Künstler zusammengeschlossen sind, Golem.de.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Drucker
Ohne Tinte kein Scan - Klage gegen Canon

In den USA wurde eine Sammelklage gegen Canon eingereicht: Klagegrund ist, dass einige 3-in-1-Geräte nur scannen, wenn Tinte vorhanden ist.

Drucker: Ohne Tinte kein Scan - Klage gegen Canon
Artikel
  1. Microsoft: Xbox-Kühlschrank kostet 100 Euro
    Microsoft
    Xbox-Kühlschrank kostet 100 Euro

    Microsoft bringt wie angekündigt einen Minikühlschrank im Design der Xbox Series X auf den Markt, der auch nach Deutschland kommen wird.

  2. Silicon Valley: Apple entlässt #Appletoo-Aktivistin
    Silicon Valley
    Apple entlässt #Appletoo-Aktivistin

    Apple hat Janneke Parrish gekündigt, die sich für die Offenlegung von Diskriminierung in dem Unternehmen einsetzte. Auch Netflix entlässt offenbar eine Aktivistin.

  3. Streaming: Squid Game soll Netflix 900 Millionen US-Dollar bringen
    Streaming
    Squid Game soll Netflix 900 Millionen US-Dollar bringen

    Die südkoreanische Serie Squid Game ist dabei, sich zu Netflix' größtem Erfolg zu entwickeln: Die Survival-Serie bricht mehrere Rekorde.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • Cyber Week: Bis zu 37% Rabatt auf Corsair-Produkte • Mehrwertsteuer-Aktion bei MediaMarkt • Crucial BX500 1 TB 69€ • Aerocool Aero One White 41,98€ • Creative Sound BlasterX G5 89,99€ • Alternate (u. a. AKRacing Core SX 248,99€) • Gamesplanet Anniv. Sale Classic & Retro [Werbung]
    •  /