GRU: Russlands Militärgeheimdienst bildet Hacker an Eliteuni aus
Ein internationales Medien-Konsortium, darunter der Guardian(öffnet im neuen Fenster), der Spiegel(öffnet im neuen Fenster) und Le Monde, hat mehr als 2.000 interne Dokumente ausgewertet, die eine verdeckte Kooperation zwischen der Moskauer Bauman-Universität und dem russischen Militärgeheimdienst GRU(öffnet im neuen Fenster) belegen. Das bislang öffentlich unbekannte Department 4 – intern als "Sonderausbildung" bezeichnet – dient demnach als direkter Rekrutierungs- und Ausbildungskanal für den GRU.
GRU greift direkt in Lehrplan und Prüfungen ein
Die Akten zeigen, dass GRU-Offiziere Studenten selbst auswählen, Prüfungen abnehmen und Absolventen unmittelbar Einheiten zuweisen. Zum Lehrpersonal gehört Viktor Netykschos, ein General, der die Einheit 26165 kommandierte – besser bekannt als Fancy Bear. US-Bundesankläger hatten Offiziere dieser Einheit wegen Einmischung in die US-Präsidentschaftswahl 2016 angeklagt. Zum Prüfungsstoff gehört laut Kursmaterialien das Schreiben eines Computervirus.
Absolventen landen bei Sandworm
Die Dokumente belegen, dass ein Absolvent des Frühjahrsjahrgangs 2024 der Einheit 74455 zugewiesen wurde – stationiert in der Schwarzmeerstadt Anapa und im Westen als Sandworm bekannt. Diese Gruppe wird für einige der folgenreichsten Cyberangriffe der vergangenen Jahre verantwortlich gemacht, darunter Angriffe auf das ukrainische Stromnetz und Störaktionen rund um die Olympischen Winterspiele 2018 in Südkorea.
Ein System mit mehreren Universitäten
Ein ehemaliger ranghoher russischer Verteidigungsbeamter bestätigte dem Recherche-Konsortium, dass Bauman nur eine von mehreren Universitäten sei, die für Rekrutierung und Ausbildung genutzt würden. Eine weitere Einrichtung, die Mirea-Universität, spiele demnach sogar eine noch größere Rolle.
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