Zum Hauptinhalt Zur Navigation Zur Suche

Großes Datenleck bei Nextcloud: Kundenskripte und Rechnungen standen offen im Netz

Neben internen Unternehmensdaten ließen sich durch die Sicherheitslücke bei Nextcloud auch für Kunden angefertigte Skripte einsehen.
/ Mike Faust
Kommentare Auf Google folgen (öffnet im neuen Fenster)
Die 367.000 offen einsehbaren Datensätze von Nextcloud enthielten Kundendaten und Vertragsunterlagen. (Bild: Pexels / Stanislav Kondratiev)
Die 367.000 offen einsehbaren Datensätze von Nextcloud enthielten Kundendaten und Vertragsunterlagen. Bild: Pexels / Stanislav Kondratiev

Eine fehlerhafte Konfiguration beim deutschen Cloudanbieter Nextcloud hat dazu geführt, dass mehr als 367.000 interne Datensätze offen im Internet zugänglich waren. Wie Cybernews berichtet(öffnet im neuen Fenster), soll der Vorfall durch die Fehlkonfiguration eines Elasticsearch-Clusters (Erfahrungsbericht, g+) verursacht worden sein.

Die Datenbank enthielt den Angaben zufolge unter anderem Daten von Mitarbeitern, Verträge und unverschlüsselte Rechnungen. Besonders kritisch sei aber der Fund von Skripten gewesen, die speziell für Kunden entwickelt worden seien, um die Nextcloud-Infrastruktur in ihre Systeme einzubinden, hieß es weiter.

Unter den einsehbaren Informationen sollen sich auch Informationen zu Kunden von Nextcloud befunden haben, etwa E-Mail-Adressen von Angestellten bei Strato und Ionos sowie des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen.

Laut Nextcloud keine Kundenserver betroffen

Zwei Tage nach der Entdeckung der Sicherheitslücke wurde sie von Nextcloud geschlossen. Das Unternehmen betonte, dass keine Kundenserver direkt betroffen gewesen seien und es keine Hinweise auf den Missbrauch der Daten gegeben habe.

Laut Cybernews warnen Experten davor, dass durch die öffentlich einsehbaren Rechnungen und E-Mail-Adressen täuschend echte Phishing-Mails erstellt werden könnten, um Nextcloud oder Kunden des Unternehmens zu attackieren. Angreifer könnten die Setup-Skripte zudem nutzen, um Schwachstellen in Kundensystemen aufzuspüren und unbefugten Zugriff auf die Daten zu erlangen.

Im Zuge der Bestrebungen um mehr digitale Souveränität ist die Open-Source-Software von Nextcloud eine Möglichkeit, um sich von den Diensten US-amerikanischer Anbieter zu lösen. Fehlende Sicherheitskonfigurationen führten Anfang des Jahres 2026 bereits zu einer Warnung vor laufenden Angriffen, wobei hier selbst gehostete Instanzen verschiedener Cloudanbieter betroffen waren.


Relevante Themen