Grüne Berlin: Verbrenner-Verbot ist auch nur ängstliches Minimalziel

Berlins Grünen-Spitzenkandidatin Jarasch fordert ein Verbrenner-Verbot bis 2030 in der Innenstadt. Die Alternative, E-Autos, bringt aber viel zu wenig.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Auch E-Autos nehmen Menschen Platz in der Stadt.
Auch E-Autos nehmen Menschen Platz in der Stadt. (Bild: Pixabay)

Das wohl größte Problem zukunftsgewandter Politik in Deutschland ist die Angst vor Veränderung - und die Angst der Parteien vor ebenden Wählern, die Veränderungen fürchten. Das zeigt sich nun auch wieder in Äußerungen von Bettina Jarasch, die als Spitzenkandidatin der Grünen bei der Berliner Abgeordnetenhauswahl gute Chancen auf das Amt der Regierenden Bürgermeisterin hat. Denn das von ihr und ihrer Partei geforderte Verbrennerverbot innerhalb des Berliner Innenstadtrings ist nicht mehr als ein liebloses Minimalziel aus Angst vor großen Zielen.

Inhalt:
  1. Grüne Berlin: Verbrenner-Verbot ist auch nur ängstliches Minimalziel
  2. E-Autos ändern nichts am Verkehr

In einem Interview mit T-Online fordert Jarasch "eine Null-Emissions-Zone innerhalb des S-Bahn-Rings und das heißt: Nur noch Autos, die keine fossilen Energien verbrennen, dürfen ab 2030 dort unterwegs sein". Die Spitzenkandidatin und ihre Partei möchten schon länger ein Verbrennerverbot in einem Gebiet, in dem derzeit immerhin rund ein Drittel der Berliner Bevölkerung lebt.

Dem Tagesspiegel sagte Jarasch außerdem: "Ganz grundsätzlich wollen wir den motorisierten Individualverkehr aus Klimaschutzgründen beenden und den Raum anders verteilen". Es ist aber kaum realistisch, dass es dazu kommt - selbst unter einer grünen Regierung in Berlin.

Anderer Antrieb statt eine andere Stadt

Immerhin setzt Jarasch im Interview direkt hinterher: "Aber wir Grüne wissen auch, dass es Menschen geben wird, die auf ihr Auto angewiesen sind". Gemeint sind damit diejenigen, die etwa auf Grund von Erkrankungen oder anderer Beeinträchtigungen Autos oder Ähnliches benötigen, aber vermutlich nicht nur sie. Derartige Sätze sind auch klar als Beschwichtigungspolitik gegenüber dem trägen deutschen Michel zu verstehen, der Angst um sein Statussymbol Auto hat, auch wenn es fast ausschließlich in der Gegend rumsteht und wertvollen Platz wegnimmt.

Stellenmarkt
  1. Projektleiter (m/w/d) Business Transformation Consulting (PBTC)
    Allianz Deutschland AG, Unterföhring bei München
  2. Head (m/w/d) of Software Development
    Körber Pharma Packaging GmbH, Schloß Holte-Stukenbrock
Detailsuche

So behalten sich auch die Grünen in Berlin und insbesondere Jarasch die Option vor, die Verbrenner einfach durch Autos mit elektrischen Antriebssträngen zu ersetzen. Denn als mögliche Alternativen zu den dann verbotenen Verbrennern wird explizit die Elektromobilität genannt. Und ein Umstieg für die, "die Autos brauchen", sei "jetzt schon möglich und wird noch günstiger und stärker gefördert werden". Das reduziert den Individualverkehr per Auto aber nicht. Zwar setzt die Partei auch auf Anreize, auf das Auto zu verzichten, wie den Ausbau des ÖPNV. Weitergehende Ziele für eine möglichst autofreie Stadt bleiben aber viel zu unkonkret.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
E-Autos ändern nichts am Verkehr 
  1. 1
  2. 2
  3.  


gadthrawn 13. Jun 2021

Tja. Häufig selbstverschuldet. Daher kein Mitleid. Todesursachen Nr. 1 ist...

Copper 13. Jun 2021

Bleibt trotzdem festzustellen, dass er in dem Punkt himmelweit daneben lag und man ihn...

Copper 13. Jun 2021

Der Part in den Klammern sagt mir schon mla sehr deutlich, wo Sie zu verorten sind. Und...

Copper 13. Jun 2021

ZUmidnest die Lebensgefährlichkeit auf dem Rad wird deutlich herabgesetzt, wenn Autos...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
SFConservancy
Open-Source-Entwickler sollen Github wegen Copilot verlassen

Ähnlich wie schon vor Jahrzehnten mit Sourceforge sollen Open-Source-Projekte nun auch Github verlassen.

SFConservancy: Open-Source-Entwickler sollen Github wegen Copilot verlassen
Artikel
  1. Chrome OS Flex: Das Apple Chromebook
    Chrome OS Flex
    Das Apple Chromebook

    Ein zehn Jahre altes Notebook lässt sich mit Chrome OS Flex wieder flott machen. Wir haben Googles Betriebssystem ausprobiert und waren begeistert.
    Ein Erfahrungsbericht von Martin Wolf

  2. Ransomware: Universität erzielt durch Lösegeldrückzahlung Gewinn
    Ransomware
    Universität erzielt durch Lösegeldrückzahlung Gewinn

    Die Universität Maastricht wurde nach einem Ransomware-Angriff erpresst und zahlte. Krypto-Kursschwankungen führten nun zu einem finanziellen Gewinn.

  3. Krypto-Hedgefunds: Three Arrows Capital ist offiziell insolvent
    Krypto-Hedgefunds
    Three Arrows Capital ist offiziell insolvent

    Neue Informationen zeigen, dass es beim Krypto-Fonds Three Arrows Capital zahlreiche Ungereimtheiten gibt.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MSI RTX 3080 12GB günstig wie nie: 949€ • AMD Ryzen 7 günstig wie nie: 259€ • Der beste 2.000€-Gaming-PC • Cooler Master 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 467,85€ • Asus RX 6900 XT OC günstig wie nie: 1.049€ • Mindstar (Gigabyte RTX 3060 399€) • Galaxy Watch3 45 mm 119€ [Werbung]
    •  /