Abo
  • Services:
Anzeige
Intel-Konzernchef Paul Otellini
Intel-Konzernchef Paul Otellini (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Gründe für Otellinis Rücktritt: Intel hat den mobilen Trend verschlafen

Intel-Konzernchef Paul Otellini
Intel-Konzernchef Paul Otellini (Bild: Justin Sullivan/Getty Images)

Der weltgrößte Chiphersteller hat mehr Probleme, als es die aktuelle Bilanz ausweist: Im immer wichtigeren Mobilgeschäft spielt Intel bis heute keine Rolle - hier dominiert US-Rivale Qualcomm.

Es erschütterte das Unternehmen, als der weltgrößte Chiphersteller Intel am Montagnachmittag verkündete, der langjährige Vorstandschef Paul Otellini werde auf der nächsten Hauptversammlung im Mai zurücktreten. Immerhin ist Otellini, der seit Ende 2005 als CEO amtiert, erst der fünfte Chef in der 45-jährigen Geschichte des US-Unternehmens.

Anzeige
  • Während Intel im Jahr 2000 noch rund 80 Prozent aller weltweit verkauften Prozessoren produziert hat, fiel jener Anteil bis Ende 2011 auf gut 30 Prozent. (Bildquelle: MIT Technology Review)
  • Ende 2011 entfiel der Großteil der Umsätze bei Smartphone-Prozessoren auf den US-Wettbewerber Qualcomm. (Bildquelle: MIT Technology Review/IDC)
  • Intel war 2011 mit rund 54 Milliarden Dollar Umsatz und einem Gewinn von fast 13 Milliarden Dollar gut zweieinhalb Mal so groß. Trotzdem bewertet die Börse das künftige Potenzial von Qualcomm höher. (Bildquelle: ycharts.com)
Während Intel im Jahr 2000 noch rund 80 Prozent aller weltweit verkauften Prozessoren produziert hat, fiel jener Anteil bis Ende 2011 auf gut 30 Prozent. (Bildquelle: MIT Technology Review)

Einen Nachfolger hat Intel ebenso wenig parat wie eine Begründung für den überraschenden Schritt. Letzteres ist jedoch gar nicht so schwer auszumachen: Bereits im Mai schrieb ich eine Analyse mit dem zugegebenermaßen provokanten Titel: "Intel - bereits ein Tech-Dinosaurier?".

Otellinis Versäumnis

Denn trotz vordergründig positiver Quartalszahlen hatte Weltmarktführer im Prozessorbereich bis zu jenem Zeitpunkt keine Antwort auf die tektonischen Verschiebungen innerhalb der PC-Industrie weg von PCs hin in Richtung Mobile gefunden - ein Versäumnis auch und gerade von Chef Otellini.

Genau das erachten Marktbeobachter auch heute als größte Schwäche von Intel: Erst Anfang November, also wenige Tage vor dem Otellini-Rücktritt, hat das US-Magazin MIT Technologie Review eine Story mit dem Titel "Der Druck auf Intel steigt" veröffentlicht. Während Intel im Jahr 2000 noch rund 80 Prozent aller weltweit verkauften Prozessoren produziert hat, fiel jener Anteil bis Ende 2011 auf gut 30 Prozent.

Hauptgrund dafür ist der Übergang in die sogenannte Nach-PC-Ära: Zwar konnte Intel seinen Anteil an PC-Prozessoren stabil bei über 80 Prozent halten. Durch den Siegeszug von Mobilgeräten wie Tablets und Smartphones sank der Anteil von PC-Chips am gesamten Prozessormarkt aber gleichzeitig von 96 auf zuletzt gut 38 Prozent.

Genau im Segment von Smartphones und Tablets - von denen laut einer Prognose des Marktforschungshauses IDC im Jahr 2016 bereits dreimal so viele Geräte weltweit verkauft wurden wie herkömmliche Computer - spielt Intel jedoch bisher keine Rolle: Ende 2011 entfiel der Großteil der Umsätze bei Smartphoneprozessoren auf den US-Wettbewerber Qualcomm.

Vor diesem Hintergrund wundert es nicht, dass die Intel-Aktie in der vergangenen Dekade weitgehend seitwärts marschiert ist: Anfang 2003 notierte der Kurs bei rund 20 Dollar - was ziemlich genau dem Schlusskurs von Dienstagabend, nämlich 20,25 Dollar, entspricht.

Qualcomm überholt Intel

Damit aber nicht genug: Erst Anfang November hat Qualcomm den Erzrivalen Intel erstmals beim Börsenwert überholt - der Mobilchip-Primus hatte zuvor positive Zahlen fürs Geschäftsjahr 2012 vorgelegt. Qualcomm hat im Ende September abgelaufenen Fiskaljahr gut 19 Milliarden Dollar Umsatz und rund 6 Milliarden Dollar Nettogewinn erzielt (PDF).

Das dürfte für den langjährigen Weltmarktführer nicht weniger als einer Demütigung gleichkommen: Schließlich war Intel 2011 mit rund 54 Milliarden Dollar Umsatz und einem Gewinn von fast 13 Milliarden Dollar gut zweieinhalbmal so groß. Trotzdem bewertet die Börse das künftige Potenzial von Qualcomm höher.


eye home zur Startseite
irata 23. Nov 2012

Klingt cool, solange man es nicht übersetzt ;-)

Christo 22. Nov 2012

Von Servern alleine kann Intel nicht überleben. Die meisten Architekturen die es (am...

barforbarfoo 21. Nov 2012

Haben wir sicherlich mehr davon, als von einem Quasi Monopol.

matok 21. Nov 2012

Intel weist damit erstaunliche Parallelen zu Microsoft auf.



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Syna GmbH, Frankfurt am Main
  2. SARSTEDT AG & Co., Nümbrecht-Rommelsdorf
  3. FILIADATA GmbH, Karlsruhe (Home-Office)
  4. operational services GmbH & Co. KG, Frankfurt


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. (-75%) 2,49€
  2. 44,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 109,99€/119,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)

Folgen Sie uns
       


  1. Heiko Maas

    "Kein Wunder, dass Facebook seine Vorgaben geheim hält"

  2. Virtual Reality

    Oculus Rift unterstützt offiziell Roomscale-VR

  3. FTP-Client

    Filezilla bekommt ein Master Password

  4. Künstliche Intelligenz

    Apple arbeitet offenbar an eigenem AI-Prozessor

  5. Die Woche im Video

    Verbogen, abgehoben und tiefergelegt

  6. ZTE

    Chinas großes 5G-Testprojekt läuft weiter

  7. Ubisoft

    Far Cry 5 bietet Kampf gegen Sekte in und über Montana

  8. Rockstar Games

    Waffenschiebereien in GTA 5

  9. Browser-Games

    Unreal Engine 4.16 unterstützt Wasm und WebGL 2.0

  10. Hasskommentare

    Bundesrat fordert zahlreiche Änderungen an Maas-Gesetz



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Redmond Campus Building 87: Microsofts Area 51 für Hardware
Redmond Campus Building 87
Microsofts Area 51 für Hardware
  1. Windows on ARM Microsoft erklärt den kommenden x86-Emulator im Detail
  2. Azure Microsoft betreut MySQL und PostgreSQL in der Cloud
  3. Microsoft Azure bekommt eine beeindruckend beängstigende Video-API

3D-Druck bei der Bahn: Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
3D-Druck bei der Bahn
Mal eben einen Kleiderhaken für 80 Euro drucken
  1. Bahnchef Richard Lutz Künftig "kein Ticket mehr für die Bahn" notwendig
  2. Flatrate Öffentliches Fahrradleihen kostet 50 Euro im Jahr
  3. Nextbike Berlins neues Fahrradverleihsystem startet

Google I/O: Google verzückt die Entwickler
Google I/O
Google verzückt die Entwickler
  1. Neue Version im Hands On Android TV bekommt eine vernünftige Kanalübersicht
  2. Play Store Google nimmt sich Apps mit schlechten Bewertungen vor
  3. Daydream Standalone-Headsets auf Preisniveau von Vive und Oculus Rift

  1. Performance ist mies

    Sammie | 15:34

  2. Re: Forken

    Tiles | 15:26

  3. Re: Die hohen Anschaffungskosten eines E-Autos...

    Carlo Escobar | 15:23

  4. Re: Volumenbegrenzungen abschaffen

    lenn121 | 15:21

  5. Re: Es ist übrigens das erste Far Cry, das in den...

    thecrew | 15:19


  1. 12:54

  2. 12:41

  3. 11:44

  4. 11:10

  5. 09:01

  6. 17:40

  7. 16:40

  8. 16:29


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel