Großer Chipkonzern: Cyberangriff stört Produktion von Microchip Technology

Der US-amerikanische Chiphersteller Microchip Technology ist offenbar Ziel eines Cyberangriffs geworden, der das Unternehmen dazu gezwungen hat, Teile seiner Produktion herunterzufahren. Wie der Hersteller in einer Mitteilung an die US-Börsenaufsichtsbehörde SEC(öffnet im neuen Fenster) erklärt, erkannte Microchip am 17. August auf seinen IT-Systemen "potenziell verdächtige Aktivitäten" .
Danach habe das Unternehmen unmittelbar Maßnahmen eingeleitet, um den Vorfall einzudämmen und zu untersuchen. Dabei habe Microchip am 19. August festgestellt, dass ein unbefugter Akteur die Nutzung bestimmter Server und einiger Geschäftsabläufe gestört hatte.
Um den Cyberangriff einzudämmen, habe der Hersteller die betroffenen Systeme umgehend isoliert, einige davon vollständig heruntergefahren und zusammen mit einem externen Sicherheitsberater weitere Untersuchungen eingeleitet. "Infolge des Vorfalls arbeiten einige der Produktionsanlagen des Unternehmens weniger als normal, und die Fähigkeit des Unternehmens, Aufträge zu erfüllen, ist derzeit beeinträchtigt" , erklärt Microchip außerdem.
Jedoch betont der Hersteller, er arbeite bereits mit Hochdruck daran, die betroffenen Systeme wieder in Betrieb zu nehmen, den normalen Geschäftsbetrieb wiederherzustellen und die Auswirkungen des Vorfalls abzumildern.
Viele Fragen bleiben noch offen
Microchip Technology gibt an, angesichts laufender Untersuchungen bisher noch keine Kenntnis über den genauen Umfang sowie die Art des Angriffs zu haben. Ob der Vorfall mit hinreichender Wahrscheinlichkeit wesentliche Auswirkungen auf die Finanz- oder Ertragslage des Unternehmens haben werde, sei zudem noch nicht festgestellt worden.
Damit ist ebenfalls noch ungewiss, ob bei dem Cyberangriff eine Ransomware im Spiel war. Bisher scheint sich noch keine Ransomwaregruppe zu einem Angriff auf den Chiphersteller bekannt zu haben. Folglich bleibt auch vorerst unklar, ob bei dem Vorfall sensible Daten abgeflossen sind und ob eine Lösegeldforderung im Raum steht.
Microchip Technology hat seinen Hauptsitz im US-Bundesstaat Arizona und bezeichnet sich selbst auf seiner Webseite(öffnet im neuen Fenster) als einen führenden Anbieter von intelligenten, vernetzten und sicheren Embedded-Control-Lösungen. Die Produkte des Unternehmens kommen demnach bei etwa 125.000 Kunden aus verschiedenen Branchen zum Einsatz – darunter die Automobilindustrie, die Luft- und Raumfahrt, der Kommunikationssektor sowie das Militär.
Im vergangenen Jahr hatte die Ransomwarebande Lockbit den weltgrößten Halbleiterhersteller TSMC nach einem erfolgreichen Angriff auf einen IT-Dienstleister um 70 Millionen US-Dollar erpresst .