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Großeinsatz in Deutschland: Polizei greift gegen illegales Streaming durch

Die Polizei hat Räume mutmaßlicher Betreiber illegaler Streamingdienste durchsucht. Auch gegen die Kunden will man bald vorgehen.
/ Marc Stöckel
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Polizei nimmt illegale Streamingdienste vom Netz und beschlagnahmt Geräte und Daten. (Bild: pixabay.com / JESHOOTS-com)
Polizei nimmt illegale Streamingdienste vom Netz und beschlagnahmt Geräte und Daten. Bild: pixabay.com / JESHOOTS-com

Einsatzkräfte der Kriminalpolizeiinspektion Weiden sind Anfang Juni in Zusammenarbeit mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern gegen illegale Streamingdienste vorgegangen. Einer gemeinsamen Pressemitteilung(öffnet im neuen Fenster) der involvierten Behörden(öffnet im neuen Fenster) zufolge wurden bei einem Großeinsatz neun Objekte durchsucht und mehrere Terabyte an Daten gesichert. Im Zentrum der Ermittlungen stehen fünf junge Männer im Alter zwischen 25 und 27 Jahren.

Durchsucht wurden den Angaben nach die Wohnsitze der Verdächtigen sowie vier weitere ermittlungsrelevante Objekte in Tirschenreuth, in München, im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm und in Hamburg. An den am 3. Juni durchgeführten Durchsuchungen sollen rund 100 Einsatzkräfte beteiligt gewesen sein.

Drei Tatverdächtige wurden laut Mitteilung zunächst in Untersuchungshaft genommen. Einer davon, ein 25-Jähriger aus München, sei aber wieder freigelassen worden, da sich der dringende Tatverdacht gegen ihn nach dem vorläufigen Stand der Auswertung der sichergestellten Daten nicht bestätigt habe. Gegen ihn werde jedoch weiterhin ermittelt.

Geräte und Geld beschlagnahmt

Bei den anderen beiden verhafteten Personen handelt es sich um zwei ebenfalls 25-Jährige aus Hamburg und dem Landkreis Tirschenreuth. Jener aus Tirschenreuth soll nach derzeitigem Ermittlungsstand der Haupttäter der Gruppe sein. Den Verdächtigen werden Verstöße gegen das Urheberrechtsgesetz vorgeworfen.

Zusammen sollen die Beschuldigten Inhalte von Streamingdiensten wie Netflix sowie auch eines nicht genannten deutschen Anbieters illegal gegen Bezahlung an ihre Kunden weitergereicht haben. Dem Hamburger wirft man zusätzlich vor, zu schwerem sexuellen Missbrauch von Kindern angestiftet sowie zur Erstellung kinderpornografischer Inhalte beigetragen zu haben.

Den Angaben zufolge konnten die Einsatzkräfte bei ihrem Großeinsatz Vermögenswerte wie Bargeld, Goldmünzen und Kryptowährungen im Wert von etwa 500.000 Euro beschlagnahmen. Überdies wurden zahlreiche elektronische Geräte wie Mobiltelefone, Spielekonsolen, USB-Sticks und andere Speichermedien sichergestellt. Auch Clouddaten sowie mehrere Server im In- und Ausland sind laut Polizei beschlagnahmt worden.

Die Rede ist zudem von mehreren Terabyte an sichergestellten Daten, die nun ausgewertet werden sollen. Dieser Vorgang werde "noch einige Zeit in Anspruch nehmen" , heißt es in der Mitteilung. Auf Basis dieser Auswertung sollen auch gegen Kunden des illegalen IPTV-Angebotes der Betreiber Ermittlungsverfahren eingeleitet werden.


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